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Brandenburg/Havel Rassistischer Übergriff auf dem Havelfest
Lokales Brandenburg/Havel Rassistischer Übergriff auf dem Havelfest
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10:07 21.06.2018
Screenshot eines Videos der nächtlichen Szenerie in der Hauptstraße, das der MAZ vorliegt. Quelle: privat
Brandenburg/H

Weil sie Schwarze beschimpft, Naziparolen skandiert und sie dann noch bis zu ihrem Wohnhaus in der Hauptstraße verfolgt haben, ermittelt die Brandenburger Kripo seit Samstagabend gegen zwei Havelfestbesucher. Die beiden Deutschen sind des Landfriedenbruchs verdächtig und werden aktuell noch bei der Polizei vernommen.

Der Wachschutz des Havelfestes hat die Polizei gegen 23.45 Uhr am Samstagabend alarmiert. Grund ist eine Auseinandersetzung zwischen betrunkenen Deutschen und offenbar nicht betrunkenen Afrikanern.

Dieser Mann griff wenige Momente später einen Passanten an und entriss ihm sein Handy. Der Passant hatte die Szenerie gefilmt, was dem aggressiv auftretenden Angreifer nicht passte. Quelle: privat

Etwa fünf, sechs deutsche Männer beschimpfen die Männer aus Afrika mit ausländerfeindlichen Sprüchen und skandieren Nazi-Parolen. Ihre Opfer versuchen das Feld zu räumen. Einer von ihnen wohnt in einem Haus in der Hauptstraße ganz in der Nähe des Hanoi-Imbisses. Dorthin ziehen sich die Afrikaner zurück.

Doch die Verfolger lassen nicht locker und postieren sich vor diesem Mehrfamilienhaus. Zwei von ihnen werfen Flaschen gegen die Fassade. Dabei geht laut Polizei ein Fenster der Wohnung zu Bruch, in der der Flüchtling lebt.

Von dem nächtlichen Geschehen in der Hauptstraße liegen der MAZ zwei Videos vor. Darin sind diverse rassistische Pöbeleien gegen die Opfer deutlich zu verstehen. Unter anderem fällt mehrmals das Wort „Kanacken-Schwein“. Zu dem Zeitpunkt befanden sich mehrere Dutzend Zeugen in der näheren Umgebung.

Die Polizei hat das Geschehen im Gegensatz zu den zahlreichen Zeugen zwar nicht selbst gesehen. Doch es ist ihr gelungen, zwei Tatverdächtige und diverse Zeugen zu ermitteln. Die beiden Männer stammen aus Brandenburg Havel und sind laut Polizei mittleren Alters. Sie waren betrunken, worauf der gemessene Alkoholwert von mehr als einem Promille hinweist.

Beide Tatverdächtigen haben die Nacht in Polizeigewahrsam verbracht. An diesem Sonntag werden sie vernommen. Der Tatvorwurf lautet auf Landesfriedensbruch, was Delikte wie Beleidigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole einschließt.

Ob der Staatsschutz die Ermittlungen übernimmt, ist noch offen.

Von Jürgen Lauterbach und Philip Rißling

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