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Brandenburg/Havel Premiere: So entstehen drei neue Lastenräder als Alternative zum Auto
Lokales Brandenburg/Havel Premiere: So entstehen drei neue Lastenräder als Alternative zum Auto
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18:52 19.07.2019
Till Wolfer, Andreas Walz, Martin Kraska und Erich Benesch (von links nach rechts) bauen ein neues Lastenrad. Quelle: André Großmann
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Brandenburg/H

Alternativen zum Auto will Mirjam Rehr vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) unterstützen, deshalb beteiligt sich die Brandenburgerin am ersten Lastenradbau-Workshop der Havelstadt. In der offenen Werkstatt der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) überprüft sie Schrauben und testet gemeinsam mit Till Wolfer den Zustand eines neuen Exemplars.

Bei einem Workshop entstehen in der offenen Werkstatt der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) neue Lastenräder.

Plan vom kostenlosen Lastenradverleih

Drei sogenannte Cargo Trikes sollen bis Sonntag entstehen, jeweils ein Exemplar erhalten die Jugendkulturfabrik, die offene Werkstatt der THB und die Kreisgruppe des VCD. „Der Bauworkshop ist der Anfang für ein kostenloses Verleihangebot in Brandenburg. Wir wollen zeigen, dass die Menschen das Auto nicht für alle Wege nutzen müssen“, sagt VCD-Sprecher Gero Walter.

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Fahrrad-Paten gesucht

Er sucht noch Fahrrad-Paten, die den Verleih abwickeln, Räder kontrollieren und Geschäfte, die Ausleihstationen zur Verfügung stellen. Gespräche hierzu laufen bereits, unter anderem stellt er sich einen Standort an der Fouqué-Bibliothek am Altstädtischen Markt vor. „Sinnvoll wäre es natürlich, wenn das VCD-Rad nach dem Rotationsprinzip Menschen in verschiedenen Stadtteilen helfen kann“, sagt Walter der MAZ. Für ihn ist das Lastenrad eine „super Alternative zum Einkauf mit dem Auto“, bei dem das zulässige Gesamtgewicht bis zu 230 Kilogramm beträgt.

Der Geschäftsführer der Jugendkulturfabrik Andreas Walz will ein Lastenrad als mobile Sendestation des freien Radios Brandenburg (Radio Pax) nutzen. Er möchte einen „konkreten Beitrag“ zur klimafreundlichen Mobilität leisten und Kohlenstoffdioxid einsparen.

Lego-Technik für Erwachsene

Doch was macht den Unterschied zu einem herkömmlichen Fahrrad aus? „Wir schweißen unsere Räder nicht, sondern schrauben sie. Sie sind nicht aus gebogenem Rundrohr, sondern aus Aluminium-Quadratrohr“, sagt der Hamburger Till Wolfer, der für das Unternehmen „XYZ-Cargo“ seit acht Jahren Lastenräder baut. „Das ist quasi Lego-Technik für Erwachsene“, kommentiert der 37-Jährige.

Mirjam Rehr vom VCD hofft, dass eine Testphase für das Lastenrad „bis zum Herbst abgeschlossen ist.“ Sie betont, dass in Großstädten wie Berlin und Köln fast 40 Lastenräder zur Verfügung stehen und hofft, dass weitere Exemplare für den Transport gebaut werden.

Finanzielle Unterstützung für das Projekt

Das Brandenburger Infrastrukturministerium beteiligt sich am Workshop mit 10400 Euro, die aus Lottomitteln stammen. Verkehrsministerin Kathrin Schneider lobt, dass die Werkstattarbeit mit jungen Menschen „auf das Nachhaltigkeitsbewusstsein abzielt.“

Martin Kraska von der Technischen Hochschule hofft, dass sich weitere Teilnehmer am Projekt beteiligen. „Wer mitbauen will, ist herzlich willkommen, auch stundenweise oder tageweise“, sagt der Professor. Till Wolfer zieht währenddessen die Reifen für das Lastenrad auf Schwerlastfelgen auf. Der Hamburger hat sich daran gewöhnt, mit dem Transportrad unterwegs zu sein und fährt nach eigenen Angaben „nur viermal jährlich mit dem Auto.“

Eine Teilnahme am Lastenradbau-Workshop ist sowohl Samstag, den 20. als auch Sonntag, den 21. Juli, jeweils von 09.30 bis 18.30 Uhr möglich. Die dreirädrigen Cargo Trikes entstehen in der offenen Werkstatt der THB, Haus D, Raum 010. Anmeldungen per E-Mail an gero.walter@vcd-brandenburg.de

Von André Großmann