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Brandenburg/Havel Schnelles Internet: Bis September sind 18 von 22 Schulen in der Stadt angeschlossen
Lokales Brandenburg/Havel Schnelles Internet: Bis September sind 18 von 22 Schulen in der Stadt angeschlossen
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12:04 27.07.2019
Jetzt soll es fixer gehen: Brandenburgs Schulen sind bereits mehrheitlich über LWL ans Rechenzentrum der Stadt angeschlossen. Dadurch soll sich die Leitung erheblich erhöhen. Quelle: MAZ-Archiv/Christel Köster
Brandenburg/H

Wenn Anfang August die 7500 Schüler der Stadt Brandenburg aus den Ferien zurück sind, werden viele junge Menschen ihren Augen nicht trauen. Plötzlich hat das schnelle Internet Einzug gehalten. Wie Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) mitteilt, sind jetzt bereits 15 von 22 kommunalen Brandenburger Schulen über Lichtwellenleiter (LWL) ans schnelle Internet angeschlossen. Die Klingenberg-Schule, die Curie-Schule und die Magnus-Hoffmann-Schule würden gegenwärtig angeschlossen. Mit der Grimm-Grundschule, der Luckenberger Schule, dem OSZ Reichstein und die Kranken-Schule in der Seafkowallee würde bis 2020 das Projekt abgeschlossen.

Über zwei Drittel sind geschafft

Mit Ausnahme der vier Schulen, die 2020 angeschlossen werden, wird bis zum September 2019 in allen Schulen ein sogenannter LWL-Switch installiert. Damit wird – vereinfacht – die über das Glasfaserkabel zur Verfügung gestellte Bandbreite mit der bestehenden Technik verbunden. Die kann sich dann sehen lassen: Alle Schulen sind mit 10 Gbit/s in einer Ringstruktur mit dem städtischen Rechenzentrum verbunden.

Der zentrale Internetzugang beträgt bei den angeschlossenen Schulen wie beispielsweise den Gymnasien Saldern und Brecht oder der BOS Kirchmöser derzeit 400 Mbit/s. Das werde sich aber kurzfristig auf 800 Mbit/s erhöhen lassen, sagt Scheller. Das bedeutet, bei 800 MBits lassen sich 100 Megabyte an Daten pro Sekunde befördern.

Schulcomputer werden zentral gesteuert

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Bereitstellung eines zentral gemanagten Internetzuganges für alle wird vor Ort in den Schulen eine separate Server- und Backuptechnik unnötig machen. So können alle Computer und mobilen Endgeräte von einer Stelle aus gewartet und mit neuer Software versehen werden, lobte Scheller den Ansatz seinen Netzwerkspezialisten Gerd Walter.

Einen ähnlichen Weg verfolgt auch Cottbus. Deren Rechenzentrum bietet Leistungen auch Schulen und Gemeinden im Umland an. Das gestalte sich vor Ort schwierig, weil bisher die Bandbreite beispielsweise nach Pritzerbe oder Wusterwitz fehle, so Scheller.

WLAN-Netz soll in einem Jahr stehen

Bisher ist das schnelle Internet allerdings nur über das Kabel in den Schulen nutzbar. Bis zum Schuljahresbeginn 2020/21 hofft der OB, dass man schnelles WLAN an allen Schulen aufbauen könne. Geld dafür soll aus dem Digitalpakt fließen. Von den zugesagten 2,9 Millionen Euro würde man dafür bis zu 800 000 Euro benötigen. Dafür werde jetzt ein Förderantrag erarbeitet und eingereicht, der mit den Schulen abzustimmen sei.

Während der Anschluss der Schulen vor dem Abschluss steht, gärt hinter den Kulissen noch der Streit zwischen Stadtverwaltung, Stadtwerken und dem lokalen Kabelnetzbetreiber RFT. Das Familienunternehmen, das inzwischen Stefan Tiemann allein führt, hat, wie berichtet, vor dem Landgericht Potsdam eine Klage mit dem Ziel eingereicht, die Anbindung der Schulen mittels schneller Glasfaserleitungen ans zentrale Rechenzentrum am Nicolaiplatz zu stoppen. Die Anbindung der Schulen erfolgt über die Stadtwerke Brandenburg, die ihre Leitungen an die Stadt vermieten und dafür bis 2031 eine Miete von 3450 Euro im Monat berechnen.

Streit gärt weiter

Das seien „absolute Dumpingpreise“ behauptet der RFT-Anwalt Harald Schleicher schon im Vorjahr in einem Schreiben an die Kommunalaufsicht und beklagte erfolglos, dass der Auftrag nur national ausgeschrieben wurde. Anders als die Stadtwerke, die auf ihr bestehendes Netz verwiesen, bezifferte die RFT den „zu amortisierenden Kostenaufwand“ auf etwa 6,5 Millionen Euro ohne den „üblichen Gewinnaufschlag“.

Die in der noch immer anhängigen Klage gegen die Stadtwerke-Geschäftsführung formulierten Vorwürfe sind gravierend und treffen auch die Stadtspitze: Verstöße gegen das europäische Vergaberecht, die Weitergabe von Insiderinformationen, unlauterer Wettbewerb, manipulierte Ausschreibungen, der Verdacht der Untreue und „kollusive Absprache zwischen der Stadtverwaltung und den Stadtwerken“. Sowohl Scheller als auch die Stadtwerke wiesen jeden dieser Vorwürfe gegenüber der MAZ als falsch zurück.

Von Benno Rougk

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