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Brandenburg/Havel Künstler und Kinder gestalten eine Skulptur für den Wusterauer Anger
Lokales Brandenburg/Havel Künstler und Kinder gestalten eine Skulptur für den Wusterauer Anger
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13:45 08.10.2019
Bildhauer Wolfgang Schlegel, sein Sohn Otto Ringel, Schauspielerin Christina Gumz und Malerin Ute Ringel (von links nach rechts) arbeiten an einer Skulptur für den Wusterauer Anger und suchen weitere Helfer. Quelle: André Großmann
Kirchmöser

Ein Raumschiff, Hafen und Floß könnten im Frühjahr 2020 zum Ortsbild der Wohnsiedlung Kirchmöser-Ost gehören. Für das Kunstprojekt „Wir spielen auf dem Wusterauer Anger“ arbeiten Malerin Ute Ringel und Bildhauer Wolfgang Schlegel an einer Skulptur, die mit Fünf- und Sechstklässlern der Magnus-Hoffmann-Grundschule entsteht.

Kinder gestalten ein Kunstwerk

„In der Kunst ist alles möglich, bei dieser Gemeinschaftsarbeit können wir uns nicht vorher festlegen. Umso mehr Ideen wir erhalten, desto besser. Jeder darf sich austoben, die Skulptur ist ein Mix aus der Realität und Fantasie, ein Bild der Kinder“, sagt Schlegel.

Für den 63-Jährigen ist es wichtig, dass der Nachwuchs testet, gestaltet, seine Umgebung genau beobachtet. Der Bildhauer setzt für den Bau des Kunstwerks auf einen Material-Mix aus Sperrholzlatten, Platten und Fundstücken aus der Natur.

Wiederbelebung eines Platzes

Seine Partnerin Ute Ringel betont, dass die Plastik den einstigen Marktplatz wiederbelebt und dabei die Architektur in Kirchmöser-Ost aufgreift. „Der Wusterauer Anger ist für uns ein Ort der Begegnung und des öffentlichen Lebens. Es sollte hier bunt und lebendig sein, mit einer aktiven Kunstszene“, sagt die 43-Jährige.

Aktuell empfindet das Künstlerpaar das Areal aber eher als ausgestorben. So stehen mehrere Läden leer, Wolfgang Schlegel und Ute Ringel wollen Räume am Wusterauer Anger 9 als offenes Atelier nutzen und Gespräche mit der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia führen. „Es wäre natürlich ein Traum, diese nutzen zu können, vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit“, sagt Ringel, die mit ihrem Partner seit zwei Jahren in Kirchmöser lebt.

Bildhauer Wolfgang Schlegel, Sohn Otto Ringel und Malerin Ute Ringel hoffen, dass sie leerstehende Räume am Wusterauer Anger 9 als offenes Atelier nutzen können. Quelle: André Großmann

Projekt mit Skulptur und Theaterstück

Das Projekt „Wir spielen auf dem Wusterauer Anger“ ist in zwei Abschnitte geteilt. So sollen bis zum Frühjahr 2020 Skulptur und Bühnenbild entstehen, danach folgt ein Theaterstück. Grundschüler erschaffen mit Christina Gumz und Clément Labail vomThéâtre au fil des nuages (frei übersetzt: Das Ziehen der Wolken am Himmel) Szenen, erstellen Dialoge und Figuren. Die Aufführung ist im Frühsommer des Jahres 2020 geplant .

Christina Gumz möchte möglichst viele Kinder für das Projekt begeistern und kann sich vorstellen, dass die Skulptur die Verbundenheit der Schüler zu ihrem Wohnort stärkt. „Wie hätte ich mich früher in meiner Kindheit über ein selbst geschaffenes Kunstwerk und ein Theaterstück aus seiner direkten Umgebung gefreut“, sagt die Schauspielerin. Für sie ist der Anger „ein außergewöhnlicher Platz mit Geschichte.“

Mehrere Künstler aus Kirchmöser wollen den Wusterauer Anger mit einem Projekt beleben. Quelle: André Großmann

Sie bekräftigt, wie wichtig Kreativität für Kinder sein kann, um fantasievoll neue Lösungen zu finden. Diese Erfahrung hat die Kirchmöseranerin bereits bei einem deutsch-französischen Theater-Workshop zwischen dem Brandenburger Von-Saldern-Gymnasium und der Partnerstadt Ivry-sur-Seine gemacht.

Grundschule bietet Räume an

„Zunächst brauchten sie etwas, um sich neue Einfälle zu überlegen, doch dann sprudelten die Ideen nur so“, sagt die 38-Jährige. Sie freut sich darüber, dass die Magnus-Hoffmann-Grundschule mit den Künstlern zusammenarbeitet und Direktorin Sabine Liepe ihnen Unterrichtsräume für die Arbeit an der Skulptur zur Verfügung stellt.

Wie lange die Skulptur am Wusterauer Anger stehen bleiben darf, wollen die Künstler mit der Brandenburger Stadtverwaltung klären. Sie rechnen aktuell mit „mehreren Wochen“ und besprechen noch Details, um die Installation möglichst lange in der Wohnsiedlung zu halten.

Malerin Ute Ringel will mit dem Projekt Farbe in den Alltag der Kirchmöseraner bringen. Sie zitiert den Schriftsteller Erich Kästner und verwirklicht mit dem Kunstprojekt auch ihr Lebensmotto. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, sagt die 43-Jährige, lächelt und blickt auf den Wusterauer Anger.

Bei dem Kunstprojekt „Wir spielen auf dem Wusterauer Anger“ können Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren teilnehmen, Ausnahmen sind möglich. Ein Kennenlerntreffen zur Planung der Projekttage findet am 10. November 2019 um 15 Uhr in der Alten Fleischerei am Wusterauer Anger 15 statt. Weitere Infos unter https://einwortpourunautre.wordpress.com/

Von André Großmann

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