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Brandenburg/Havel Repo-Alltag spielt in keinem Krimi
Lokales Brandenburg/Havel Repo-Alltag spielt in keinem Krimi
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16:11 10.01.2017
Gilbert Christensen ist Revierpolizist in der Stadt Havelsee. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Havelsee

„Ist was passiert?“ An neugierige Fragen hat sich Gilbert Christensen (49) inzwischen gewöhnt. Vor fast einem Jahr trat der Brandenburger seinen Dienst als Revierpolizist in der Stadt Havelsee an. Er ist Nachfolger von Daiana Sawatzki-Koppe, die in die Pressestelle der Polizeidirektion West gewechselt ist. Wo der Beamte in der blauen Dienstuniform auftaucht, gibt es Schießereien nur im Fernsehen, fehlen Mord und Totschlag in der Straftatenstatistik. Christensens Alltag spielt in keinem Krimi.

Zu seiner Dienstpistole SIG Sauer P 228 musste er noch nicht greifen. Denn im Gegensatz zu den großen Gemeinden im Speckgürtel zu Berlin geht es zwischen Marzahne und Briest beschaulich zu. Der Revierpolizist verwarnt Autofahrer, die vor der Pritzerber Schule nicht den Fuß vom Gas nehmen, fährt in der Spätschicht Streife durch Eigenheimsiedlungen, kümmert sich um Anzeigen gegen Schmierfinken und Diebe. Wenn es hochkommt, um eine Körperverletzung.

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Vor Wohnungseinbrüchen nicht sicher

In der dunklen Jahreszeit gilt Christensens besondere Aufmerksamkeit zu Fuß oder im Golf Kombi der Grundstückssicherung. „Offene Tore, angeklappte Fenster und fehlende Einzäunungen sind Einladungen an Ganoven. Dann kann es kriminell werden“, weiß der Polizeihauptkommissar. Vor Wohnungseinbrüchen ist auch sein Revier mit Pritzerbe, Fohrde, Briest, Hohenferchesar und Marzahne nicht sicher. „Zum Glück ist es derzeit relativ ruhig“, schätzt der Beamte die Lage ein. Fällt ihm etwas auf, sucht der Gesetzeshüter das Gespräch mit den Bürgern. Ist niemand Zuhause, hinterlässt er auf seinen Touren einen Handzettel im Briefkasten.

Ansprechpartner für die Bürger

Im Land Brandenburg gibt es rund 500 Revierpolizisten. Zu den Standorten gehören auch die größeren Orte rund um die Stadt Brandenburg wie Lehnin, Ziesar, Wusterwitz, Jeserig und Pritzerbe. In der DDR waren die Abschnittsbevollmächtigten (ABV) mit einem ähnlichen Aufgabenspektrum eingesetzt.

Mit der Wiedervereinigung begann der Umbau der Polizeistrukturen. Rechtsgrundlage war das DDR-Polizeigesetz vom 13. September 1990 in Verbindung mit dem Einigungsvertrag. Die neuen Polizeipräsidien nahmen im November 1991 ihre Arbeit auf. Die Funktion des ABV gab es da schon nicht mehr.

Revierpolizisten, kurz Repos genannt, sollen intensiven Kontakt zur Bevölkerung halten, Schulwege überwachen und Verkehrsräume sichern. Sie nehmen Anzeigen und Unfälle auf, wirken bei ordnungsrechtlichen Fragen mit, sind Ansprechpartner für Schulen und Kommunen im Rahmen der Kriminalprävention.

Sein Büro hat Christensen unter dem Dach des Pritzerber Rathauses, wo dienstags von 15 bis 17 Uhr Sprechstunden abgehalten werden. Doch für Schreibkram ist der Revierpolizist von heute nicht zwingend an den Schreibtisch gebunden. Anzeigen können per Laptop im Dienstwagen aufgenommen werden. Ohnehin ist Christensen die meiste Zeit in den Ortsteilen unterwegs. Und das nicht nur allein. Sondern zusammen mit Kollegin Sandy Ballerstein, deren Nachbarrevier aus den Dörfern rund um den Beetzsee besteht. „Wir ermitteln gemeinsam, leisten Amtshilfe für andere Behörden und kontrollieren verdächtige Fahrzeuge. Außerdem ersetzen wir uns bei Krankheit oder Urlaub“, so Christensen.

Tipps für mehr Sicherheit

Wenn der Revierpolizist auf der Straße angesprochen oder im Dienstzimmer besucht wird, ist nicht immer eine Anzeige der Grund. Leute klagen über Raser, Lärm oder wollen Tipps für mehr Sicherheit. „Bei Problemen verstehe ich mich deshalb auch als Mediator. Prävention gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines Revierpolizisten “, so Christensen, der mit Havelsee erstmals in seiner 28-jährigen polizeilichen Laufbahn als Revierpolizist Dienst tut.

Der Familienvater erlernte seinen Beruf von der Pike auf, qualifizierte sich für den gehobenen Dienst , war viele Jahre im Wach- und Wechseldienst tätig. In den Wachen Bad Belzig und Brandenburg wurde er als Dienstgruppenleiter und Wachdienstführer eingesetzt. Die neue Aufgabe entsprach seinem Wunsch. Seit Mai 2016 ist Gilbert Christensen dauerhaft als Revierpolizist in Havelsee tätig. „Eine neue Herausforderung, die mir Spaß macht. Inzwischen kennen mich viele Menschen und ich habe mich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut gemacht“, berichtet der Polizeihauptkommissar, den keine Frage besorgter Bürger aus der Ruhe bringt.

Von Frank Bürstenbinder

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