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Brandenburg/Havel Prinzessin auf der Erbse – einfach abgestempelt
Lokales Brandenburg/Havel Prinzessin auf der Erbse – einfach abgestempelt
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00:31 29.01.2015
Jan Beumelburg Quelle: H. Hesse
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Brandenburg an der Havel

Für Maler Jan Beumelburg sind solche Aktionen spannend, gibt es doch einiges zu entdecken und oft abzustauben. Diverse Stempel sollten auf den Müll wandern, sind sie aber nicht. Sie haben Eingang in die Kunst gefunden. Beumelburg schnappte sich fünf Märchen aus dem Grimm-Buch, betrachtete sie etwas anders und drückte jeder Geschichte andere Stempel auf. „Die Prinzessin auf der Erbse“ verband er mit dem Stempel „Belegexemplar“, „Das tapfere Schneiderlein“ mit den Aufdrucken „Nur für den Dienstgebrauch“, „Eingegangen:“ und „Erledigt“ und so weiter. Beumelburgs Atelier heißt nicht umsonst „Verwandlungsamt“.

Es ist inzwischen mehr als elf Jahre her, dass Beumelburg die Arbeiten im A-4-Format schuf und vorstellte. Nun ist das Heft zur Idee in zweiter Auflage herausgekommen und eine Zierde im Bücherregal. Ein Beispiel aus „Das tapfere Schneiderlein“: „An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Arbeitstische, den er „Nur für den Dienstgebrauch“te, am Fenster. Alle seine Blumen waren „Eingegangen:“und doch war er guter Dinge und nähte aus Leibeskräften.

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Das Buch

Jan Beumelburg, „Märchen aus der Verwandlung“, 28 Seiten, 9,90 Euro, zu haben in der Fouqué-Bibliothek in Brandenburg an der Havel oder unter www.verwandlungsamt.de

Von einer Bauersfrau auf der Straße, die etwas „Erledigt“ aussah, ließ er sich ein Viertelpfund Mus hinaufbringen, gab ihr dafür, was sie verlangte.“ Als drittes Element integriert der Künstler Illustrationen aus dem Buch „Die Frau als Hausärztin“, erschienen 1925 in Wien. Die Ratschläge bringen ihre eigene Komik mit. Oder sollte man „Wälzen gegen Fettbauch“, wie eine über den Boden rollende Frau beschreibt, irgendwie ernst nehmen.

Beumelburg frisiert einen bekannten Text nicht um, wie es landauf, landab allerlei Spaßvögel tun. Er passt die Worte seinen Stempeln an. Vorgelesen wirkt das Ganze aber nicht halb so gut wie angesehen. Die Aufdrucke in roter Tinte leuchten zwischen den in Druckbuchstaben geschriebenen Worten. Und wie es beim Stempeln immer wieder geschieht, fällt das Gestempelte hier und da ein wenig aus der Linie heraus. Das Bild entsteht, der Künstler malt mit Buchstaben, löst sie aus dem bekannten Kontext und steckt sie in einen neuen. Und natürlich macht es auch Spaß, die runderneuerten Grimms zu lesen.

Von Heiko Hesse

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