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Brandenburg/Havel Scharfer Besuch aus der Luft
Lokales Brandenburg/Havel Scharfer Besuch aus der Luft
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02:15 30.01.2017
Platzkommandant Eugen Poch (l.) und Loburgs Bürgermeister Bernd Wünschmann (m.) beim Neujahrsempfang.
Platzkommandant Eugen Poch (l.) und Loburgs Bürgermeister Bernd Wünschmann (m.) beim Neujahrsempfang. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Altengrabow

Übungen im taktischen Verbund könnte es in Zukunft vier Mal im Jahr geben. Davon geht Platzkommandant Eugen Poch wegen der Nachfrage aus verschiedenen Einheiten aus. Im taktischen Verbund trainieren verschiedene Waffengattungen am Boden und in der Luft den Einsatzfall. So wie erstmals im Spätsommer 2016. Damals traten neben einem Artillerielehrbataillon Kampfhubschrauber, Fallschirmjäger und erstmals seit dem Abzug der Russen Tornados mit scharfer Bewaffnung zu einer gemeinsamen Übung an.

„Diese Entwicklung zeigt, dass Altengrabow wieder ein vollwertiger Truppenübungsplatz ist“, sagte der Oberstleutnant beim Neujahrsempfang am Donnerstag. Poch stellte klar, dass aus dem Übungsplatz kein Luft-Boden-Schießplatz werden soll. Solche Befürchtungen waren im vergangenen Jahr von Kritikern des intensivierten Übungsbetriebes laut geworden.

Beim Neujahrsempfang in Altengrabow sind zahlreiche Vertreter von Behörden, Kommunen und anderer Bundeswehrdienststellen vertreten. Quelle: Frank Bürstenbinder

Seine erste Herausforderung im neuen Jahr hat das über 120 Jahre alte Militärareal zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt bereits bestanden. Truppenteile der 43. Niederländischen Mechanisierten Brigade haben zusammen mit Soldaten aus Canada, den USA und Deutschland auf dem Weg zu einer Großübung in Polen Altengrabow als Raststation benutzt – nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit. Auch die erste Übung im taktischen Verbund im neuen Jahr liegt schon hinter der Bundeswehr.„Von Lärm haben wir so gut wie nichts mitbekommen“, meinte Loburgs Bürgermeister Bernd Wünschmann, dessen Gemeinde sich westlich der Platzgrenze befindet. Von Brandenburger Seite vertrat die Buckautaler Gemeindevertreterin Ina Menge aus Dretzen beim Neujahrsempfang die Öffentlichkeit. Sie hatte ihren Mann Uwe dabei, den als Chef der Agrargenossenschaft Schopsdorf ganz andere Sorgen plagen. Wölfe des auf dem Altengrabower Übungsplatzes lebenden Rudels haben sich bereits mehrfach an Kälber seiner Mutterkuhherde vergriffen. Der Schaden geht in die Tausende. Zwar können Soldaten nichts am strengen Schutzstatus des Räubers ändern, doch Menge hofft auf Kooperation des Wolfsbeauftragten Klaus Puffer beim Auffinden von Rinderkadavern. Nur wenn die Agrargenossenschaft Beweise für Wolfsangriffe liefert, kann der Betrieb mit Entschädigungen rechnen.

Platzkommandant Poch und Loburgs Bürgermeister Wünschmann veranstalten den Neujahrsempfang traditionell gemeinsam. Zu zwei Drittel befindet sich das Übungsgelände auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt. Der Rest entfällt auf Brandenburger Territorium mit mittelmärkischen Anrainergemeinden. Quelle: Frank Bürstenbinder

Auf dem Übungsgelände selbst hält die rege Bautätigkeit im neuen Jahr an. Nach dem Auszug der zeitweilig untergebrachten Flüchtlinge werden zwei Unterkunftsgebäude wieder für die übende Truppe hergerichtet. Im Herbst soll die volle Verfügbarkeit von 550 Plätzen wieder gegeben sein. Begonnen wird 2017 mit dem Bau der neuen Feuerwache, für die der Bund rund sechs Millionen Euro ausgibt. Weitere etwa vier Millionen Euro werden in die Kampfmittelberäumung gesteckt. Abgeschlossen sind die Arbeiten an der neuen Einfahrt samt Wachgebäude. Der Sprengplatz hat einen Beobachtungsbunker erhalten. Für den Bahntransport von Panzern und anderen Fahrzeugen steht eine neue Kopframpe zur Verfügung. Neu entstanden ist eine Instandhaltungshalle und eine Betankungsanlage. Auch die Schießbahnen werden schrittweise modernisiert. Beendet ist Rekultivierung von Müllkippen im Außenbereich Rosenkrug durch die Bundesforst.

Von Frank Bürstenbinder

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