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Brandenburg/Havel Schade um Zarah Leander
Lokales Brandenburg/Havel Schade um Zarah Leander
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10:50 21.10.2018
Ute Kotte und Claas Hoffmann vom Buchholzer Theater Maskotte zeigten mit ihren Stück „Liebt mich" eine eigenwillige Zarah-Leander-Beleuchtung zum 28.Brandenburger Figurentheaterfestival. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

„Liebt mich“ - die Inszenierung des Theaters Maskotte, die am Freitagabend im Großen Haus des Brandenburger Theaters gezeigt wurde, kann sich nicht entscheiden: Soll es eine Ehrenrettung für Zarah Leander werden, die im Dritten Reich als bestbezahlte Künstlerin Triumphe feierte? Oder ist eher eine Abrechnung mit dem opportunistischen Star geplant?

Ein gefeierter Star

Es bleibt unklar, wer das Stück geschrieben hat. Die Schauspielerin Ute Kotte gab sich nach der Aufführung als Autorin des Stückes aus. Wer immer es verfasst hat, hat nicht viel Wert gelegt auf historische Genauigkeit. So wird suggeriert, dass Zarah Leander erst von Goebbels zum Star gemacht wurde. Es wird unterschlagen, dass sie bereits in Schweden und Österreich ein gefeierter Star war und dort auch schon Filme gedreht hatte, bevor sie 1936 einen Vertrag mit der Ufa unterschrieb.

Das Plumpsklo als Bühne für Adolf Hitler. Quelle: Rüdiger Böhme

Das Bühnenbild von Christof von Büren könnte auch ein Hinterhof- Miljeu aus der Zille-Ära darstellen. Dominant ist ein hölzernes Plumpsklo mit Herzchen in der Tür. Dessen Bedeutung im Leben der Sängerin wird betont. Es bleibt aber unklar, welche das sein sollte. Das Plumpsklo ist umrahmt von einer Wäscheleine, auf der Devotionalien der Künstlerin, Seidenstrümpfe und anderes, hängen.

Plumpsklo und Wäscheleine

Die Bühne soll zunächst ein Zarah-Leander-Museum darstellen. Auf einem kleinen Teewagen aus Messing finden sich Erinnerungsstücke. So zum Beispiel ein Oma-Hüfthalter, von dem man sich kaum vorstellen kann, dass die Künstlerin ein so hässliches Teil jemals getragen haben soll. Und eine Sammlung von Brillen, vorgeblich aus dem Besitz der stark kurzsichtigen Leander. Ein Trinkglas, angeblich mit dem Lippenabdruck der Diva. Ein Regenschirm, mit dem die Sängerin aufgetreten sein soll mit dem Lied „Ich steh im Regen“.

Die Handlung wirkt konfus. Mal agieren die Schauspieler Ute Kotte und Claas Hoffmann als Ehepaar Ursula und Alfred, die das Zarah-Leander-Museum aufgebaut haben. Dann springt die Handlung in die Vergangenheit und wird mit Puppen fortgesetzt: Goebbels, Hitler und Leander. Teilweise fungiert das Plumpsklo als Bühne für die Puppen (Goebbels und Hitler). Die Zarah-Leander-Puppe agiert auf der Wäscheleine.

Die Schauspieler Ute Kotte und Claas Hoffmann. Quelle: Rüdiger Böhme

Der zweite Weltkrieg wird mit einer affigen Szene dargestellt. Alfred ist im Krieg und Ursula rotiert in der Wohnung vom Sessel zum Plumpsklo und zurück zum konstant leer bleibenden Briefkasten – immer schneller, schneller, schneller – das soll die vergehende Zeit symbolisieren. Sie hängt ein Bild von Hitler auf, schreibt ihm Liebesbriefe.

Bei Hitler denunziert

Als ihr Mann verwundet aus dem Krieg zurück kommt und an den Endsieg nicht mehr glauben kann, denunziert sie ihn bei Hitler. Beide Eheleute kommen ins „Konzertlager“. Ein Begriff, der damals zwar benutzt wurde, aber im Stück schrecklich deplatziert wirkt. Ein Bombenangriff wird simuliert, eingehüllt in eine dicke Wolke von Bühnennebel. Das Plumpsklo bricht zusammen.Das Stück ist schlecht gespielt und bietet billigen Klamauk. Statt wie im Programm angekündigt „schwarz-humorig“ muss es eher als „braun-humorig“ bezeichnet werden. Auch ein Hitlergruß wurde gezeigt. Das einzig Positive waren einige Originalaufnahmen von Zarah Leander, die jedoch nicht ausgespielt wurden. Schade um die Zeit.

Von Ann Brünink

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