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Brandenburg/Havel SPD: Hebammen sollen in Brandenburg/Havel studieren
Lokales Brandenburg/Havel SPD: Hebammen sollen in Brandenburg/Havel studieren
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18:18 28.10.2019
Angehende Hebammen gehen bisher auf Fachschulen. Künftig müssen sie Geburtshilfe an einer Universität studieren. Die SPD möchte, dass das Hebammen-Studium an der MHB in Brandenburg/Havel angeboten wird. Quelle: epd
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Brandenburg/H

Künftige Hebammen müssen ein duales Studium absolvieren, von 2022 an haben Hebammenschulen ausgedient. Das sieht das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung so vor.

Die bestehende Ausbildung wird also in ein wissenschaftliches Hebammenstudium mit hohem Praxisanteil überführt und erstreckt sich über sechs bis acht Semester.

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Vor diesem Hintergrund knüpft die städtische SPD-Fraktion an ihre frühere Initiative an mit dem Ziel, das Hebammenstudium an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) zu etablieren. Das halten die Sozialdemokraten für wichtig, auch um dem städtischen Klinikum den Hebammennachwuchs zu sichern.

Chancen für die Stadt und die MHB

Aus diesem Grund fragt die SPD-Stadtverordnete Nicole Näther die Stadtverwaltung, welche Chancen für die MHB am Campus in Brandenburg/Havel bestehen, die akademische Hebammenausbildung dort einzuführen.

Dahinter steht die Befürchtung, dass der Zug abgefahren sein könnte, weil sie womöglich an der Universität Cottbus angesiedelt wird. Dann würde die Stadt bei Hebammenausbildung der Zukunft in die Röhre gucken.

Um sicher zu gehen, fragt Näther bei der Verwaltung nach, welche Festlegungen womöglich bereits getroffen wurden und wo künftige Hebammengenerationen im Land Brandenburg also studieren werden.

Mehrheit lehnte Auftrag an Scheller ab

Im vergangenen Januar hatte die damalige SPD-Fraktion wegen der absehbaren Gesetzesänderung beantragt, dass sich Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) für den Hebammen-Studienstandort Brandenburg/Havel stark machen sollte.

Die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte den SPD-Antrag jedoch ab, dem der Oberbürgermeister „eine inhaltlich falsche Richtung“ bescheinigte. Die Freien Wähler sahen darin sogar einen „reinen Wahlkampfantrag“.

Inzwischen ist die Richtung allerdings klar und muss nur noch über die Universität entschieden werden, an der Hebammen in nächster Zukunft studieren werden.

Hoher Bedarf an Geburtshelferinnen

Der Bedarf an professionellen Geburtshelferinnen in Krankenhäusern ist so groß, dass der unter anderem für die Personalgewinnung zuständige Lutz Pelchen eigens nach Rom reisen wird, um dort für Brandenburg/Havel sehr gut ausgebildete Hebammen zu gewinnen.

Vor diesem Hintergrund fragt die Stadtverordnete Näther auch nach der aktuellen personellen Ausstattung mit Hebammen im Klinikum.

Vor einem knappen Jahr hatte die Verwaltung der SPD-Fraktion auf deren Anfrage in der SVV von sieben Vollzeit- und 15 Teilzeit-Hebammen im städtischen Klinikum berichtet.

Von Jürgen Lauterbach