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Brandenburg/Havel Constantin Film schweigt zu "Hitler"-Auftritt
Lokales Brandenburg/Havel Constantin Film schweigt zu "Hitler"-Auftritt
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15:10 30.10.2014
Adolf Hitler alias Schauspieler Masucci auf Stippvisite.
Adolf Hitler alias Schauspieler Masucci auf Stippvisite. Quelle: M. Petig
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Brandenburg an der Havel

Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft, ob sich aus dem Auftritt eines Hitler-Doubles am Samstag in Brandenburg Anhaltspunkte für eine Straftat ergeben. Der Dezernatsleiter der politischen Abteilung prüfe von Amts wegen, ob sich daraus ein Anfangsverdacht ergebe, sagte am Montag Sarah Kress, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam.

Am Samstagnachmittag hatten Mitglieder der rechtsextremen NPD aus dem Havelland eine Kundgebung auf dem Neustädtischen Markt abgehalten, die von Protesten begleitet war. Zur gleichen Zeit trat nur wenige Meter entfernt ein Mann in Erscheinung, der Adolf Hitler zum Verwechseln ähnlich sah. Gleicher Haarschnitt, gleicher Schnäuzer, schwarzer Anzug mit Krawatte und ein Trenchcoat darüber. Der Auftritt hatte seinen Grund: Die Berliner Produktionsgesellschaft "Mythos Film" drehte eine Szene für den geplanten Film nach der Bestsellervorlage von Timur Vermes’ Buch "Er ist wieder da". Der Mann im Hitler-Look war Oliver Masucci, also der Schauspieler, der offenbar in dem geplanten Film die Hauptrolle des Adolf Hitler spielen soll.

Hitler-Auftritt Zufall oder Absicht?
Beobachter fragen sich, ob der Hitler-Auftritt zeitgleich zur NPD-Demonstration nur ein Zufall war oder ob es sich um Absicht oder gar eine Provokation handelte. Näheres dazu und zu dem Dreh in Brandenburg war auch am Montag von der Berliner Produktionsfirma nicht zu erfahren, welche die Filmrechte an dem Buch erworben hat.

Der Regisseur David Wnendt hat offenbar einen Maulkorb verpasst bekommen und verwies daher auf die Produzentin. Ein am Montag geführtes Gespräch der MAZ mit ihr war einsilbig. Die Quintessenz: Sie habe keine Ahnung, was gelaufen ist, sie könne zu dem Vorgang nichts sagen. Von der NPD distanzieren wollte sie sich nicht, auch dazu könne sie nichts sagen. Die MAZ fragte auch die Verleihfirma Constantin Film aus München, die an der Produktion beteiligt ist, nach dem zeitgleichen Hitler-NPD-Auftritt. Auch von dort gab es keine Antwort. Der brandenburgische NPD-Vorsitzende Klaus Beier versichert, dass seine Partei bezogen auf das Erscheinen Hitlers nichts veranlasst habe. "Wir wären nie auf die Idee gekommen, den Adolf einzuladen", versichert er. Ob die Filmleute die Nähe zur NPD-Veranstaltung gesucht haben, wisse er nicht.

Tragen eines Hitler-Bärtchens nicht verboten

Das deutsche Strafrecht stellt das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe. Dazu gehören Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen. Nichts davon traf auf den Hitler-Filmdarsteller am Samstag zu.

Das Tragen eines Hitler-Bärtchens und der einschlägigen Frisur ist nicht verboten. "Solange keine verfassungsfeindlichen Symbole verwendet werden, kann man rumlaufen wie man will", sagt Maria Strauß, Sprecherin des Brandenburger Justizministers.

Von Jürgen Lauterbach

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