Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Rolandfest im Slawendorf: Ritter, Hofdamen und Narren
Lokales Brandenburg/Havel Rolandfest im Slawendorf: Ritter, Hofdamen und Narren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 26.05.2019
Ins Mittelalter konnten die Besucher am Wochenende wieder im Slawendorf eintauchen. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Für Mittelalterfreunde und alle, die Spaß an Geschichten und Gauklerei, historischem Handwerk, Minnegesang und buntem Treiben haben, ist das Rolandspectaculum in Brandenburg an der Havel ein ganz besonderer Veranstaltungstipp. Am Wochenende trafen sich wieder unzählige Ritter, Hofdamen, Narren und alle die es werden wollen im Slawendorf, um mit einem abwechslungsreichen Programm für Jung und Alt in die Welt des Mittelalters abzutauchen. Bis Sonntagnachmittag locken die Angebote.

Die Brandenburger sind am Wochenende zum Rolandfest ins Slawendorf geströmt. Dort warteten auf die Besucher mittelalterliche Attraktionen vom Kunsthandwerk von einst bis hin zu Tuchaktrobatik.

„Dieses Jahr bieten wir unseren Gästen eine äußerst ansprechende Veranstaltung“, sagt Kathrin Arndt vom Verein „Die Altstädter.“ Dessen Mitglieder organisierten das Rolandfest. „Wir wollen kein Event-Tralala, wir legen Wert auf Authentizität“, so Arndt. Mithilfe guter Logistik, Parkplätzen, Frühstück und Duschen für die Darsteller habe man sich mittlerweile einen guten Ruf erarbeitet, die Akteure seien aufgrund dessen immer gerne bei dem Fest dabei.

Seit 15 Jahren dabei

Etliche Gäste ließen sich an den Ständen der Teilnehmer von der Vorführung mittelalterlicher Handwerkstechniken, vom Schmieden, Eisenschmelzen und zahlreichen anderen Gewerken faszinieren. So präsentierte Heike Schumann beispielsweise ihre Schnitzereien. „Ich bin seit mittlerweile 15 Jahren beim Rolandfest dabei“, sagt die Brandenburgerin. „Früher noch auf Mittelalter-Veranstaltungen in ganz Europa, mittlerweile nur noch in Deutschland.“

Schumann, die im Alltagseben eine Kunstmanufaktur in der Havelstadt führt, fertigte unter anderem Schmuck wie Armreifen und Kämme für die Damen, während sich die männlichen Gäste über ein Trinkhorn als Andenken freuen konnten. „Das sind Hörner vom afrikanischen Watussi-Rind oder aber auch vom sogenannten Langhorn aus Südamerika“, so die Künstlerin. „Natürlich alles mit Lebensmittellack versiegelt und deswegen als Trinkgefäß geeignet.“ Der europäische BSE-Skandal habe die Richtlinien für den Handel mit Rinderhörnern verschärft, der Import von Material von außerhalb Europas mithilfe von Großhändlern sei jedoch kein Problem.

Sänger und Spielleute

Neben den Handwerkern trafen die Besucher beim Schlendern durch das Slawendorf auf Sänger und Spielleute mit Fiedeln, Lauten und Flöten, die gern für freundlichen Applaus ihre Künste darbieten. Außerdem konnten die Gäste selbst tätig werden und beispielsweise beim Ritterexamen mit Armbrustschießen, Hufeisenwerfen und Lanzenstechen gar eine Urkunde mit Ritterschlag erlangen. Und „weil Speis und Trank in dieser Welt doch Leib und Seel‘ zusammenhält“ sorgten viele Händler zudem für das leibliche Wohl der Besucher. Neben der üblichen Bratwurst boten auch ungewöhnliche Köstlichkeiten wie thüringischer Wutzbraten, Hanffladen und Spiralkartoffeln im Teigmantel oder Beerenwein kulinarische Abwechslung.

Wer mit prall gefülltem Bauch noch Lust auf Aufregung verspürte, konnte unter anderem sein Glück beim Mäuseroulette herausfordern. Am Stand von Dorothee und Reinhold Zaglauer konnten große und kleine Gäste auf Mäuse setzen, die eine zuvor ausgewählte Öffnung in einem Miniaturbauernhof aufsuchen mussten. „Wir arbeiten seit über 25 Jahren mit Mäusen“, so die Tierfreundin, die mit ihrem Mann aus Großhennersdorf bei Görlitz zum Fest anreiste. „Ich habe selbst über 130 Mäuse zu Hause, da ist man ständig beschäftigt.“ Seit über 1000 Jahren existiere diese Form des Glücksspiels, ausgedacht von gelangweilten Soldaten, deren Offizieren das Kartenspielen und Würfeln vorbehalten war.

Feuershow und Tuchakrobatik

Höhepunkt am Samstag war das Abendkonzert von „Varius Coloribus experience“ und die Tuchakrobatik sowie die Feuershow mit „Duo Thalamus“. Am Sonntag standen zudem die Familien mit Kindern in einem besonderen Fokus. Denn Kinder konnten sich bei den verschiedensten historischen Mitmachangeboten kostenfrei ausprobieren. „Bisher existierte leider oftmals ein großes Loch am Sonntag was die Zuschauerzahlen anbelangt, das war eine Möglichkeit, dem entgegen zu wirken“, so Arndt. „Ich bin sehr zufrieden.“

Von Tobias Wagner

Die Region profitiert vom „Bau- und Immobilienboom“. 112 Vertreter der Brandenburger Bank haben sich in dieser Woche im Paulikloster versammelt und den Geschäftsbericht für 2018 entgegengenommen. Freude macht die Kita.

27.05.2019

Zwei polizeibekannte Jugendliche haben Samstagabend drei Mietshäuser mit Farbe besprüht. Gegen die beiden Brandenburger ermittelt jetzt die Kripo.

26.05.2019

Eine böse Überraschung hat ein Autobesitzer in Brandenburg am Freitag erlebt. Sein VW Multivan ist verschwunden.

26.05.2019