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Brandenburg/Havel Was machte der Struwwelpeter heute?
Lokales Brandenburg/Havel Was machte der Struwwelpeter heute?
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15:58 31.10.2019
Ahead of Struwwelpeter, eine Kammeroper von David Robert Coleman und Irene Dische. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg

Darf Theater belehren? Oder wollten die Macher von „Ahead of Struwwelpeter“ zu viel? Diese Fragen stellten sich am Mittwochabend im Brandenburger Theater. 

Ja und Nein. Ja, weil die Handlung des Stückes von Irene Dische auf verwirrend verschiedenen Ebenen stattfindet, für die Inga Timm faszinierende Bühnenbilder entwickelt und Heta Mutanen Videos beigesteuert hat: Da ist zunächst das Flüchtlingsheim, in das der verwaiste Flüchtlingsjunge Struwwelpeter (hervorragend Nicolas Ziélinski) gerät, und dessen Leiter Doktor Hoffmann (Hubert Wild). Im völligen Kontrast dazu steht die gutbürgerliche Welt von Casperina (Sonja Grané), ihrer Mutter Paulina (Lena Haselmann) und ihres Vaters Hunter (Christian Oldenburg).

Man nehme eine altbekannte Geschichte, zerlege sie und verwende ihre Einzelteile, um sie in neuer Zeit mit neuen Figuren neu zu erzählen. So erging es dem Struwwelpeter.

Publikum bleibt im Unklaren

Ja, weil das Publikum die Erinnerungen von Peter an seine Mutter und daran, dass sie ihm immer die Haare geschnitten hat, zunächst nicht kennt. Und da ist auch noch die zunächst unwahrscheinliche Freundschaft zwischen den Kindern.

Die Musik von David Robert Coleman – virtuos dargeboten vom Ensemble Quillo und den Brandenburger Symphonikern – ist anspruchsvoll und schlicht zugleich.

Loslassen der Gedanken

Und Nein, das Stück will genau dann nicht zu viel, wenn die Zuschauer loslassen vom unmittelbaren Verstehenwollen. Wenn sie sich einlassen auf das Geschehen und nicht länger versuchen, die nahezu unleserlichen Übertitel für den englischen Gesang zu entziffern. Wenn sie ihre zunächst widerstrebenden Gefühle zulassen für die Geschichte eines traumatisierten Kindes. Keine der Personen im Stück ist am Ende noch die, die sie am Anfang war. Und nein, niemand muss nochmal das Originalbuch vom Struwwelpeter aus dem Jahr 1840 lesen, um die Geschichte zu verstehen.

Irene Dische hat sich zwar die Personen aus dem Struwelpeter ausgeliehen, ihre Geschichten hat sie aber völlig neu erzählt. Nach der Aufführung kann man im ausführlichen Programmbuch nochmal nachlesen, was auf der Bühne passiert ist.

Gummibärchen als Medizin

Doktor Hoffmann, der Leiter des Flüchtlingsheimes, will Struwwelpeter helfen und schickt ihn in das Haus von Paulina und Hunter, deren Tochter Casperina weder essen noch sprechen will. Es gelingt Peter Kontakt zu dem Mädchen zu finden. Wie? Er zwingt sie Gummibärchen zu essen. Die beiden Kinder befreunden sich.

Madrigal als Finale

Wen die Musik zu Beginn genervt hat, der hat die Absicht des Komponisten Coleman erfasst. Sie soll stören, denn sie stellt den schwierigen Flüchtlingsjungen akustisch dar, und sein Motiv taucht im Verlauf des Stückes immer wieder auf. Musikalisch überzeugend ist auch der Schluss: Als sich alle Personen gewandelt haben, singen sie gemeinsam ein Madrigal von Trombonicino. Die sanfte Melodie vermittelt wunderbar, wie erleichtert alle sind, den Weg zu sich selbst gefunden zu haben.

Begeisterter, nicht enden wollender Applaus für dieses moderne Musiktheaterstück!

Von Ann Brünink

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