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Brandenburg/Havel Premero verabschiedet sich vom Packhof
Lokales Brandenburg/Havel Premero verabschiedet sich vom Packhof
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02:24 27.04.2018
Bürgermeister Steffen Scheller will in einem Jahr neue Packhof-Pläne haben. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Die Firma Premero Immobilien hat das eindeutige Signal aus Brandenburg an der Havel verstanden: „Geschäftsführer Thorsten Schütte hat das ablehnende Votum zu seinem Packhof-Entwurf mit Bedauern zur Kenntnis genommen, er sieht aber keinen Sinn darin, das Projekt weiter zu verfolgen“, berichtet Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) von seinem Wochenendgespräch mit dem Hamburger Investor.

Scheller selbst will nun den Stadtverordneten am 25. Oktober vorschlagen, ihren Beschluss zum Vorbereiten eines Bebauungsplanes sowie eine Grundstückskauf- und Optionsvertrages aufzuheben und „einen Schlussstrich unter das Projekt zu ziehen“. Dem setzt die SPD-Fraktion einen eigenen Beschlussvorschlag entgegen, für den sie auch andere Fraktionen gewinnen will.

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Er interpretiere das Votum vieler Brandenburger als ein Ablehnen eines großen Hotels auf dem Packhof, nicht aber ein Ablehnen einer Wohnbebauung, sagt Scheller. Zugleich wolle er auch Bürger einbeziehen, die sich nicht an dieser ersten Bürgerbefragung beteiligt haben. Grundlage für weitere Planungen sei das moderierte Strukturkonzept von 2012, das auf den aktuellen Stand anzupassen sei. „Wir suchen nach einer Plattform für neue Ideen, etwa im Internet.“

Die Diskussion müsse geführt werden, allerdings „nicht auf ewige Zeit“. Brandenburg an der Havel müsse sich als attraktiver Wohnstandort im zweiten Ring um die Metropole Berlin profilieren, damit frischer Zuzug komme. Es bleibe eher ein Jahr als eineinhalb Jahre für Planungen Zeit, weil ja danach erst gebaut werden kann.

Der Beigeordnete Michael Brandt (CDU), war bis vor einem Jahr selbst in Verantwortung für Stadtentwicklung und Packhof. „Eine absolute Wahrheit ist gerade abgewählt worden, die sollten wir nicht durch eine andere ersetzen. Es gilt das Primat der Stadtentwicklung, dabei ist Stadtplanung auch Konfliktbewältigung.“ Brandt schlägt eine „Bürgerwerkstatt“ vor, die es bereits zum Strukturkonzept gab. Der Ideenfindungsprozess allein könne durchaus Monate dauern.

Erstmals seit langer Zeit bringt Scheller auch wieder Wohnungsgenossenschaften wie die WBG als potentielle Investoren ins Spiel, wenn es darum geht, Befürchtungen auszuräumen, dass nur Investoren mit Gewinnmaximierungs-Absichten zum Zuge kämen. „Die Genossenschaften sind ihren Mitgliedern verpflichtet. Und auch eine städtische Gesellschaft hätte Aufgaben der Daseinsvorsorge für die Stadt zu beachten. Allerdings wird es auch am Packhof keine Mieten wie in Hohenstücken oder in Nord geben.“

Von André Wirsing

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