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Brandenburg/Havel Senioren trainieren spielerisch ihr Gedächtnis
Lokales Brandenburg/Havel Senioren trainieren spielerisch ihr Gedächtnis
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13:35 26.06.2019
Katja Orlowski (rechts) und Gina-Maria Gräfe (links) stellen der Seniorengruppe das Bewegungsspiel vor. Bei dem Spiel müssen durch Bewegung auf einer Kraftmessplatte Fotos freigelegt werden. Quelle: THB/Parsch
Brandenburg/H

Ein kombiniertes Gleichgewichts- und Gedächtnistraining bietet ein aktuelles Projekt der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) auf dem Gebiet der Medizininformatik. Das kombinierte Training soll Senioren helfen, länger selbstständig zu bleiben, das Sturzrisiko zu verringern und die Gedächtnisleistung zu erhalten.

Die Medizininformatik-Professoren Eberhard Beck und Thomas Schrader leiten das Projekt. Eine Forschergruppe um Katja Orlowski hat in diesem Rahmen ein selbst entworfenes Bewegungsspiel mit Bewohnern der Senioreneinrichtung Geschwister Pape in Brandenburg/Havel getestet.

Bei diesem Spiel verlagern die Teilnehmer auf einer Kraftmessplatte ihren Körperschwerpunkt und steuern so Geschehnisse auf einem Bildschirm, berichtet die THB. Hochschulsprecher Stefan Parsch erklärt, was passiert.

Eine Art Memory

Ein älterer Herr aus einer Seniorengruppe mit beginnender Demenz steht auf einer schwarzen Platte, auf der die Umrisse von Füßen aufgeklebt sind. Wenn er seinen Körper etwas nach rechts verlagert, erscheinen rötliche Blasen, nach vorne bläuliche, nach hinten grüne.

Auf diese Weise lernen er und die anderen Teilnehmer das Prinzip des Bewegungsspiels kennen. Kurz darauf darf eine Bewohnerin das neue Spiel, eine Art Memory, testen: Auf dem Bildschirm zu sehen sind gleichfarbige Plättchen, die durch Gewichtsverlagerung umgedreht werden. Nach und nach erscheint ein Bildmotiv, das die Teilnehmenden früher oder später erkennen.

„Das Spiel kann für einzelne Personen individualisiert werden“, erklärt Katja Orlowski. „So können wir Bilder aus dem Familienalbum oder aus der Heimatstadt einbinden.“

Katja Orlowski (hinten rechts) und Gina-Maria Gräfe (hinten links) stellen der Seniorengruppe das Bewegungsspiel vor. Quelle: THB/Parsch

Die regelmäßige Gewichtsverlagerung soll dazu führen, dass die Teilnehmer sich sicherer bewegen und besser abfangen können, wenn sie zu fallen drohen. Auch Musik wird eingebunden, individuell angepasst.

Wenn die Senioren sich zu wenig bewegen, wird die Musik zunächst leiser und ist schließlich gar nicht mehr zu hören. Dies ist ein weiterer Anreiz für die Teilnehmer sich zu bewegen.

Das Projekt zur Entwicklung von Gleichgewichtstrainings geht auf eine Initiative der THB gemeinsam mit der HNO-Klinik des Städtischen Klinikums Brandenburg unter der Leitung von Chefärztin Birgit Didczuneit-Sandhop zurück.

Viele Kooperationspartner

Weitere Projektpartner sind das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) unter Leitung von Christine Holmberg, die Sozial- und Präventivmedizin der Universität Potsdam geleitet von Michael Rapp und die Sportwissenschaft der Universität Magdeburg vertreten durch Kerstin Witte.

Auch mit dem Seniorenbeirat der Stadt Brandenburg/Havel hat es erste Gespräche sowie Vorstellungs- und Diskussionsrunden gegeben. Ziel ist es, die künftigen Nutzer in die Entwicklung einzubinden und deren Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen für eine Langzeitmotivation zu berücksichtigen.

Das geschilderte Bewegungsspiel ist eines von dreien, die mit Bewohnern der Senioreneinrichtung getestet worden sind. Es wird im Rahmen eines Praktikums und der Bachelorarbeit der Studentin Gina-Maria Gräfe mit Anne Biermann vom Bachelorstudiengang Medizininformatik entwickelt und evaluiert.

Pilotphase

Außerdem gibt es bereits zwei Spiele: Zum einen den „Waldspaziergang“ in Form einer virtuellen Welt, in der ein Avatar bewegt wird, um im Wald zum Beispiele Angehörige oder Objekte zu finden. Zum anderen „Balance Ball“. Das ist ein Spiel, bei dem ein Spieler eine Kugel auf einem Spielfeld durch Verlagerung des Körperschwerpunkts bewegt, um so Objekte wegzustoßen.

Ziel ist es, die drei Stufen mit verschiedenen Objekten und Anordnungen auf dem Spielfeld so schnell wie möglich zu absolvieren. Das Projekt der Entwicklung von Spielen für Senioren, die über die Verlagerung des Körperschwerpunkts gesteuert werden, befindet sich derzeit in der Pilotphase.

Von MAZ

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