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Brandenburg/Havel Rotwild im Saal: Tucheim hält den Atem an
Lokales Brandenburg/Havel Rotwild im Saal: Tucheim hält den Atem an
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14:35 03.01.2017
Ein Rothirsch, der König der Wälder, betritt die Bühne. Noch viel mehr davon gibt es am Wochenende in Tucheim zu sehen. Quelle: Thomas Wöhling
Tucheim

Ein Eisvogel lässt sich auf einem Baumstamm nieder, Biber machen Rutschpartien durch die Gräben des Fieners, das Damwild zeigt sich in großen Rudeln, Wölfe schnüren ungeniert an einer besetzten Kanzel vorbei. Mit diesen Momenten werden Menschen belohnt, die sich geduldig und achtsam in Wald und Flur bewegen. Antje (51) und Thomas Wöhling (51)sind wieder da. Nach einer Unterbrechung im vergangenen Jahr wollen die beiden Hobbyfilmer aus Tucheim andere Naturfreunde an ihren Erlebnissen teilhaben lassen.

Mit Trophäenschau

Ihre neuen Filmaufnahmen in HD zeigen die Wöhlings am 7. und 8. Januar jeweils von 10.30 bis 18 Uhr in der Tucheimer Gassttätte „Zum Fiener“. Es ist die elfte Veranstaltung ihrer Art, die jedes Jahr mehr Besucher anzieht.

Ein Durchlauf der Filme, die auf einer drei mal drei Meter großen Leinwand gezeigt werden, dauert etwa dreieinhalb Stunden. Dann werden die Aufnahmen wiederholt.

Bei Kaffee, Kuchen und Wildgerichten gibt es außerdem eine Trophäenschau und Ganztierpräparate zu sehen. Ausgestellt sind zum Beispiel 15 Abwurfstangen eines Rothirsches. Ein Kettensägenkünstler tritt auf. Kinder können mit Naturmaterial basteln.

Was ihnen in den letzten beiden Jahren 2015/16 vor die Kamera lief, flog und kreuchte, zeigen die Wöhlings am kommenden Wochenende in der Tucheimer Gaststätte „Zum Fiener“. „Wir verbrachten viele Tage unserer Freizeit in der Natur. Am Ende haben wir aus unzähligen Ansitzen knapp vier Stunden Filmmaterial zusammengeschnitten, dass auf einer Großleinwand gezeigt wird“, berichtet Thomas Wöhling, der in seinem Heimatort einen Malerbetrieb führt. Wie für seine Frau Antje, Schwimmmeisterin im Genthiner Schwimmbad, sind die oft stundenlangen Aufenthalte im Freien eine willkommene Abwechslung zum beruflichen Alltag.

Antje und Thomas Wöhling. Quelle: Thomas Wöhling

Die Wöhlings pfeifen auf Mallorca, sie brauchen keine Karibik, sehnen sich nicht nach Paris oder London. Viel lieber pirschen sie durch die Uckermark, um das Rotwild bei der Brunft zu beobachten. Ihre neuen Aufnahmen zeigen starke Hirsche, die sich den Naturfilmern zum Teil bis auf 20 Meter näherten. Antje Wöhling spricht von einem „atemberaubenden Erlebnis“, wenn urplötzlich der König der Wälder auf die Bühne tritt. Unvergessen bleibt die Begegnung mit dem scheuen und unsteten Muffelwild, das sich mit zahlreichen Lämmern an den Nordhängen des Harzes einstellte. Wildschafe sind auch in unserer Region heimisch. Aber nur mit viel Glück kann man sie zwischen Vehlen und Dunkelforth beobachten. Im Harz gelangen den Tucheimern auch Aufnahmen von einem Wildkater, der sein Revier markierte.

Ein Eisvogel im Jerichower Land. Quelle: Thomas Wöhling

Immer wieder zieht es die Wöhlings natürlich vor die eigene Haustür. Aus dem Fiener Bruch bringen sie bewegte Bilder der Großtrappen mit. Beeindruckend sind die Szenen aus dem Hohen Fläming, wo das Damwild zu Hause ist. Wolfsbeobachtungen zählen für die Naturfilmer schon fast zum Alltag. Von seinem Ansitz aus hat Thomas Wöhling gleich fünf der Räuber gezählt, die von der Damwildbrunft angelockt wurden. Und dennoch ist den Tucheimern der ihnen oft zugeschriebene Titel Tierfilmer suspekt. „Wir halten einen spektakulären Sonnenaufgang ebenso fest, wie Gräser im Wind, einen Gewitterguss oder flirrende Hitze in der Offenlandschaft. Deshalb sehen wir uns selbst als Naturfilmer“, sagte Antje Wöhling der MAZ.

Ein Mufflonwidder im Harz. Quelle: Thomas Wöhling

Weil die Unterhaltung nicht zu kurz kommen soll, gehört in diesem Jahr ein Besuch im „Tucheimer Märchenwald“ zum Filmprogramm dazu. Es sind Szenen mit Thomas Wöhling als Hauptdarsteller. Als kleiner Junge pflanzt er einen Baum. Er ist ein reifer Mann, als die Axt an den stattlich gewordenen Baum gelegt werden soll. Doch dann tauchen plötzlich allerlei Helden aus Grimms Märchen auf.

Auge in Auge mit einem kapitalen Rothirsch. Quelle: Thomas Wöhling

Was die Wöhlings zum 11. Mal im großen Saal bei Gastwirt Hans-Jürgen Rawolle präsentieren, begann einst im kleinen Rahmen. Inzwischen wurden an zwei Tagen mehrere hundert Besucher gezählt. „Eine Zahl, die wir uns nie vorstellen konnten“, ist sich das Ehepaar einig. Es sind wohl die mit lehrreichen Erklärungen hinterlegten Szenen, die sich nicht irgendwo auf der weiten Welt, sondern zum großen Teil in der Heimat abspielen. Überhaupt möglich machen die Filmaufnahmen aufgeschlossene Waldbesitzer, Jäger und Forstämter, die die beiden Tucheimer als ernsthafte Hobbyfilmer und Naturfreunde schätzen gelernt haben. Sie stellen dem Wild nicht nach, sondern lassen die Tiere des Waldes oft nach stundenlangem Warten auf sich zukommen.

Von Frank Bürstenbinder

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