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Brandenburg/Havel Sie sind Spezialisten für sterbende Menschen
Lokales Brandenburg/Havel Sie sind Spezialisten für sterbende Menschen
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15:37 11.02.2019
Palliative Care Team Harms:  Dirk Harms (Ärztlicher Leiter; obere Reihe von links) Daniela Zirpel (Koordinatorin), Arzt Christophe Sivanzire; Schwester Marion Schulze-Cid (stellvertretende Koordinatorin; untere Reihe links) und Schwester Paola Piur.
Palliative Care Team Harms: Dirk Harms (Ärztlicher Leiter; obere Reihe von links) Daniela Zirpel (Koordinatorin), Arzt Christophe Sivanzire; Schwester Marion Schulze-Cid (stellvertretende Koordinatorin; untere Reihe links) und Schwester Paola Piur. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Wenn am Ende eines Lebens eine intensivere Betreuung und Versorgung eines schwerkranken Patienten erforderlich wird, dann befinden sich die Menschen in und um Brandenburg in der komfortablen Lage, unter drei Palliative-Care-Teams wählen zu können. „Das ist einmalig in Deutschland“, sagt Dirk Harms, Palliativarzt und Leiter der neuen Gesellschaft Palliative Care Teams Harms GmbH. Als dritter Anbieter in der Region bietet dieses Team seit dem 1. September die sogenannte „spezialisierte Ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) an.

Warum SAPV? Irgendwann reichen die Möglichkeiten der normalen ärztlichen Versorgung für schwer kranke Patienten nicht mehr aus. Doch auch, wenn keine Aussicht auf Heilung mehr besteht, kann dem Kranken noch geholfen werden. Linderung von Beschwerden wie Schmerz, Angst, Luftnot oder Übelkeit ist immer möglich und auch nötig. Bei Bedarf kann SAPV vom Haus- oder Facharzt oder dem behandelnden Arzt im Krankenhaus verordnet werden.

Wenn Palliativarzt Harms von seiner Arbeit erzählt, ist das sehr spannend. Er macht deutlich, dass die letzte Phase im Leben eines Menschen durchaus sinnerfüllt und lebenswert sein kann. In Gesprächen mit dem Patienten und Angehörigen ergründet Harms ihre Erfahrungswelt, die einen sehr hohen Stellenwert bei der Betreuung hat.

„Es macht einen großen Unterschied, nach welchen Überzeugungen ein Mensch gelebt hat“, sagt Harms. „Ob es der christliche Glaube war oder eine atheistische naturwissenschaftlich geprägte Weltanschauung.“ Auch Menschen, die keinen religiösen Glauben haben, empfinden ihre Situation nicht als hoffnungslos. So kann ein Atheist beispielsweise durchaus seinen Frieden finden in der Vorstellung, in unendlich vielen Atomen fortzuleben.

Das Palliative Care Team Harms

Das Palliative Care Team Harms gewährleistet einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr, an den sich die Patienten und ihre Angehörigen in Notsituationen und/oder mit Fragen wenden können.

Neben dem leitenden Palliativarzt Dirk Harms gehören dem Team drei weitere fest angestellte Ärzte an.

Fünf Palliativ-Schwestern, die über langjährige Erfahrungen in der Palliativpflege verfügen, gehören zum Team.

Koordinatorin ist Daniela Zirpel, Chefin der Hand-in-Hand GmbH.

Sie hat bereits einen Pflegedienst mit dem Schwerpunkt Palliativversorgung und parenterale Ernährungstherapie aufgebaut.

Das Team um Dirk Harms ist in ein Netzwerk eingebunden.

Apotheken, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Seelsorger oder Ehrenamtliche Hospizhelfer werden bei Bedarf in die Versorgung von Patienten einbezogen.

Das Team ist rund um die Uhr unter 03381/796 88 40 zu erreichen. Mehr unter www.sapv-brandenburg.de

„Hoffnung ist etwas Kreatives und Menschen sind geradezu unglaubliche Sinnfinder“, hat Harms in seiner zehnjährigen Praxis als Palliativarzt immer wieder festgestellt. Hoffnung und Sinn geben den Patienten Halt und befähigen sie, alles zu ertragen, was kommt.

Das Hauptanliegen von Dirk Harms’ Teams besteht neben der medizinischen Versorgung darin, für den Sterbenden und seine Angehörigen einen friedlichen Rahmen zu schaffen, damit der Patient bis zum Schluss selbstbestimmt leben kann. Dabei müssen die Ärzte und Mitarbeiter des Teams die Vorstellungen des Patienten respektieren und sorgfältig darauf achten, ihm nicht ihre eigenen Rituale überzustülpen.

Von Ann Brünink

02.10.2018
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