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Brandenburg/Havel Simon Vaut räumt ein: Es war alles ein großer Fake
Lokales Brandenburg/Havel Simon Vaut räumt ein: Es war alles ein großer Fake
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12:12 31.03.2019
SPD-Kandidat Simon Vaut Quelle: SPD Brandebnburg/dpa
Potsdam

Der Kandidat der Brandenburger SPD für die Europawahl, Simon Vaut, hat sich für sein Täuschungsmanöver entschuldigt und alle Vorwürfe gegen ihn eingeräumt.

„Die Vorwürfe treffen zu. Ich habe nie, anders als ich es angegeben habe, in Brandenburg an der Havel gelebt“, schreibt Vaut auf Facebook. „Ich wohnte und wohne in Berlin. Ich bedauere mein Verhalten zutiefst.“ Er habe sich aus Überzeugung engagiert. „Meine Inszenierungen waren fake. Mein Engagement für Europa und die Sozialdemokratie war und ist hingegen real“, beteuert der 41-Jährige.

Falsche Freundin, falsche Adresse

Vaut war vergangenes Jahr überraschend von einem Parteitag zum Europakandidaten für Brandenburg gewählt worden. Er hatte behauptet, er sei wegen seiner Freundin nach Brandenburg an der Havel gezogen. Vergangenen Dienstag räumte er ein, dass beides nicht stimmt: Seine angebliche Freundin ist nur eine Bekannte, und er hat auch nie in Brandenburg gelebt, sondern dort nur eine Scheinadresse gehabt.

Er habe sich dafür bei Maja Wallstein, gegen die er bei der Nominierung zur Europawahlkandidatur gewonnen hatte, entschuldigt – und bei seiner angeblichen Freundin Doreen. Auch gegenüber der Parteibasis gibt sich Vaut nun reumütig.

„Mir ist bewusst, dass ich viele Menschen sehr enttäuscht habe. Von den persönlichen Verletzungen gar nicht zu reden.“

Vaut: „Straft bitte nicht die SPD ab“

Warum er so gehandelt hat, erklärt Vaut nicht. Dies sei zweitrangig, sagt er. Er verweist auf das Gespräch, das er mit dem Spiegel geführt hat. „Ich weiß nicht, ob ich jemals selbst ganz verstehen werde, warum ich so gehandelt habe“, sagt Vaut. „Aber ich weiß, dass ich es nicht mit den Umständen, nicht mit der Lebenssituation, nicht mit dem Druck relativieren kann. Tausende ehrenamtliche Politikerinnen und Politiker bleiben in einer vergleichbaren Situation ehrlich.“

Vaut tritt weiter zur Wahl an. Wenn er aber ins Europaparlament einziehen sollte, will er sein Mandat nicht antreten: „Ich habe eine rechtlich verbindliche Erklärung an den Bundeswahlleiter unterzeichnet, so dass im Falle eines Wahlerfolges statt mir Maja Wallstein in das Europäische Parlament einziehen wird. Straft bitte nicht die SPD für mein Verhalten ab.

Von Torsten Gellner

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