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Brandenburg/Havel Malend um die ganze Welt
Lokales Brandenburg/Havel Malend um die ganze Welt
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14:56 03.02.2019
Mit einer Vernissage wurde am Freitag in der Kunsthalle Brennabor die Ausstellung der Künstlerin Sigrid Noack eröffnet. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Ein Universum der Fantasie – das ist die Kunsthalle Brennabor seit Freitagabend mit den Malereien der Künstlerin Sigrid Noack. Das Faszinierende: Es sind ganz unterschiedliche Eindrücke, die der Betrachter empfängt. Denn das Werk der Malerin ist äußerst vielfältig.

Diese Vielfalt entspricht dem künstlerischen Credo von Sigrid Noack, die sich nicht auf einen Stil festgelegt hat. Sie pflegt Kooperationen mit Musikern und Schriftstellern, beispielsweise mit Ingeborg Arlt, mit der gemeinsam sie exquisite Kunstbücher schafft.

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„Ich habe zwar eine Vorstellung davon, wie ein Bild werden soll. Aber dann lasse ich mich in meinem Tun vom Zufall leiten. ‚Gelenkter Zufall‘ hat mein Lehrer Herbert Kunze das genannt“, erklärt die Malerin ihre Arbeitsweise. Klassisch zu arbeiten würde bedeuten, erst eine Skizze zu machen, eine Zeichnung anzufertigen oder , eine Studie. So programmatische geht sie nicht vor, wenn sie Tafelbilder schafft. „Programmatisches Arbeiten macht Visionen kaputt“, sagt sie.

Sigrid Noack, Künstlerin der Vielfalt

Sigrid Noack ist 1947 in Guben geboren, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet.

Von 1967 bis 1972 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Nach ihrem Diplom war sie drei Jahre Meisterschülerin an der Akademie der Künste Berlin.

Die Ausstellung ist täglich von Mittwoch-Samstag von 13.00 bis 18.00 Uhr und endet am 15. März 2019.

Begleitprogramm: Mittwoch, 06.02.2019, 15 Uhr: Sigrid Noack zeigt mit Ingrid Arlt von ihr gestaltete Künstlerbücher

Mittwoch 20.02.2019: Sigrid Noack führt durch ihre Ausstellung. Fragen zu ihren Bildern sind erwünscht.

Sigrid Noack bezieht ihre Inspirationen aus der Realität. „Ich male nicht nur was ich sehe, sondern ich male auch, was ich weiß. Ein Künstler braucht Wissen, sonst kann er nicht arbeiten“, ist sie überzeugt.

„Museen sind eine gute Informationsquelle. Ich liebe Völkerkundemuseen“, erzählt sie. Ihre so gewonnenen Vorstellungen setzt Sigrid Noack dann in ihren Malereien um. Viele ihrer Sehnsuchtsorte hat sie inzwischen besucht. Dann muss sich die Realität an ihren Malereien messen lassen. Die erweisen sich oft als authentisch, wie man in der Ausstellung an ihren Bildern zur Antike nachvollziehen kann.

Ein Sehnsuchtsort, den die Künstlerin bisher noch nicht besucht hat, ist Australien. Ihre Fantasiebilder zu diesem faszinierenden Land sind atemberaubend. Generell gilt für Noack: „Die Farbigkeit und die Stilistik eines Bildes muss dem Anliegen dienen.“ Das Tafelbild „Tanzplatz der Aborigines“ erzählt in warmen Farben mit viel Rot von der Hitze des Landes und von der Bedeutung der Ritualtänze, wo sich die Tänzer bis in Trance tanzen. „In der Kunst der Aborigines hat jeder Punkt, jede Linie eine Bedeutung, die man kennen muss, um ihre Kunst zu verstehen“, informiert die Malerin.

Sigrid Noack ist mit ihren Werken in 90 Museen weltweit vertreten, unter anderem auch in der Deutschen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York.

Von Ann Brünink