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Brandenburg/Havel Raub aus Eifersucht: Das Opfer verzeiht
Lokales Brandenburg/Havel Raub aus Eifersucht: Das Opfer verzeiht
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18:03 09.07.2019
Die Göttin Justitia aus der römischen Mythologie gilt als Wahrzeichen und Symbol der Justiz und der Gerechtigkeit. Quelle: Frank May/dpa
Brandenburg/H

Angeklagt ist vor dem Schöffengericht in Brandenburg/Havel ein Raubüberfall. Doch davon bleibt am Ende nicht viel übrig. Denn der Angeklagte wollte sich nicht bereichern, sondern handelte in einem Anfall von Eifersucht.

Der 25 Jahre alte Mann aus dem Kamerun lebt seit fünf Jahren in Brandenburg/Havel. Er wohnt in einer Gemeinschaftsunterkunft. Am 14. Juni 2018 nähert er sich in der Zauchestraße einer sieben Jahre älteren Frau, die aus seinem Heimatland stammt.

Die Frau geht am frühen Morgen gerade zur Schule, als er von hinten ihre Hände packt, sie festhält und in ihrer Tasche wühlt. Solange, bis er ein Smartphone im Wert von ungefähr 1000 Euro hervorzieht.

Das Opfer kämpft

Das Opfer wehrt sich, kämpft, will ihm das Handy wieder abnehmen. Weil sie nicht locker lässt, schlägt er mit der Faust zurück. Nicht ins Gesicht, sondern auf die Schulter. Als ein Passant mit Hund des Weges kommt und dazwischen gehen will, verschwindet er. Mit dem Handy als Beute.

Auf den ersten Blick ein klarer Fall von Raub, der im deutschen Recht normalerweise streng bestraft wird. Der Angeklagte sagt wenig zu seiner Verteidigung. Nur, dass er das Handy der Frau aus Eifersucht weggenommen habe, es aber nicht behalten wollte.

Das bestätigt das Opfer im Zeugenstand. Die 32 Jahre alte Frau erklärt den Grund des Überfalls. 2014 habe sie den Angeklagten in Brandenburg/Havel kennengelernt, seither sei er ihr fester Partner. Beide hätten beschlossen, in Brandenburg einen Beruf zu ergreifen und zuvor eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren.

Sie bekommt Ausbildung, er nicht

Die Frau will im Gesundheitswesen arbeiten, er Lagerarbeiter werden. Nach ihrer Darstellung wenden sich beide im Jahr 2016 an die Dekra-Akademie. Doch nur die Frau hat Erfolg und darf sich qualifizieren. Er wird abgelehnt, weil er keinen gesicherten Aufenthaltsstatus nachweisen kann.

Im vergangenen Sommer bereitet sich die angehende Altenpflegerin auf ihre Prüfungen vor, während ihr Freund noch immer ohne Beschäftigung in den Tag hinein leben muss. Er hat Zeit, sie nicht. Er will sich mit ihr treffen. Sie nicht, sie sagt ständig ab, weil sie lernen müsse.

Der Mann traut seiner Freundin nicht ganz. Er befürchtet, dass sie wegen eines anderen keine Zeit für ihn hat. „Er wusste, womit er mich mit seiner Eifersucht am meisten treffen kann, denn ich liebe mein Handy“, erzählt die Zeugin vor Gericht.

Beziehung besteht fort

Die Beziehung der beiden besteht, wie sie sagt, bis heute fort. Ihr Freund habe sich schnell entschuldigt und ihr das Smartphone am nächsten Tag zurückbringen wollen. Die Schläge damals hätten sie nicht nennenswert verletzt.

Die Zeugin versichert dem Gericht, dass sie kein Interesse an einer Bestrafung des Angeklagten habe. Die Staatsanwältin lässt den Raubvorwurf daraufhin fallen und beantragt, das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen.

150 Sozialstunden

Das Schöffengericht folgt dem Antrag, verpflichtet den Asylbewerber aber zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit, die er in den nächsten fünf Monaten ableisten muss.

Für das Paar aus Afrika sind damit aber längst nicht alle Probleme gelöst. Während sie als Asylbewerberin anerkannt ist, in einer eigenen Wohnung lebt und ihrem Beruf nachgeht, wurde er als Asylbewerber schon zweimal abgelehnt.

Außerdem hat der 25-Jährige mehrere Vorstrafen wegen Diebstahls und auch wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und Schwarzfahrens.

Von Jürgen Lauterbach

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