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Brandenburg/Havel Rentnerin stürzt in Baugrube: Halswirbelbruch
Lokales Brandenburg/Havel Rentnerin stürzt in Baugrube: Halswirbelbruch
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18:22 05.06.2018
Treppe und Geländer sind inzwischen neu, daher kann ein solches Unglück nicht mehr passieren. Quelle: jl
Brandenburg/H

Vordergründig geht es nur um sehr viel Geld in einem Rechtsstreit vor dem Amtsgericht Brandenburg/Havel. Doch dahinter steht das sehr traurige Schicksal einer Frau, die schwer verletzt wurde, weil sie in eine Baugrube gestürzt ist. Von einem Moment auf den anderen wurde sie zum absoluten Pflegefall.

Doris R. ist 72 Jahre alt, als sich an einem Novembertag 2013 ihr Leben von Grund auf verändert. Sie wohnt seinerzeit in einem Hinterhaus in der Neustadt. Im Hof vor dem Haus wird zu jener Zeit gebaut, soweit bekannt schon seit längerer Zeit.

Daher ist eine Baugrube ausgehoben. Die kurze Treppe, die vom Hinterhaus in den Hof führt, soll endlich auch ein Gelände bekommen. Angebracht ist am Unglückstag ein Handlauf, allerdings wohl nur provisorisch mit zwei oder drei Holzschrauben.

Der Handlauf an der Treppe war noch nicht fest montiert

Wie sich aus dem bisherigen Prozessverlauf ergibt, übergibt ein Nachbar der Rentnerin auf der besagten Treppe ein für sie bestimmtes Paket, das er entgegen genommen hat. Die Frau hält dieses Paket in den Händen, als sie strauchelt und unsanft mit dem Gesäß auf einer Treppenstufe landet.

Von dort kippt ihr Körper, da sie mit dem Paket im Arm keinen rechten Halt hat, links zur Seite gegen den noch nicht fest montierten Handlauf. Dieser gibt nach, so dass die Rentnerin kopfüber mehrere Meter tief in die Baugrube neben der Kellertreppe stürzt.

Doris R. erleidet schlimmste Verletzungen: einen Halswirbelbruch, also eine sehr hohe Querschnittslähmung, die sie so gut wie bewegungsunfähig machen. Sehr lange Behandlungen und Krankenhausaufenthalte folgen. Inzwischen lebt die Frau in ihrem neuen Zuhause, ist aber auf Pflege rund um die Uhr angewiesen.

Forderungen in Millionenhöhe

All das kostet sehr viel Geld. Bisher haben die Krankenkasse und die Pflegekasse des Unfallopfers etwa 800 000 Euro bezahlen müssen. Weitere Behandlungen und Klinikaufenthalte sind möglich. Der Pflegebedarf wird fortbestehen, vielleicht sogar noch höher werden.

Die Kranken- und die Pflegekasse der inzwischen 76 Jahren alten Frau haben den damaligen Vermieter ihrer Versicherten verklagt, um das Geld für die bisherigen Ausgaben zurückzubekommen. Sie möchten ihm vor allem aber auch die Kosten für künftige Therapien und die weitere Krankenpflege aufbürden.

Die geforderte Summe bewegt sich in einer Größenordnung von 2,5 bis 2,7 Millionen Euro, die bei einer entsprechenden Entscheidung natürlich die Haftpflichtversicherung des Vermieters aufzubringen hätte.

Fragen zum vorherigen Gesundheitszustand

Freiwillig zahlt die geforderte Summe niemand. Strittig sind daher vor Gericht der genaue Ablauf des Unglücks sowie die Frage des Verschuldens und einer möglichen Mitschuld des Opfers am Geschehen.

Auch der Gesundheitszustand der so schwer verletzten Frau vor dem Sturz in die Tiefe ist ein Teil der Beweisaufnahme vor Gericht. Der beklagte Vermieter oder, besser gesagt, sein Anwalt hält es für möglich, dass Doris R. bereits vorher gesundheitlich stark beeinträchtigt ist.

Ihr Hausarzt Hans-Joachim Riechardt widerspricht dem als Zeuge vor Gericht. „In der Zeit vor dem Sturz ist die Patientin noch selbstständig zu mir in die Praxis gekommen.“ Dem Doktor zufolge war die Rentnerin zwar altersbedingt nicht völlig gesund, aber längst nicht in dem Maße wie nach dem Unfall.

Das Amtsgericht ist für private Mietangelegenheiten zuständig

Der Anwalt des Vermieters hat einen Befangenheitsantrag gegen den Richter gestellt, über den entschieden werden muss. Dadurch verzögert sich das Verfahren.

Der traurige Fall wird trotz der hohen Summe vor dem Amtsgericht Brandenburg verhandelt, weil Streitigkeiten über Ansprüche, die ein privates Mietwohnverhältnis betreffen, unabhängig von der Höhe eines Schadens in die Kompetenz von Amtsgerichten fallen.

Von Jürgen Lauterbach

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