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Brandenburg/Havel Schlaflos in Brandenburg/Havel: 24 Stunden Alarm um den kleinen Matthis
Lokales Brandenburg/Havel

Schlaflos in Brandenburg/Havel: 24 Stunden Alarm um den kleinen Matthis

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09:06 28.11.2020
Anika und Torsten Rippler sind sehr liebevolle Eltern, die alles tun für ihre Kleinen. Matthis ist leider sehr krank, er liebt Micky Maus und Bauklötze. Paulina und Emma heißen seine aufgeweckten Schwestern. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Dass junge Mütter selten bis nie eine Nacht durchschlafen können, diese Belastung mag nicht ungewöhnlich sein. Doch Anika Rippler (29) aus Brandenburg an der Havel findet seit einem Jahr keinen richtigen Schlaf. Die Sorge um Matthis hält sie wach.

Die Mutter nennt das Problem der MAZ-Sterntalerfamilie beim Namen: „Jeder Asthmaanfall unseres Kindes könnte der letzte sein.“

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Seit der süße blonde Junge vor einem Jahr geboren wurde, lebt die in Hohenstücken lebende Familie mit drei ständigen Begleitern: Sorge, Angst und Alarmstufe Rot. Mithilfe der alljährlichen Sterntaler-Spendensammlung können die MAZ-Leser das Pendel zu Weihnachten einmal in die schöne Richtung ausschlagen lassen.

Kleines Herz schlägt schwach

Noch ehe Matthis auf die Welt kam, meldeten sich diese drei Begleiter schon an. Fünf Tage bevor das Frühchen mit Kaiserschnitt geholt wurde, waren die Herztöne so schwach, dass sie nicht mehr messbar waren. Immerhin, das kleine Herz schlug.

Als die mit Wehenhemmern versorgte Mutter plötzlich nicht mehr ausreichend versorgt war und in Lebensgefahr schwebte, holten die Geburtshelfer den kleinen Kerl. Eine natürliche Geburt war wegen der komplizierten Lage nicht möglich, er wäre nicht rausgekommen.

Das im Dezember 2019 geborene Kind wurde mit einem Herzfehler geboren, einem Loch in der Scheidewand zwischen linker und rechter Herzkammer.

Monitorüberwachung rund um die Uhr

Die Herzfrequenz mal viel zu niedrig, mal viel zu hoch, die Sauerstoffsättigung mangelhaft. Außerdem hatte der kleine Matthis Atemaussetzer. Am sechsten Lebenstag erhielt der Junge ein Herzmedikament, das er aber nicht vertrug.

Torsten Rippler (50), seine Frau Anika und die beiden Schwestern Emma (6) und Paulina (3) durften den jüngsten Nachwuchs zwar irgendwann zu sich nach Hause holen. Doch damit ist längst nicht alles gut.

Das Kind und seine Sauerstoffsättigung werden rund um die Uhr überwacht, ein Monitor zeigt an, ob alles in Ordnung ist. „Allein im Dezember mussten wir zwölf Mal in die Rettungsstelle fahren“, erzählt Anika Rippler, die sich die ständige Belastung auch wegen ihrer Töchter möglichst nicht anmerken lässt.

Mit Blaulicht in die Klinik

Der Stress ist das ganze Jahr über geblieben. Die Lunge des Kleinen arbeitet nicht richtig. Er hat Lungenentzündungen und Bronchitis bekommen. Anika Rippler: „Mein Mann und ich leben in ständiger Angst. Einmal hatte Matthis eine Herzfrequenz von 330 und wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren.“

Die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation kann längst nicht mehr arbeiten gehen, denn auch die Zweitjüngste, Paulina (3), kam nicht gesund zur Welt, lag nach ihrer Geburt zwölf Tage lang auf der Intensivstation. Trotz ihrer Herzklappeninsuffizienz ist der Gesundheitszustand des Mädchens inzwischen immerhin stabil.

So kommt Ihre Sterntaler-Spende an

Die MAZ sammelt mit der großzügigen Unterstützung von Leserinnen und Lesern seit mehr als zwanzig Jahren Sterntaler-Spendengeld, um damit Wünsche zu erfüllen, manchmal auch um ein bisschen Licht ins plötzliche Dunkel zu bringen.

