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Brandenburg/Havel Sagenhaftes über Luther auf der Burg
Lokales Brandenburg/Havel Sagenhaftes über Luther auf der Burg
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14:15 19.11.2017
Frank Grünert als Luther-Experte Dr. Konrad Büchner im Burgsaal von Ziesar.
Frank Grünert als Luther-Experte Dr. Konrad Büchner im Burgsaal von Ziesar. Quelle: Silvia Zimmermann
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Ziesar

„Ihr habt bestimmt schon etwas über Dr. Martin Luther gehört?“ Mit dieser Frage begann am Sonnabendnachmittag in Ziesar Dr. Konrad Büchner, alias Frank Grünert, der bekannte Schnökologe aus dem Fläming eine humorvolle Erzählung über das Leben des „Sagenhaften Dr. Luthers und die Reformation“. In sieben Lektionen vermittelte Büchner das wechselhafte Leben des großen Reformators. So hörten die Anwesenden dass Martin Luther am 10. November 1483 in Eisleben geboren wurde. „Er hatte noch 8 Geschwister und der Vater war streng. Dieser legte Martin oft übers Knie und meinte die Strenge sei notwendig, denn sein Sohn solle es einmal besser haben wie er“, erzählte Büchner in witziger Versform. Als Grundlage für die Geschichten verwendete Dr. Konrad Büchner die Schnökendönschen Manuskripte des Belziger Lehrers Friedrich Füller, einer fiktiven Person.

Frank Grünert als Luthers Widersacher Tetzel. Quelle: Silvia Zimmermann

Ein Teil der Geschichte erzählte Büchner in Schnökendöns, einer Reimsprache im Fläming, die bis ins 17. Jahrhundert gesprochen wurde. Natürlich ließ der in Borne lebende Schauspieler, der auch durch die Rolle des Egon Olsen in dem Stück „Die Olsenbande knackt Bad Belzig“ bekannt wurde, die Anwesenden nicht unwissend dastehen. „Ich habe das alles übersetzt, ich Konrad Büchner“, betonte schelmisch der Darsteller immer wieder. Humorvoll, aber dennoch theologisch und geschichtlich korrekt, wurde der Lebensweg von Luther erzählt. Grünert scheute sich auch nicht die Lektion 3, den Besuch in Rom, im Rapstil, dem schnellen und rhythmischen Sprechgesang vorzutragen.

Zuschauer im Burgsaal. Quelle: Silvia Zimmermann

Auch wurde das Publikum mit in die Handlungen einbezogen. So musste Kurt Weißflor in der Szene die Reise von Eisleben nach Erfurt mittels einer Metallplatte ein starkes Gewitter nachstellen. Oder das Publikum musste den Refrain „Rom. Rom, Rom, du heiliges Rom, wie sehne ich mich nach Dir und den Petersdom“, mitsingen. Dafür gab es viel Applaus von den 60 Besuchern aus Ziesar, Wusterwitz und Lehnin.

Von Silvia Zimmermann

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