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Brandenburg/Havel Preise für Ehrenamtliche: Die guten Seelen von nebenan
Lokales Brandenburg/Havel Preise für Ehrenamtliche: Die guten Seelen von nebenan
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14:32 03.12.2019
Für elf Engagierte gab es Ehrenurkunden und Ehrenpräsente. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

„Jede Demokratie ist darauf angewiesen, dass Bürger Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen.“ Walter Paaschen (CDU), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung von Brandenburg an der Havel, leitete am Montagabend die traditionelle Festveranstaltung zum Weltbehindertentag und zum Tag des Ehrenamtes ein. Dabei wurden im Theater wieder die Ehrenurkunden sowie diesmal erstmals auch die Ehrenmedaillen an engagierte Bürger übergeben.

Gelebte Demokratie

„Sie als ehrenamtlich Tätige beweisen Solidarität und Gemeinsinn und führen damit ein Stück gelebte Demokratie vor Augen“, machte Paaschen klar. „Ihr Einsatz erst erfüllt Brandenburg an der Havel mit Leben und macht aus unserer Stadt eine lebens- und liebenswerte Gemeinschaft.“

Bei der Festveranstaltung zum Tag des Ehrenamtes und Weltbehindertentag wurden am Montagabend erneut Menschen ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich für die Gemeinschaft engagieren.

Auf wie viele unterschiedliche Arten das möglich ist, zeigten die vielfältigen Aufgaben der Geehrten. In drei Kategorien aufgeteilt, bat Moderatorin Heike Faust sie auf die Bühne. Im Bereich „Kultur und Natur“ konnten Stefan Dalitz, Vorsitzender des Förderkreises der Musikschule „Vicco von Bülow“, Walter Illner vom Vorstand des Kleingartenvereins „Glück im Winkel“ sowie Winfried Kohls, Biologe im Naturschutzzentrum Krugpark, Urkunden entgegen nehmen.

Ehrenamtliche bauen Brücken

In der zweiten Kategorie „Brücken bauen“ beeindruckte die Ehrenamtliche Ingeborg Beckmann die Anwesenden. Die 90-jährige setzt sich schon seit vielen Jahren beim Bund der Vertriebenen ein, wo sie unter anderem Veranstaltungen und Treffen organisiert: „Das Zusammensein mit Menschen ist meine große Liebe“.

Die 90-jährige Ingeborg Beckmann begeisterte mit ihrem Engagement nicht nur den Ehrenamtlichen Erhardt Gottschalk. Quelle: JACQUELINE STEINER

Bescheiden bedankte sich Beckmann für die Ehrung, sagte dazu: „Ich muss nicht ausgezeichnet werde, ich mache das für mich. Die Freude, die ich anderen bereite, fällt auf mich zurück.“ Sie genieße die Treffen mit russischen und polnischen Gruppen. Mit ihrer Aussage: „Mit denen kann man so schön feiern. In Polen schmeckt der Wodka besonders gut“, brachte Beckmann zusätzlich Stimmung in die Veranstaltung.

Erhardt Gottschalk, unter anderem Mitbegründer des Friedensarbeitskreises und des Neuen Forums, Mitglied der Bürgerinitiative Packhofgebiet sowie ehrenamtlicher Stadtführer, erläuterte ebenfalls seine Motivation für so viel Engagement. „Die Zukunft liegt mir am Herzen. Ich will für meine Kinder und Enkelkinder eine lebenswerte Welt und Umwelt haben“, sagte er.

Weitere Brückenbauer sind Kathrin Rex, die Menschen mit schwerer geistiger Beeinträchtigung ihre Zeit schenkt und ihnen zum Beispiel vorliest, sowie André Sandner, der beim Verein Humanitas wirkt. Dort betreut er Sträflinge und hilft Entlassenen einen Weg zurück ins normale Leben zu finden.

Bewegende Leidenschaft

In der dritten Kategorie mit dem Titel „Bewegende Leidenschaft und heiße Typen“ nahmen Lars Beilfuß, Klaus Schönhoff, Michael Domke sowie André Kitzmann ihre Ehrenurkunden in Empfang.

Beilfuß und Schönhoff vom Vorstand des Ruder-Clubs-Havel Brandenburg wurden für die Organisation des 54. Wanderrudertreffens des Deutschen Ruderverbandes ausgezeichnet. Michael Domke nahm die Urkunde als „gute Seele“ beim Rugby der SG Stahl entgegen. Jahrzehntelang hat er sich dort als Leiter engagiert und ist noch heute fast jeden Tag auf dem Sportplatz zu entdecken. Der letzte im Bunde, André Kitzmann, ist seit 2007 Jugendwart bei der Freiwilligen Feuerwehr Brandenburg. Er leistet dort einen großen Beitrag im Rahmen der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Die Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann (CDU), Walter Paaschen sowie die Havelkönigin übergaben die Ehrenurkunden und -präsente an die zehn Engagierten. Im Anschluss dann wurden erstmals noch die Ehrenmedaillen, zweithöchste Auszeichnung der Stadt, verliehen.

Kunst und Karneval

Künstlerin Ana Finta nahm die Ehrenmedaille von Walter Paaschen, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, entgegen. Quelle: JACQUELINE STEINER

Zu den Trägern gehört Ana Finta, die ihr Leben der Kunst verschrieben hat. Die gebürtige Rumänin fand in Brandenburg ihr neue Heimat. Seit dieser Zeit ist sie prägend für die Stiftung Wredow’sche Zeichenschule und hat über 1000 Menschen in der Malerei und bildenden Kunst unterrichtet, heißt es in der Begründung. Auch ihr Bedürfnis, die Schüler darüber hinaus als Mentorin zu begleiten, führte zur Vergabe der Medaille. „Das bestätigt mir, dass ich angekommen bin“, bedankte sich Finta. In ihrer Tätigkeit als freie Künstlerin stellte sie fest: „Wir sind nicht vergessen und werden geschätzt.“

Etwas pompöser ging es bei der Übergabe der Medaille an Wolfgang Brust zu. Brust, seit 1972 eines der aktivsten Mitgliedes des Brandenburger Karnevals-Clubs „BKC“ wurde von der Ehrengarde „Die Pulversäcke“ auf die Bühne gebeten. Zuvor würdigte sein Freund und BKC-Ehrenpräsident Karl-Heinz Siebert Brusts Verdienste um die Stadt. „Du hast dich einer niveauvollen karnevalistischen Unterhaltung verschrieben“, sagte er. „Und deine Bühnenfiguren sind schon heute legendär.“

Die dritte Empfängerin der Ehrenmedaille, Lieselotte Martius konnte an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Im Rahmenprogramm begeisterten Musiker des von Saldern-Gymnasiums, das Brandenburger Rope Team sowie der BKC.

Von Antje Preuschoff

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