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Brandenburg/Havel Mädchen mit Mumm
Lokales Brandenburg/Havel Mädchen mit Mumm
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00:31 23.01.2015
Sahra Lindemann hat keine Haare mehr. Meist geht sie mit ihrem Kopftuch zur Schule, selten mit Perücke. Quelle: V. Maloszyk
Brandenburg an der Havel

Sahra Lindemann leidet an Alopecia Areata. Vor vier Jahren fielen ihr sämtliche Haare aus. Eine Odyssee von Arzt zu Arzt, von Klinik zu Klinik einschließlich der Charité in Berlin, begann. Heilung aber gab es bisher keine.

„Die Chancen stehen bei nur zehn Prozent, dass meine braunen Locken irgendwann wieder nachwachsen.“ Sahra Lindemann trägt stets, geht sie aus dem Haus, eine Baumwoll-Kappe, oder seltener, ihre Kunsthaar-Perücke. Weil die nicht angenehm auf der Haut sei, trage sie die meist nur in den Wintermonaten, um die Kopfhaut besser gegen die Kälte zu schützen, erzählt sie. Wer die Zehntklässlerin der Oberschule Nord sieht, glaubt, eine Jugendliche vor sich zu haben, die gerade eine Chemotherapie durchleidet. Die „starrenden, mitleidigen Blicke“ – Sahra kennt sie gut.

„Ich würde mir so gerne einen Dutt machen, meine Wimpern tuschen, Augenbrauen zupfen lassen, aber es geht nicht“, sagt das junge Mädchen. Sie hat keine Wimpern, die fehlen ihr ebenso wie Augenbrauen. Sie ist in dem Alter, in dem die allermeisten Mädchen nur noch gestylt in die Schule gehen, ohne Lidstrich geht da gar nichts.

Seltene Krankheit

Alopecia Areata ist eine nicht ansteckende Erkrankung mit kreisrundem Haarausfall bis hin zum kompletten Verlust des Haares. Die Krankheit tritt nach Angaben des Vereins Alopecia Areata Deutschland ohne jede Vorwarnung auf. An den totalen Haarverlust leiden 0,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland.
Die Forschung geht von einer Autoimmunkrankheit aus. Der Körper reagiert plötzlich allergisch auf eigene Haare.

Ein mehrwöchiger Aufenthalt im Asklepios- Klinikum war nötig, damit Sahra lernte, mit der Krankheit zu leben. „Hätte ich keine Therapie gemacht, würde ich mich in meinem Zimmer verstecken und nicht mehr herauswagen. Dann hätte ich dieses Selbstbewusstsein nicht bekommen, das ich jetzt habe.“

Sahras Fingernägel sind bunt lackiert, sie treibt viel Sport, joggt, spielt Volleyball, geht regelmäßig schwimmen. Kommt eine ihrer Freundinnen oder ihre Schwester zu Besuch, „müssen sie sofort herhalten, damit ich ihnen Zöpfe flechten kann“.

Jeden ersten Mittwoch im Monat sitzt sie im Jugendhilfeausschuss, verfolgt die Debatten der Lokalpolitiker und der Abgesandten der Stadtverwaltung oft über Stunden. „Ich finde es spannend zu sehen, wie ein politischer Prozess abläuft. Das gefällt mir“, begründet das die Schülerin. Um mitdiskutieren zu können, möchte sie sich 2019 für die CDU als Stadtverordnete aufstellen und wählen lassen. Seit einem Jahr ist sie Mitglied in der Jungen Union. Die Kreisfreiheit Brandenburgs liegt ihr am Herzen, aber auch eine Skaterbahn für Jugendliche.

Ute Taege, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, kennt Sahra seit vorigem Jahr. „Sie ist sehr aktiv und das ist außergewöhnlich. Ich kenne niemanden in dem Alter, der sich so für den politischen Ablauf interessiert.“

Nach der 10. Klasse möchte Sahra auf ein Oberstufenzentrum wechseln und Erzieherin werden. Aufgewachsen ist sie im Stadtteil Nord. Dort lebt sie mit ihren drei Brüdern im Alter von zwei, acht und elf Jahren. Ihre Mutter ist Einzelhandelskauffrau. „Ich unterstütze meine Tochter bei dem, was sie tut“, sagt Corina Lindemann. „Ich stehe voll hinter ihr.“

Von Marion von Imhoff

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