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Brandenburg/Havel Sommermusik im Dom: Versunken in barocker Musik
Lokales Brandenburg/Havel Sommermusik im Dom: Versunken in barocker Musik
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20:08 30.05.2019
Eins mit dem Cello: Ludwig Frankmar aus Berlin ließ in der Krypta des Domes den Bogen fliegen. Quelle: Tobias Wagner
Brandenurg/H

Bereits seit 1958 gehören die traditionellen Sommermusiken zweifellos zu den kulturellen Höhepunkten in Brandenburg an der Havel. Von Mai bis September strömen zahllose Musikliebhaber in den Dom der Havelstadt, der mit einer einzigartigen Akustik und seiner Atmosphäre wie geschaffen ist für besondere Konzertabende. Am Mittwoch begeisterte hier der aus Schweden stammende Ludwig Frankmar in einem Solokonzert auf dem Cello mit einer Leichtigkeit, die vielen der insgesamt etwa 35 Gäste des in der Krypta stattfindenden Auftritts sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Start mit Karl Friedrich Ebel

Insgesamt präsentierte der Solo-Cellist den Besuchern des Doms Interpretationen von vier Künstlern. Los ging es mit dem Köthener Komponisten Karl Friedrich Ebel (1723 –1787) und dessen Stücken „Allegro“ und „Allegro moderato“, bevor die drei Fantasien aus „Fantasies pour la Basse de Violle“ des wohl produktivsten und unüberschaubarsten Komponisten Deutschlands ertönten: Georg Philipp Telemann (1681 –1767). Telemann, dessen Werk über 6000 überlieferte Kompositionen beinhaltet, bediente alle Gattungen und Stilrichtungen.

Der bekannte Bach

Im dritten Teil des Konzertes widmete sich Frankmar dem von 1714 bis 1788 lebenden Künstler Carl Philipp Emanuel Bach, der 1741 zum Hofcembalisten Friedrichs II in Potsdam ernannt wurde. Hier schrieb der Komponist unter anderem mehr als 300 Cembalosonaten. Zu guter letzt spielte Frankmar dann noch den wohl bekannteren Bach: Johann Sebastian (1685 –1750). Dabei war Bachs Interesse für das Cello eine Ausnahme. Denn das Instrument hatte sich zu dessen Zeit außerhalb Italiens gegenüber der Gambe, einem weiteren Streichinstrument, noch nicht durchgesetzt und wurde von Gambisten nur als Zweitinstrument genutzt.

Beinahe abgeschworen

So unterschiedlich die Einflüsse also auch waren, Frankmar spielte sein Cello, als gehören die Stücke ihm, nur er und sein Instrument. Scheinbar völlig versunken bot Frankmar virtuose Kunstwerke, die nur durch die ein oder andere Information zu den Musikstücken unterbrochen wurde, mit denen der Cellist für Verständnis über den Komponisten und den Umständen sorgte, unter denen das jeweilige Stück entstand. Dabei hätte Frankmar, 1960 in Malmö geboren, beinahe der klassischen Musik abgeschworen.

Der Werdegang

Frankmar stammt aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie. Nach Studien in seiner Heimatstadtwar er als Orchestermusiker nicht nur an der Oper Barcelona und als Solo-Cellist der Göteborger Oper tätig, sondern auch an der Musikakademie Basel sowie der Camerata Bern. Als Frankmar 1995 den Orchesterberuf verließ, beschäftigte er sich zunächst mit zeitgenössischer Musik. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führte ihn jedoch schnell wieder zur barocken Musik sowie zur historischen Aufführungspraxis. Frankmar ist Mitglied verschiedener Barockensembles und gibt jährlich zahlreiche Solokonzerte, zum größten Teil in deutschen Kirchen. Heute lebt Frankmar in Berlin und Basel.

Von Tobias Wagner

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