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Brandenburg/Havel Nach der Brückensperrung in Brandenburg: So geht es jetzt weiter
Lokales Brandenburg/Havel Nach der Brückensperrung in Brandenburg: So geht es jetzt weiter
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17:35 06.12.2019
Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) informiert sich am Freitag über den Zustand der tags zuvor komplett gesperrten B-1-Brücke. Quelle: André Wirsing
Brandenburg/H

Der neue Verkehrsminister des Landes Guido Beermann (CDU) war bei seinem Besuch am Freitagmittag in der Havelstadt auch nicht viel schlauer als die meisten Brandenburger über den Zustand der überraschend am Vortag voll gesperrten Brücke „20. Jahrestag“. „Ich bin gekommen, um mich über die Lage zu informieren und bin froh darüber, dass unsere Sicherheitsmaßnahmen funktionieren. Leben und Gesundheit der Menschen stehen an erster Stelle.“

Die Brücke ist für den Individual- wie für den Güterverkehr sowie den öffentlichen Personennahverkehr gesperrt, nur Radfahrer und Fußgänger dürfen sie passieren.

Sperrung des Zentrumsrings nicht ausgeschlossen

Es würden nun genaue Untersuchungen erfolgen, „das ist keine Frage von Stunden, Tagen oder wenigen Wochen – es dauert“. Auf MAZ-Nachfrage schloss Beermann nicht aus, dass es im Ergebnis der Prüfungen auch zu einer Sperrung des Zentrumsrings kommen könnte. Die B 102 führt unter dem Bauwerk hindurch. Erschütterungen der Fahrbahn werden über die Stützen in das Brückenbauwerk geleitet und könnten es weiter destabilisieren, befürchten Experten. Man müsse aber das Prüfergebnis abwarten.

Die Brücke des 20. Jahrestages ist komplett gesperrt. Quelle: Jacqueline Steiner

Schnelle Lösung für Neubau gefordert

Einen Zeitplan oder gar konkrete Termine für den Neubau gibt es noch keine. Für heutige Anforderungen ist das Bauwerk ohnehin überdimensioniert. Im Landesbetrieb gab es einmal Pläne, stattdessen drei kleinere Bauwerke hinzustellen. Dabei muss aber geklärt werden, ob diese als „Ersatzbauten“ gelten oder ob man wie für einen Neubau ein langwieriges Planfeststellungsverfahren braucht. Die Industrie- und Handelskammer Potsdam wie auch der CDU-Wirtschaftsrat fordern schnelle Lösungen, um die Wirtschaft in der Region nicht zu gefährden, zudem bräuchten Tausende Pendler schnelle und sichere Wege durch die Stadt. Schließlich handele es sich um eine Bundesstraße mit überregionaler Bedeutung.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann will gemeinsam mit ihrer SPD-Landtags-Kollegin Britta Kornmesser zügig das Gespräch im Bundesverkehrsministerium suchen. „Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat gerade ein Beschleunigungsgesetz für solcherart Bauten auf den Weg gebracht. Wir wollen in seinem Haus ausloten, ob wir für diese Brücke ein Pilotprojekt aufsetzen können, zumal sie in ihrer Bauart ziemlich einzigartig ist“, sagt Dietlind Tiemann. Das gemeinsame Vorhaben wolle man zu Jahresbeginn 2020 angehen.

Neubau sollte eigentlich erst 2025/26 erfolgen

Der Landesbetrieb habe in seinen bisherigen Planungen mit einem Neubau in den Jahren 2025/26 gerechnet, sagt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU). Das müsse nun deutlich schneller gehen. „Die Pläne des Landesbetriebes für Straßenwesen sahen sowieso einen Ersatzneubau vor, hier muss das Land jetzt schnell Klarheit schaffen, ob und wie es mit der Brücke weitergeht."

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Da bis dahin naturgemäß noch eine Menge Zeit vergeht, konzentriert sich die Verwaltung darauf, den Umleitungsverkehr zu organisieren. So wurde das bereits angekündigte Parkverbot in der Friedrich-Engels-Straße bereits umgesetzt. „Da haben einige angerufen und uns gefragt, ob wir verrückt geworden sind“, sagt Anke Pauluth von der Verkehrsbehörde. Der städtische Brücken- und Straßenexperte Peter Reck hat ein Anpassen der Ampelschhaltungen beispielsweise an der Klingenberg- und an der Spittastraße veranlasst. „Wir haben erst einmal ein verändertes Festzeitenprogramm in Betrieb genommen, um den Umleitungsverkehr abfließen zu lassen.“ Am Montag kommt eine auf Verkehrstechnik spezialisierte Firma, deren Mitarbeiter auch den zentralen Verkehrsrechner so umprogrammieren können, dass der Verkehr wieder etwas flüssiger wird.

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Auch scheinbar kleine Maßnahmen werden nunmehr schnell realisiert. So gab es bis Freitagmittag noch eine Baustelle in der Spittastraße, die ein Passieren von Autos nur über eine Spur ermöglichte. Es kam zu Wartezeiten. Die Verkehrsbehörde hat die Bauherren nun angewiesen, die Baustelle schnell aufzugeben.

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Von André Wirsing

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