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Brandenburg/Havel Radlerin (10) machte alles richtig und starb dennoch
Lokales Brandenburg/Havel Radlerin (10) machte alles richtig und starb dennoch
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19:00 25.01.2018
Gedenken an das tödlich verunglückte Kind an der Unfallkreuzung in der Upstallstraße zur Rathenower Landstraße.  Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/Havel

Die hinterbliebene Familie des zehn Jahre alten Mädchens aus der Russischen Föderation, das am Mittwochnachmittag in Brandenburg an der Havel von einem Lastwagen überrollt und tödlich verletzt worden war, wird von Sozialarbeitern und Notfallseelsorgern betreut. Das Rote Kreuz hat in seinem Flüchtlingswohnheim in der Upstallstraße Gedenkräume für die Hinterbliebenen eingerichtet – getrennt nach den Geschlechtern, wie es dem Glauben entspricht.

Die Polizei bestätigte am Donnerstag den Hergang des tödlichen Verkehrsunfalls auf der Kreuzung Upstallstraße/Rathenower Landstraße. Das Mädchen wartete am Mittwoch gegen 15.55 Uhr an der Fußgängerampel der Upstallstraße auf die Grünphase. Zeugen berichteten der Polizei, dass das Mädchen anschließend bei grüner Ampel auf ihr Fahrrad gestiegen sei und die Kreuzung in Richtung Rosa-Luxemburg-Allee überquert habe.

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Der Lastwagen-Fahrer übersah das Mädchen und überrollte es

Im gleichen Moment fuhr auch der 62 Jahre alte Fahrer eines Havelländer Lkw Iveco aus der Upstallstraße in die Kreuzung ein. Er wollte nach rechts in die Rathenower Landstraße einbiegen. Dabei übersah er offenbar das querende Kind und kollidierte mit dessen Fahrrad.

Der Lastwagen überrollte das Mädchen. Quelle: Meetingpoint Brandenburg

Obwohl der Lkw-Fahrer sofort bremste, als er den Zusammenstoß bemerkte, geriet das Mädchen unter den Lastwagen und wurde von ihm überrollt. Zeugen kümmerten sich der Polizei zufolge umgehend um das schwer verletzte Mädchen, ehe Rettungskräfte die intensivmedizinische Betreuung übernahmen und das Kind ins städtische Klinikum brachten. Dort konnten Ärzte aber nichts mehr für das Mädchen tun. Sie erlag wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Die Mutter des Mädchen war bereits kurz nach dem Unfall von Rettungskräften betreut worden.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die beiden Fahrzeuge, Lkw und Fahrrad, wurden sichergestellt. Neben der Kriminalpolizei wurde ein Sachverständiger an den Unfallort berufen, der ein Unfallgutachten erstellen soll.

Das verunglückte Mädchen lebte seit 2016 in Brandenburg/Havel. Soweit bekannt, wohnte sie mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern im Wohnheim für geflüchtete Menschen in der Upstallstraße. Die Zehnjährige besuchte die Gebrüder-Grimm-Schule in Hohenstücken.

Mahnwache für getötete Radfahrerin in Berlin

Auch in Berlin kam es in dieser Woche zu einem tödlichen Unfall zwischen einem Lkw und einer Radfahrerin. Am Dienstagmorgen war eine 52 Jahre alte Radfahrerin in Schöneberg von einem abbiegenden Lastwagen angefahren und getötet worden. Aktivisten fordern nun mehr Sicherheit auf Berlins Straßen. Am Mittwochabend kamen Hunderte Menschen zu einer Mahnwache zusammen.

In Berlin-Schöneberg wurde am Dienstag eine Radfahrerin von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt. Zu einer Mahnwache kamen am Mittwochabend Hunderte Menschen.

Von Jürgen Lauterbach

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