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Brandenburg/Havel Schüler tritt Achtjährige krankenhausreif
Lokales Brandenburg/Havel Schüler tritt Achtjährige krankenhausreif
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17:25 29.11.2013
Gewalt an Schulen scheint zuzunehmen. Quelle: dpa
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Pritzerbe

Für Schulleiterin Petra Walther steht fest: "Für solch ein Verhalten gibt es keine Entschuldigung."

Es begann mit einer Beschimpfung und anschließenden Rauferei unter zwei Jungen auf dem Schulhof. Ein dritter Junge ging dazwischen, wollte seinen bereits zu Boden gegangenen Freund vor dem offensichtlichen Anstifter des Streits schützen. Da stürzte Schulsozialarbeiterin Katrin Otto aus ihrem Büro und holte die Grundschüler unter Ermahnungen auseinander. Das auf der Erde liegende Kind hatte sich wohl eine Beule zugezogen und klagte über Kopfschmerzen. Ein Unfallprotokoll wurde aufgenommen.

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Nur wenige Minuten nach dem Vorfall meldete sich die achtjährige Tochter der Schulsozialarbeiterin bei ihrer Mutter und berichtete unter Schmerzen von einem Angriff des tatverdächtigen Jungen. Er habe ihr gezielt in den Unterleib getreten, berichtete die Achtjährige. Noch am selben Tag musste das Mädchen aus der 3.Klasse das Brandenburger Klinikum aufsuchen. Dort erfolgte anschließend für zwei Nächte die stationäre Aufnahme. Bis gestern war Katrin Otto mit ihrer Tochter krankgeschrieben. Die Schulsozialarbeiterin geht von einem Racheakt des Schülers aus, weil sie die Rauferei auf dem Schulhof beendet hat. Dafür habe ihre Tochter leiden müssen.

Katrin Otto erstattete Anzeige. "Ich habe die Reißleine gezogen. So kann das nicht weiter gehen", sagte sie am Freitag der MAZ. Grund: Der Junge war angeblich nicht zum ersten Mal verhaltensauffällig. Andere Kinder hätten Angst vor diesem Mitschüler. Seit Jahren würde das so gehen. Schulleiterin Petra Walther ist einigermaßen ratlos: "Wir machen Streitschlichterprogramme. Mir ist unklar, warum wir offensichtlich nicht alle Kinder erreichen." Sie hat sich inzwischen mit einer "letzten Verwarnung" an die Eltern des Jungen gewandt. In einem Brief kündigte sie an, den Viertklässler aus dem Unterricht nehmen zu müssen, sollte sich solch ein Vorfall wiederholen.

Von Frank Bürstenbinder

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