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Brandenburg/Havel Preisgünstiges Schwimmbad um die Ecke
Lokales Brandenburg/Havel Preisgünstiges Schwimmbad um die Ecke
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19:13 30.01.2017
Neben dem Funbad wäre eine Wasserspiellandschaft, eine zweite Großrutsche, eine zweite Breitrutsche im Außenbereich denkbar – aber es ist auch sehr teuer. Quelle: Volkmar Maloszyk
Brandenburg/H

Die gute Nachricht zuerst: Entgelterhöhungen sind für das Marienbad in diesem Jahr nicht vorgesehen. Und: Die Besucherzahlen bleiben stabil – mit 306 000 im vorigen Jahr konnte das Niveau von 2014 sogar leicht überboten werden, 2015 gabes eine Delle von 3000 ausgebliebenen Gästen.

Doch sollen die Gäste auch weiterhin treu bleiben, müsste die Stadt richtig Geld in die Hand nehmen neben dem jährlichen Betriebskostenzuschuss von 840 000 Euro und einer Investpauschale von 25 000 Euro. Auch die Sofortzuschüsse für außerordentliche und dringende Reparaturen werden nicht genügen - erst im vergangenen November gab es 300 000 Euro zusätzlich.

Mit dem Wirtschaftsplan für 2017, der gerade die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung passiert, hat der Chef des Eigenbetriebs Marienbad, Fred Ostermann, zugleich mehrere Papiere den Volksvertretern in die Hand gedrückt: Das Strategiekonzept vom vergangenen Herbst und einen Marketingplan. Zudem eine Analyse von Besucherstruktur und die Wahrnehmung der Gäste vom Marienbad. „Es ist das preisgünstige Schwimmbad um die Ecke. Ein Schwimmbad, in dem man für verhältnismäßig wenig Geld regelmäßig Badespaß erleben und sich schwimmsportlich betätigen kann. Es hat nicht den Event-Charakter von Erlebniswelten, zu denen die Gäste gelegentlich aus weiter Entfernung anreisen und dann auch einen Eintrittspreis mit ebensolchem Event-Charakter bezahlen.“

2322 Quadratmeter Wasserflächen

Das Marienbad wurde eröffnet im Jahr 2000, Die Erweiterung mit dem Cabriodach folgte 2003.

Die Wasserflächen umfassen insgesamt 2322,60 m², davon 1050 m² in der großen Schwimmhalle und 375 m² in der kleinen.

Das Funbad umfasst 508 m², darunter 445 m² Animationsbecken mit Strömungskanal, Breitwasserrutsche und 80-Meter-Rutsche.

Das Nichtschwimmeraußenbecken misst 314 m² und die Kleinkinderaußenplansche 66 m².

Ergänzt wird das Angebot um fünf Saunen, zwei finnische, jeweils eine Meditations-, Soft- und Aromadampfsauna.

Drei Viertel der Badegäste kommen aus einem 20-Kilometer-Umkreis, 15,6 Prozent aus einem 40-Kilometer-Radius und 8,8 Prozent von weiter her.

Ostermann und die Stadtspitze sind in der Zwickmühle: Erhalten sie nur den Bestand, bleiben irgendwann die Badegäste weg. Mitbewerber gibt es in Bad Belzig, in Luckenwalde und in Oranienburg. Mit dem Blu-Potsdam eröffnet bald neue Konkurrenz und irgendwann ist auch die Blütentherme in Werder fertig. Seit 2001 sind die Marienbad-Besucherzzahlen von knapp 374.000 auf jetzt 306.000 gesunken.

Die Stadt kann aber nicht große Investitionen aus der Portokasse stemmen. Kommen nicht sofort viel mehr Besucher, entstünde bald ein Druck auf die Eintrittspreise, das wiederum gefährdet das Image vom preisgünstigen Bad. Nach dem Erweitern der Saunalandschaft 2014/15 gab es trotz größerer Ausgaben lediglich ein Stabilisieren der Besucherzahlen, aber keinen Zuwachs, obwohl die Tagestickets in den anderen Thermen immer noch viel teurer sind. Es wird also abzuwägen sein, wie man die Einrichtung langfristig einigermaßen kostendeckend betreibt.

Die Marienbad-Führung verfolgt nun eine Doppelstrategie: Zuallererst sollen mehr Badegäste angelockt werden. Das Konzept von kostenlosen Schnupperkursen für Aquafitness beispielsweise wird fortgesetzt, um zahlende Kursteilnehmer zu gewinnen. Ostermann und sein Team wollen auch verstärkt Unternehmen ansprechen, damit diese ihre Mitarbeiter zwecks Gesundheitsvorsorge zum Schwimmen schicken. „Die Firmen können das steuerlich als Gesundheitsmanagement absetzen. Wir haben kleine Firmen, die zwei, drei Guthabenkarten im Betrieb weiterreichen. Wir haben auch größere Unternehmen, mit denen wir Verträge schließen. Da gilt der Betriebsausweis als Eintrittskarte“, sagt Ostermann.

Zugleich soll investiert werden. Zuerst ins Erhöhen der Wassertemperatur im Funbad von 32 auf 34 Grad. Am wahrscheinlichsten kommt danach ein Ganzjahres-Außenbecken für 400.000 Euro. Dazu muss es aber einen politischen Willen geben, dann findet sich im möglichen OB-Wahlkampf auch Geld dafür. Im Doppelhaushalt 2017/18 ist bislang dafür bislang noch nichts eingebucht.

Von André Wirsing

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