Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Rautenberg verurteilt Umgang mit Merkel
Lokales Brandenburg/Havel Rautenberg verurteilt Umgang mit Merkel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 03.09.2017
Erardo Rautenberg (SPD)
Erardo Rautenberg (SPD) Quelle: Jast
Anzeige
Brandenburg/H

Die ununterbrochenen Pfeif- und Brüllattacken auf dem Neustadt Markt beim Wahlkampf-Auftritt der Kanzlerin Angela Merkel hat der SPD-Bundestagskandidat und Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg auf seiner Facebook-Seite scharf kritisiert. Man dürfe die Kanzlerin für die von ihr zu verantwortende Politik auch in scharfer Form kritisieren.

„Es ist jedoch mit dem demokratischen Grundkonsens unvereinbar, sie bei Redebeiträgen unentwegt auszubuhen und auszupfeifen, wie das in Brandenburg an der Havel geschehen ist.“ Der rechte Flügel habe gezeigt, dass er nichts von Umgangsformen der demokratischen Parteien halte: „Diese nennt die AfD verächtlich etablierte Parteien, die Nazis sprachen von Systemparteien.“

„Schwachstelle der Demokratie“

Es gelte, so Rautenberg, dafür zu kämpfen, „dass die AfD nicht zweistellig wird“. Man müsse den Bürgern vermitteln, dass die Demokratie eine Schwachstelle habe: Sie „ermöglicht Wahlentscheidungen, die auf populistischer Hetze beruhen.“ Sie wandele sich dann wie schon in der Antike in „die Herrschaft des Pöbels“. Dann sei es auf dem Weg zu autoritären Regierungsformen nicht mehr weit“, so Rautenberg.

Scharf angegriffen wurde Rautenberg für seinen Post vom AfD-Direktkandidaten Klaus Riedelsdorf. Erklärten bisher sogar Parteigenossen öffentlich, Riedelsdorf wäre intellektuell mit der Kandidatur überfordert, straft er seine Kritiker nun mit geschliffen scharfen Worten Lügen.

Riedelsdorf: Volk verschafft sich Gehör

„Glauben Sie wirklich, dass Hunderte, die da gepfiffen haben, alle von der AfD sind? Nein, Professor Rautenberg, hier beginnt keine Herrschaft des Pöbels. Hier hat sich die Wut derer Bahn gebrochen, deren Kinder vielleicht ihr ganzes Leben lang unter den Entscheidungen dieser Bundeskanzlerin leiden müssen“, so der AfD-Mann. Merkels „Interessen und ihr Handeln als Bundeskanzlerin haben mit denen des deutschen Volkes nichts zu tun.“

Dass zumindest Teile des deutschen Volkes dann irgendwann nicht nur hier in Brandenburg den einzigen Weg wählen, sich Gehör zu verschaffen, daran konnten weder Appelle der AfD etwas ändern, noch die Beschimpfungen des Wahlvolks durch Frau Tiemann.“ Im Übrigen, so Riedelsdorf enttäusche es ihn, dass Rautenberg „in das billige AfD-Bashing“ einstimme: „Ihrem Format ist das nicht würdig. Gerne hätte ich über programmatische Gegensätze mit Ihnen diskutiert. Aber vielleicht habe ich Sie ja überschätzt.“

AfD ist Triebfeder für Rautenbergs Kandidatur

Erardo Rautenberg, der sich noch immer einer Chemotherapie unterzieht, hatte stets erklärt, dass der drohende Einzug der AfD in den Bundestag die entscheidende Triebfeder für seine Kandidatur für den Bundestag war und ist. Er sehe sich als deutschen Patrioten, der für Sicherheit, Ordnung und soziale Ideale stehe.

Von Benno Rougk

Brandenburg/Havel Schlechte Wege in der Bagower Heide - Waldbrand nur mit Mühe gelöscht
31.08.2017
31.08.2017