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Brandenburg/Havel Rathausspitze streitet erbittert über Packhof
Lokales Brandenburg/Havel Rathausspitze streitet erbittert über Packhof
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19:23 18.09.2015
Heute noch eine Buga-Idylle – das Packhofgelände in Brandenburg. Quelle: Foto: Jacqueline Steiner
Brandenburg an der Havel

In der Verwaltungsspitze gibt es offenen Streit um das Bebauen des Packhofes. Das Vier-Hektar-Areal an der Unteren Havel ist die einzige verbliebene und zusammenhängende innerstädtische Entwicklungsfläche. Sicher ist bislang nur, dass die Gartenschauflächen komplett beräumt werden, übrig bleiben nur der asphaltierte Uferweg sowie die Uferzonen mit Spielplatz, Erholungsinseln, Aussichtsplattformen.

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) möchte unbedingt ein Tagungshotel mit etwa 100 Zimmern auf dem Packhof. Ihr Stadtentwicklungsbeigeordneter Michael Brandt (CDU) favorisiert dagegen eine Wohnbebauung. „Wenn es verkehrstechnisch und vom Immissionsrecht her möglich ist, kann man beides versuchen. Im Zweifel plädiere ich fürs Wohnen.“ Selbst in der CDU gibt es Zweifel am Hotel – so sei der zusätzliche Verkehr neben den Anliegern gar nicht beherrschbar, warnt etwa die Stadtverordnete Birgit Diczuneit-Sandhop.

Kompakte Bebauung mit bis zu fünf Geschossen

Angelika Köhler sitzt als Leiterin des städtischen Gebäude- und Liegenschaftsmanagements GLM zwischen den Stühlen: „Ich soll Ausschreibungen und Verträge machen, kann es aber zurzeit nicht.“ Die Wirtschaftsförderung wolle eine Hotel-Ausschreibung, das Brandt-Ressort sucht Wohnungsbau-Investoren. Im Stadtentwicklungsausschuss hat der Beigeordnete seine städtebaulichen Kriterien nun vorgestellt: Entwicklungsschwerpunkt Wohnen, beruhigtes, verdichtetes Quartier, Berücksichtigen der Sichtachse Jahrtausendbrücke –Dom, kompakte Bebauung mit zwei bis fünf Geschossen, differenzierte Wohnungsformen, Eigentumsbildung ermöglichen in Geschosswohnungen, Reihenhäusern oder Stadtvillen, keine historisierende, sondern zeitgemäße und qualitätsvolle Architektur.

Es soll um die Grundstücke zwar Grünanlagen und Gärten geben, aber keine festen Einfriedungen wie Hecken oder gar Zäune, das Ensemble soll weitgehend offen auf dem Packhof stehen.

Brandt nennt Vorbilder

Als gelungene Vorbilder nennt Brandt die Klimaschutzsiedlung Klein Borstel in Hamburg, Projekte von Baugemeinschaften in Barmbek-Süd oder eine Passivhaus-Siedlung in Freiburg im Breisgau. Doch so weit muss er gar nicht schauen: In Teltow soll neben einer eigens im Bau befindlichen Marina ein Quartier mit 250 Wohnungen entstehen. Es werden Steg- und Gartenhäuser mit Höfen geplant – drei bis viergeschossige Gebäude, sozusagen überdimensionierte Town Houses, miteinander verbunden und in den Höhen springend.

Ideen gibt es genug – für keine andere Baufläche in der Stadt gibt es mehr Workshops, Wettbewerbe und Planungen, vom städtebaulichen Ideenwettbewerb 1995 über Türklitz-Preis 2001/2002, AG Packhof 2005 bis zum Schinkelwettbewerb des Architekten- und Ingenieurvereins 2009.

Von André Wirsing

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