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Brandenburg/Havel Klangwunder: So begeistert der Thomanerchor die Brandenburger im Dom
Lokales Brandenburg/Havel Klangwunder: So begeistert der Thomanerchor die Brandenburger im Dom
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15:42 04.07.2019
Der Thomanerchor begeistert mit seinem Konzert im Dom. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Menschen und Massen strömten am Mittwochabend in den Brandenburger Dom. Lange vor Konzertbeginn um 19.30 Uhr waren im Kirchenschiff alle Plätze besetzt. Und auch im Hohen Chor oben füllten sich die Reihen rasant. Schätzungsweise gut 500 Zuhörer wollten sich den Auftritt des Thomanerchors Leipzig nicht entgehen lassen.

Der berühmte Leipziger Traditionschor, der 2012 sein 800-jähriges Gründungsjubiläum feiern konnte, bot ein anspruchsvolles geistliches Programm. Zum Auftakt erklang die Missa brevis (BuxWV 114) von Dietrich Buxtehude (1637-1707).

Sänger des Leipziger Thomanerchores. Quelle: JACQUELINE STEINER

Der Komponist hat dieses Werk für fünfstimmigen Chor und Basso continuo in der Tradition protestantischer Missa-brevis-Kompositionen im sogenannten „stile antico“ (ital. für ‚alter Stil‘) geschrieben. Er folgte dabei Vorlagen aus dem 16. Jahrhundert, deren ausgeglichene Melodik als „Palestrina Stil“ bezeichnet wird.

Strahlendes Klangbild

Die gut siebzig Chorsänger im Alter von neun bis achtzehn Jahren schufen unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz ein strahlendes Klangbild. Hartmut Becker hat den Chor am Violoncello begleitet und Cornelia Osterwald an der Continuo-Orgel.

Johann Sebastian Bach (1685-1750) war bekanntlich vor etwa dreihundert Jahren selbst 27 Jahre lang Thomaskantor in Leipzig (1723-1750). In diesen Jahren schrieb er zahllose Werke für den Chor. Sein Erbe prägt bis heute den Thomanerchor.

Anspruchsvolles Erbe von Bach

Im Konzert am Mittwochabend erklang Bachs Motette „Jesu meine Freude“ (BWV 227) für fünfstimmigen Chor und Basso continuo. Viele Zuhörer haben den Choral vermutlich aus dem Gottesdienst gekannt und ihn vielleicht schon selbst oft gesungen.

Doch als Motette hat Bach das Werk mehrsätzig angelegt und in zwölf Abschnitte mit großen Chorteilen, Terzetten und Fugen aufgeteilt. Der Thomanerchor hat den jubelnden Gesang mit unterschiedlichen Stimmen (Sopran, Tenor und Bass) äußerst kunstvoll dargeboten.

Thomasorganist Ullrich Böhme an der Orgel

Als Zwischenmusiken erklangen auf der Wagner-Orgel von Johann Sebastian Bach „Pièce d‘Orgue G-Dur (BWV 572 für Orgel), gespielt von Thomasorganist Ullrich Böhme, sowie das Präludium in G (BuxWV 149 für Orgel) von Dietrich Buxtehude.

Es gab außer Bach auch noch andere Komponisten und Thomaskantoren, die im Konzertprogramm am Mittwochabend im Dom vertreten waren, so beispielsweise Kurt Thomas (1904-1973), Thomaskantor von 1957 bis 1960. Seine Komposition „An den Wassern zu Babel“ hat den Psalm 137 zum Thema.

Moderne Komposition bereichert Programm

Der Psalmtext beginnt melancholisch. Voller Trauer beklagen die Israeliten, die 587 v. Chr. nach Babylon deportiert wurden, den Verlust ihrer Heimat. Doch der Psalm endet rachsüchtig und ist so schrecklich, dass im Programmheft dem Psalmtext eine Einleitung von Britta Taddiken, Pfarrerin an der Leipziger Thomaskirche, beigefügt ist.

Musikalisch anspruchsvoll und kunstvoll gestaltet bereicherte die modernere Komposition von Kurt Thomas das Konzertprogramm, das mit einer Motette von Felix Mendelssohn Bartholdy endete.

Die jungen Sänger waren bewundernswert. Hochkonzentriert und stimmgewaltig standen sie das zweistündige Programm ohne Pause durch und hatten auch noch Kraft für eine Zugabe.

Von Ann Brünink

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