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Brandenburg/Havel Rautenberg fordert Tiemann heraus
Lokales Brandenburg/Havel Rautenberg fordert Tiemann heraus
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10:42 20.01.2017
Erardo Rautenberg Quelle: Patrick Pleul
Brandenburg an der Havel

Brandenburgs Generalstaatsanwalt Erardo Christoforo Rautenberg soll bei der Bundestagswahl im September als Direktkandidat der SPD im Wahlkreis 60 antreten. Er würde Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier werden. Der Bundesaußenminister bewirbt sich am 12. Februar um das Amt des Bundespräsidenten.

Der in Brandenburg an der Havel lebende Rautenberg ist von Bildungsminister Günter Baaske (SPD) vorgeschlagen worden. Baaske bestätigte das gegenüber der MAZ. Rautenberg sei „die Idealbesetzung“. Er sei „als politischer Mensch und Jurist weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt“ und ein Experte für jene Themen, die die Menschen derzeit besonders bewegen: also Rechtsextremismus, Gewalt und Terrorismus, so Baaske.

Kein Parteisoldat

Der promovierte Jurist Rautenberg ist bereits seit 1996 Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg und seit 2007 der dienstälteste Chefankläger in der Bundesrepublik. In der SPD galt er nie als Parteisoldat. Dem Vernehmen nach unterstützt auch SPD-Landeschef und Ministerpräsident Dietmar Woidke eine Bewerbung Rautenbergs.

Er fühle sich geehrt, dass man ihm zutraue, den Steinmeier-Wahlkreis direkt zu gewinnen, sagte Rautenberg am Donnerstag. „Angesichts des massiven Erstarkens der Rechtspopulisten stehe ich in der Pflicht“, sagte er mit Blick auf die in der MAZ veröffentlichte neue Meinungsumfrage, die Zuwächse bei der AfD sieht. Er werde sich aber nur zur Verfügung stellen, „wenn es deswegen innerhalb der Partei keinen Streit gibt“ und sich die SPD geschlossen hinter ihn stelle.

Schwierige Ausgangslage für die SPD

Tatsächlich sind die Sozialdemokraten im Wahlkreis 60 nach dem Ausscheiden von Steinmeier in einer schwierigen Situation. Überraschend hatte SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel Steinmeier als gemeinsamen Kandidaten mit der CDU für das Bundespräsidentenamt durchgesetzt. Steinmeiers Wahl gilt als sicher. Nun benötigt die SPD schnell ein bekanntes Gesicht, um den Wahlkreis im September nicht an die CDU zu verlieren, die mit der Brandenburger Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (61) ins Rennen geht. Nachdem klar wurde, dass die Stadt Brandenburg ihre Kreisfreiheit verlieren werde, hatte Tiemann Interesse am Mandat im Bundestag signalisiert. Offensichtlich hatte sich auch der Jüterboger SPD-Landtagsabgeordnete Erik Stohn (33) Hoffnungen gemacht, als Direktkandidat gegen Tiemann anzutreten. Stohn sei ein guter Mann, er werde aber dringend im Landtag gebraucht, so Baaske.

Auch der Brandenburger SPD-Unterbezirksvorsitzende Ralf Holzschuher hält Rautenburg für den besten Kandidaten, „vor allem wegen der bundespolitischen Situation“. Er stehe für Themen wie „Sicherheit und Freiheit, aber eben auch für die positiven Seiten des Patriotismus und Nationalismus“. Am Haus des Generalstaatsanwalts weht seit Jahren eine Fahne in Schwarz-Rot-Gold als „Symbol für die nationale Identität der Deutschen“, wie Rautenberg selbst sagt.

Laut Holzschuher werde es in den kommenden Tagen in der SPD weitere Gespräche geben, um die Nominierung Rautenbergs vorzubereiten. Rautenberg und Steinmeier treffen sich am Freitag.

Geboren in Argentinien

Erardo Cristoforo Rautenberg wurde 1953 in Argentinien als Sohn einer deutschstämmigen Familie geboren, die 1954 in die Bundesrepublik übersiedelte.

1992 wurde der promovierte Jurist Leiter der Schwerpunktabteilung für DDR-Kriminalität in Potsdam, später Oberstaatsanwalt und Generalstaatsanwalt.

Von Benno Rougk

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