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Brandenburg/Havel Frauenwoche: Brandenburgerinnen zieren Straßenbahn
Lokales Brandenburg/Havel Frauenwoche: Brandenburgerinnen zieren Straßenbahn
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17:57 19.02.2020
Bei Brandenburgs Gleichstellungsbeauftragter Kornelia Köppe laufen rund um die Frauenwoche die Telefondrähte heiß. Quelle: Antje Preuschoff
Brandenburg/H

Mit einer ganz besonderen Aktion will Brandenburgs Gleichstellungsbeauftragte Kornelia Köppe Bewegung in die diesjährige 30. Frauenwoche bringen. Ab dem 27. Februar wird für etwa zwei Monate eine eigens beklebte Straßenbahn über die Schienen rollen.

Unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ werden auf der Bahn Frauen präsentiert, die das Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Vergangenheit und in der modernen Zeit vorangebracht haben. Gemeinsam mit Historiker und Stadtführer Frank Brekow hat Köppe die Repräsentantinnen aus Brandenburg ausgewählt. Die Antlitze reichen von Petrussa, Witwe des Slawenfürsten Pribislaw, aus dem 12. Jahrhundert, bis hin zu Fini Sturm, U23-Ruderweltmeisterin 2014 und Olympiateilnehmerin 2016.

Die Konterfeis der Frauen werden um damals wie heute aktuelle gleichstellungspolitische Forderungen ergänzt, verrät Kornelia Köppe. Dazu gehören zum Beispiel Gewaltfreiheit, das Recht auf Selbstbestimmung oder die Chancengleichheit.

Die „Frauenwoche“ ist 16 Tage lang

Seit 30 Jahren gibt es die Brandenburgische Frauenwoche. Unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ sollen die Veranstaltungen 2020 zum einen einen Blick auf die Vergangenheit und damit die Entwicklung der Frauenrechte werfen. Zum anderen soll nach vorn geschaut und es sollen Perspektiven für Frauen in der modernen Welt aufgezeigt werden.

Zugleich geht es aber auch darum, dass Frauen sich entspannt austauschen oder einfach einmal zurücklehnen können, meint Kornelia Köppe. Als Gleichstellungsbeauftragte der Havelstadt hat sie die Organisation der Frauenwoche 2008 von ihrer Vorgängerin übernommen.

Mit Unterstützung von Gruppen, Vereinen, Institutionen und Unternehmen umfasst das Programm der „Frauenwoche“ gleich 16 Tage. Beginn ist am 5. März. Der Programmflyer liegt in öffentlichen Einrichtungen aus und kann zudem unter www.stadt-brandenburg.de/frauenwoche/ heruntergeladen werden.

Köppe ist glücklich, dass sie ihr Vorhaben mit Hilfe vieler Sponsoren realisieren konnte. Seit sie vor zwei Jahren bei der Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Karlsruhe eine ähnliche Kampagne gesehen hat, schwirrte ihr die Idee im Kopf herum. Als nun die intensiven Vorbereitungen zur 30. Frauenwoche im September 2019 begannen, „hat mich das nicht mehr losgelassen“, sagt sie.

„So eine Aktion ist nur möglich, wenn man alle diese guten Partner hat, die sich mit dem Projekt verbunden fühlen“, freut sich Köppe. Seit 1991 hat die Frauenwoche auch in der Havelstadt Tradition und ein weites Netz an Partnern gespannt. Vom 5. bis 21. März finden mit deren Unterstützung wieder zahlreiche Vorträge, Workshops und Veranstaltungen statt.

„Wir wollen Mädchen stärken“

Auf die Frage, ob die Frauenwoche noch zeitgemäß ist, sagt Köppe klar „Ja!“. Weil Themen nach wie vor aktuell sind, neue hinzukommen und immer etwas zu tun bleibt, begründet sie. Schlagworte sind Lohnungleichheit, ungleiche Verteilung von Familien- und Sorgearbeit, oder die Unterrepräsentanz von Frauen in Parlamenten und in Führungspositionen. Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit gehören also zu den übergeordneten Begriffen in der Frauenwoche.

In diesem Zusammenhang ist das Thema „Mädchen und Bildung“ stark in den Fokus gerückt. „Wir wollen Mädchen stärken, ihnen Selbstbewusstsein vermitteln“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte dazu. Beim Mutter-Tochter-Tag „Selbst ist die Frau – Mach dich schlau“ am Freitag, 13. März, an der Technischen Hochschule haben die Mädchen die Chance, in einen besonderen Austausch zu geraten.

Während ihre Mütter lernen, Figuren zu löten, werden die Töchter zum Speeddating eingeladen. In jeweils zehn Minuten können sie dabei Frauen aus den unterschiedlichsten Berufen, vielfältige Lebenskonzepte und Karrierewege kennen lernen. Auch Kornelia Köppe wird dabei über ihren Job reden.

Ebenfalls auf die Agenda der Frauenwoche haben es Klimaschutz und Nachhaltigkeit geschafft. Bei einer Podiumsdiskussion am Montag, 16. März, in der Volkshochschule werden Brandenburgerinnen dazu ihre Projekte, Ansätze und Zukunftsvisionen vorstellen.

Gleich zwei Ausstellungen im Programm

Einen Ausflug in die Vergangenheit beinhaltet dagegen die Frauentagsfeier in der großen Halle des Industriemuseums. Unter anderem wird dabei der frühere Hausarbeitstag in den Fokus gerückt. Einblicke in die damalige Rolle der Frauen lassen sich zudem aus der ehemaligen Betriebszeitschrift „Roter Stahl“ gewinnen. Gefeiert wird am Sonntag, 8. März.

Zudem gehören gleich zwei Ausstellungseröffnungen in das vielfältige Programm. „Frauen-Ansichten“ heißt die Schau, die am Donnerstag, 5. März, 17 Uhr im Stadtmuseum eröffnet wird. Die zweite kann ab dem 6. März in der Studiobühne des Brandenburger Theaters begutachtet werden. „Frauensache?!“ zeigt Cartoons und Karikaturen von 20 Zeichnerinnen aus Deutschland.

Austausch der Generationen

Organisatorin Kornelia Köppe freut sich unter anderem deswegen auf die Frauenwoche, weil sie Frauen einen ganz entspannten Austausch untereinander ermögliche. Gerade auch, weil sie gemerkt hat, dass sich in Vereinen, Verbänden oder Unternehmen aktuell ein Generationenwechsel vollzieht. „Die neue Generation ist durchaus bewusst, aber gelassener“, meint Köppe dazu. Dies mit den Erfahrungen früherer Generationen zusammenzubringen, sei spannend.

Bis die Frauenwoche am 5. März startet, wird die Straßenbahn mit „Frauen, die bewegen“ ordentlich die Werbetrommel rühren. Wer Interesse hat, ihre erste Fahrt mitzuerleben, kann am Donnerstag, 27. Februar, 12.30 Uhr, zur Haltestelle am Hauptbahnhof kommen. Oberbürgermeister Steffen Scheller, Kornelia Köppe, die Sponsoren und auch einige der Frauen, die die Bahn zieren, werden den Startschuss für die rollende Ankündigung geben.

Von Antje Preuschoff

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