Spenden für die MAZ-Sterntaler können Sie auf das folgende Konto des DRK-Kreisverbandes Brandenburg an der Havel. Es wird geführt bei der Brandenburger Bank unter der IBAN- Nummer: DE 77 1606 2073 0100 0707 00.

Bitte geben sie als Spendenzweck „MAZ-Sterntaler“ an und nennen Sie Namen und Adresse, sodass das DRK Ihnen eine Spendenquittung ausstellen kann.

Bis zu einem Betrag von 200 Euro benötigen Sie keine Spendenquittung. Dem Finanzamt reicht dafür in der Steuererklärung Ihr entsprechender Kontoauszug.

Als Beschäftigter einer Zeitarbeitsfirma sorgt Torsten Rippler für das Einkommen der Familie. Das ist allerdings keineswegs üppig, zumal er mit seiner schweren Rheumakrankheit nicht Vollzeit arbeiten kann und außerdem seine Frau nach Kräften entlasten will.

Die erste Geige

Zum Glück haben Ripplers ihre tolle Familie in der Nachbarschaft. Eltern und Schwester helfen, wo sie nur können. Das beruhigt die junge Mutter, doch entspannen kann sie schwer. „Ich kann einfach nicht abschalten“, gesteht Anika Rippler.

Als mit ihrer Schwester einmal essen im Kartoffelkäfer war und die Großeltern auf die Kinder aufpassten, gelang es der besorgten Mutter nicht, ihr Handy aus der Hand zu legen und Nachrichten einzutippen. Bis die Schwester protestierte mit den Worten: „Hör endlich auf zu schreiben und entspann dich!“

Doch Ruhe findet die Brandenburgerin nicht. „Die Kinder spielen nun mal die erste Geige“, sagt Anika Rippler. Sie freut sich, dass ihre Älteste gern zur Schule geht und eine „supernette Klassenlehrerin“ hat.

Im Kinderzimmer von Emma und Paulina wohnen auch ein paar Puppen. Aber für eine Puppenschwester ist noch Platz. Quelle: Rüdiger Böhme

Um Sterntalerwünsche zu äußern ist die sechs Jahre alt Emma allerdings zu schüchtern. Von ihrem Vater ist zu erfahren, dass sie sich über ein Nintendo kindgerechten Spielen, einen Schminkkasten und ein passendes Fahrrad bestimmt freuen würde, und auch über Familienausflüge in die Rappelkiste und ins Marienbad. Eine große Hilfe wäre ein Tablet mit der App ihrer Schule.

Mickymaus ist sein ein und alles

Die halb so alte Paulina ist bestimmt mit einer Babyborn-Sister glücklich zu machen, sofern sie lange blonde Haare hat, was bei einer solchen Puppe durchaus vorkommen soll. Auch Bilderbücher stehen hoch im Kurs.

Beim kleinen Matthis sind dafür jeder Bauklotz und jede Mickymaus gut aufgehoben. Die geliebte Mickymaus in jeder erdenklichen Form, sei es als Plüschtier, als Bild oder als Bilderbuchheld.

Glücksmomente

Wenn die drei Kleinen die erste Geige spielen, bleibt für die Eltern immerhin die zweite. Auch ihnen, können die MAZ-Leserinnen und Leser mit ihren Sterntaler-Spenden am Ende eines sehr schwierigen Jahres zu Weihnachten ein paar Glücksmomente schenken.

Vielleicht kann es nach dem letzten freien Abend vor einem Jahr einmal wieder eine Wiederholung geben. Nach der Corona-Krise eventuell in einem schönen Restaurant. Wenn es Matthis dann gut geht und die drei unsympathischen Begleiter der Familie sich endlich einmal zurückhalten.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Ihren Beitrag zur Sterntaleraktion in dieser Vorweihnachtszeit leisten möchten, nutzen Sie bitte das vom DRK-Kreisverband Brandenburg an der Havel geführte MAZ-Sterntaler-Spendenkonto bei der Brandenburger Bank. Die Kontonummer lautet IBAN DE77 1606 2073 0100 0707 00.

Von Jürgen Lauterbach