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Brandenburg/Havel Saisonfinale: Brandenburger Funkamateure wollen mit neuer Technik punkten
Lokales Brandenburg/Havel Saisonfinale: Brandenburger Funkamateure wollen mit neuer Technik punkten
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13:18 29.09.2019
Funkamateur Tino Grenz überwindet bei Wettbewerben Entfernungen. Hier testet der Brandenburger Audioeinstellungen, um seinen Gesprächspartner besser zu verstehen. Quelle: privat
Brandenburg/H

Ländergrenzen, Straßensperrungen und Gewässer überwinden Lutz Bär und seine Teampartner per Knopfdruck. Jeder Kilometer bringt den Mitgliedern des Deutschen-Amateur-Radio Clubs (DARC) einen Punkt und davon wollen sie möglichst viele sammeln.

Neue Technik für Wettbewerbe

Das Saisonende naht, zwei Wettbewerbe stehen für die Brandenburger Funkamateure noch auf dem Plan und das Team rüstet für den Endspurt auf, investierte in einen Wohnwagen und Leistungsverstärker. Das neue Exemplar liefert jetzt eine Sendeleistung von maximal 750 Watt auf einer Frequenz von 1296 Megahertz.

So sieht der neue Leistungsverstärker der Brandenburger DARC-Funkamateure aus. Quelle: André Großmann

Signale aus EU-Ländern und Wusterwitz

„Jeder Wettbewerb ist Abenteuer und Herausforderung zugleich“, sagt Lutz Bär. Der 61-Jährige nimmt sein Funkgerät, schaltet es an, richtet eine Yagi-Antenne in Richtung Westen aus und ruft „CQ, CQ, DM3D“, was übersetzt soviel wie „Hallo an alle, hier ist das Team“ bedeutet. Durch das Signal gibt er mitten auf dem Feld in der Lehniner Wohnsiedlung Doberow den Startschuss für die nächste Runde einer deutschlandweiten Clubmeisterschaft, bei der sich Funkamateure messen.

Die Brandenburger DARC-Mitglieder möchten Signale aus Großbritannien empfangen und suchen nach freien Frequenzen. So kann es passieren, dass sie Amateurfunker aus den Niederlanden hören, sich andererseits aber auch Menschen aus Hamburg und Wusterwitz melden.

Michael Zureck, Lutz Bär und Tino Grenz (von links) sind Funkamateure beim Deutschen Amateur Radio Club (DARC) Brandenburg und freuen sich auf ihr Saisonfinale. Vereinsmitglied Sebastian Tripp (rechts sitzend) schaut ihnen zu. Quelle: privat

Entfernung bringt mehr Punkte

Während eine Verbindung von Kloster Lehnin ins Amt Wusterwitz nur um die 35 bis 40 Zähler beschert, bringt eine Kommunikation ins Ausland hunderte Punkte. Die Brandenburger Funkamateure achten dabei stets auf das internationale Buchstabieralphabet. Denn während in der deutschen Variante das A Anton bedeutet, stellt es international den Code Alfa dar. Jedes Land hat seine eigene Funksprache mit individuellen Kennwörtern. „Das ist auch ein Beitrag zur Völkerverständigung“, sagt Bär.

Abspannseile für Funkmasten

Da Naturgewalten die Wettbewerbsleistungen beeinflussen können, werden die Funkamateure kreativ. Sie nutzen Abspannseile, um Funkmasten zu befestigen, sowohl in fünf als auch in zehn Metern Höhe. Vier bis fünf Vereinsmitglieder wechseln sich beim Contest mit dem Funken ab. „Beim Wettbewerb sind wir immer ein bisschen in Lauerstellung und warten ab, was als Nächstes passiert“, sagt Vereinsmitglied Tino Grenz der MAZ. Kurze Nächte gehören für ihn und die anderen Brandenburger dazu, die Faszination am Funken überwiegt.

Platz 2 im Bundesland möglich

Die von Februar bis November andauernde Saison beeinflusst auch die Urlaubsplanung der DARC-Mitglieder. Denn wenn die Amateurfunker verreisen und nicht an Wettbewerben teilnehmen, erhalten sie keine Punkte. Die Brandenburger wollen mehr, belegen aktuell deutschlandweit Platz 14 und im Land Brandenburg den dritten Platz.

„Auf jeden Fall bekommen wir einen Pokal“, kommentiert Tino Grenz. Zwei Wettbewerbe finden in diesem Jahr noch statt, der 38-Jährige freut sich auf den Monat November. Denn dann steht die Morsetelegrafie als Disziplin auf dem Plan, sie entscheidet, wo die Brandenburger Funker am Saisonende landen, Platz 2 ist im Bundesland noch möglich.

Herausforderung Nordkorea

Auch nach der Saison haben die Funker noch Träume von Signalen in andere Länder. „Eine Verbindung nach Nordkorea wäre eine riesige Herausforderung und hätte Seltenheitswert, eben weil dort soviel abgeschirmt ist. Vielleicht gibt es ja später mal die Möglichkeit“, sagt der Brandenburger Tino Grenz. Die DARC-Mitglieder funken auch in Richtung des Mondes, Grenz hofft langfristig auf eine Reflexion an der Internationalen Raumstation ISS.

Der nächste Funkwettbewerb des Brandenburger DARC startet am 5. Oktober um 16 Uhr und endet 24 Stunden später. Infos per E-Mail an dm3ms@darc.de

Von André Großmann

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