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Brandenburg/Havel Slackline-Stunts und Sprünge im Marienbad
Lokales Brandenburg/Havel Slackline-Stunts und Sprünge im Marienbad
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15:59 25.03.2019
Der Ritt auf der Rodeo-Line wurde für Sebastian Klimke zu einem nicht bestandenen Test. Obwohl er sekundenlang das Gleichgewicht hielt, stürzte der Trendsportler ins Wasser des Marienbads. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Auf einer Rodeo-Line schwingt Niklas Dierksen über dem 25-Meter-Becken des Brandenburger Marienbads durch die Lüfte. Nur ein gespanntes Band gibt ihm Halt, mit rotem Kopf bemüht er sich, bei Electro-Beats die Körperspannung und das Gleichgewicht zu halten.

Doch die Schwingungen werden schneller, für den Trendsportler beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Nach mehr als 15 Sekunden in der Luft fällt Dierksen schließlich ins Wasser. Peter Heimann beobachtet das Treiben und erkennt die Leistung des Hannoveraners an. „Es ist ein bisschen wie ein Ritt auf einem wilden Bullen. Wenn man eine Milisekunde die Kontrolle verliert, ist es vorbei“, sagt der 30-Jährige. Er ist froh, nach einem Sturz im weichen Wasser zu landen. Mehr als 100 Brandenburger testen die Trendsportart Slackline im Marienbad und laufen über Gurtbänder, die 21 Meter seitlich über das Wasser gespannt sind.

Trendsportler sprangen durch die Lüfte, balancierten auf gespannten Bändern und trainierten neue Tricks. Vor Stürzen haben sie keine Angst.

Zuschauer beobachten wackelige Knie, geübtes Balancieren, Sprünge und Drehungen. Entscheidend ist für Slackliner Peter Heimann die Konzentration. „Wenn man mit Zweifeln raufgeht, macht man Fehler. Und wenn man zuversichtlich und optimistisch ist, dann klappt es auch“, sagt der 32-Jährige. Über dem Wasser ist es für den Trendsportler einfacher, Tricks auszuprobieren und die Gefahr bei Stürzen geringer.

Heimann hat auch die Risiken der Trendsportart kennengelernt. Denn in der freien Natur stürzte der Berliner und prellte sich eine Rippe. Danach brauchte er ein mehrere Wochen, um wieder auf das Band zu steigen. Er musste sich erst überwinden und neuen Mut fassen, hat es aber nicht bereut. „Wichtig ist es, dran zu bleiben und nicht aufzugeben, auch für die mentale Stärke. 80 Prozent macht der Kopf aus, 20 Prozent die Technik“, sagt Heimann der MAZ. Da das Nervensystem und die Muskulatur am Anfang nicht an die Belastungen gewöhnt sei, zittern viele Anfänger. „Doch auch das lässt sich trainieren“, sagt der Slackliner. Der Brandenburger Daniel Neumann hat die Veranstaltung organisiert und slacklinet seit dem Jahr 2011. „Wie oft kann man denn schon über das Wasser laufen?“, sagt der Trendsportler. Mit seinem Hobby bewältigt der 30-Jährige auch Ängste und alltägliche Probleme. Beim Slacklining schafft er es, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Den Brandenburger fasziniert der Ausgleich zwischen Nervenkitzel und Entspannung. Anfängern empfiehlt der Havelstädter, die Geduld zu bewahren, auch wenn sie ihr Gleichgewicht noch trainieren müssen.

Für Trendsportler Sebastian Klimke ist das Slacklinen eine Mischung aus Sport und Fokussierung auf den Moment. Um seine Fähigkeiten zu verbessern versucht der Berliner, so lange wie möglich ohne Pause auf einem Band zu laufen. Der Student ermutigt die Gäste des Marienbads, sich auch von Stürzen nicht entmutigen zu lassen. „Wenn man es das erste Mal nicht schafft, ist es nicht schlimm. Man braucht halt Training. Das ist ein Sport und man kann es an einem Tag schaffen, zehn Meter zu laufen“, kommentiert Klimke. Sein Sturz ins Wasser des 25-Meter-Beckens stört ihn nicht. Er will weiter lernen, wie schnell das Band einer Rodeo-Line schwingt, sich unterschiedliche Bewegungen auswirken und er seine Leistungen verbessert. „Da ist Adrenalin dabei und man ist gedanklich in einem Flow“, sagt der Student.

Zehn bis fünfzehn Slackliner betreiben den Sport aktuell in Brandenburg an der Havel. Beliebte Orte hierfür sind der Theaterpark, Flächen auf dem Marienberg und Seen der Havel. „Ab der kalten Jahreszeit“ will der Marketingleiter des Marienbads Guido Schütz den Trendsportlern weitere Möglichkeiten zum Ausüben ihres Hobbys bieten. Ein Termin wird noch bekannt gegeben. Auch sein Sohn, der 11-Jährige Oscar wagt sich auf das gespannte Band. Anders als einige Erwachsene fällt er nicht ins Wasser, meistert seinen ersten Slackline-Versuch und erntet Applaus.

Von André Großmann

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