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Brandenburg/Havel Sound der Planeten: Neue Klangausstellung in der Friedenswarte
Lokales Brandenburg/Havel Sound der Planeten: Neue Klangausstellung in der Friedenswarte
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09:24 27.06.2019
Der Brandenburger Norbert Böhm präsentiert in der Friedenswarte die Vertonung von Planetenbewegungen. Quelle: André Großmann
Brandnburg/H

Töne der Mondsphäre erklingen in der ersten Etage der Brandenburger Friedenswarte. „Das ist epochal und eine Klangreise“, sagt der Brandenburger Norbert Böhm. Er ist Organisator der Ausstellung „400 Jahre Weltharmonik“, forschte zehn Jahre lang und erklärt, dass die „Suche nach der Sphärenmusik“ abgeschlossen ist.

Mondbahn mit wandelbarem Sound

Besucher erfahren, dass der höchste Tonwert des Trabanten in Erdnähe und der tiefste Tonwert in Erdferne bei jeder Umdrehung anders ausfallen. Denn der von der Erde über 384.000 Kilometer entfernte Mond „steht wie ein Mittler zwischen den Kräften von Erde und Sonne sowie der übrigen Planeten“, sagt Norbert Böhm. Auch wenn der Mond kein Planet sei, passe er als natürlicher Satellit der Erde in die Ausstellung, betont Böhm.

Der Ausstellungsinitiator bekräftigt, dass die Ellipsenbahn des Mondes starken Veränderungen unterworfen ist. Gäste werden mit dem Hinweis „Bitte stoppen sie alle Player vor dem Verlassen der Mondsphäre“ auf ihre weitere Erkundungstour vorbereitet.

Nach dem Erklimmen weiterer Treppenstufen wird klar, dass sich auch Töne eines Planeten ändern. Betrachten Menschen die Saturnwanderung vom Himmelsnordpol, erklingt er im sonnennächsten Bahnpunkt in einem mittleren e-Ton auf einer Frequenz von 164,8 Hertz und beim sonnenfernsten Bahnpunkt in einem c-ton von 132,5 Hertz.

Hörbare Weltraumschwingungen

Norbert Böhm ist fasziniert von der Sphärenmusik und stellt sie mithilfe mathematischer Formeln dar. Als Vorbild diente ihm dabei Mathematiker Hans Cousto, der beschreibt, wie er mit der kosmischen Oktave Weltraumschwingungen hörbar macht. Böhm berechnet zusätzlich Winkelgeschwindigkeit und die von ihm eingeführte Winkelperiode aus der Umlaufbahn des Mondes. Seine astronomischen Daten gibt er an Audiodesigner Steffen Günther weiter, der hieraus Tonsample entwirft.

Kreative Ideen gesucht

Sie erklingen aus Bluetooth-Boxen, zusätzlich bringt der Brandenburger Philosoph Infotafeln an und hofft, dass kreative Köpfe ihre Ideen zur Gestaltung der Soundebenen einbringen. Mit seiner Arbeit möchte Böhm auch den Astronomen Johannes Kepler ehren, der vor 400 Jahren in seinem Werk „Weltharmonik“ vermutete, dass der Aufbau des Planetensystems mathematisch formulierbar sein müsste. „Das ist ein besonderes Jubiläum“, sagt Böhm der MAZ.

Auf sieben Etagen der Friedenswarte sind Einflüsse der Mathematik, Philosophie, Physik, Astronomie und der Menschenkunde zu sehen. Norbert Böhm vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Wandern der Erde um die Sonne und der menschlichen Stimmung. „Tatsächlich ist der Grundton der indischen und tibetischen Musik das heilige Om, das in unserem Tonsystem einem Cis entspricht“, sagt der Brandenburger der MAZ.

Er betont, dass Ausstellungsbesucher beim Verlassen der Friedenswarte „gleich doppelt“ geerdet werden. Denn unten angelangt, ertönen Laute der täglichen Erdrotation.

Die Klangausstellung „400 Jahre Weltharmonik“ ist über die Sommermonate in der Friedenswarte zu sehen. Für Organisator Norbert Böhm wird der Aussichtsturm auf dem Marienberg zum Experimentierfeld. Er hofft, dass Künstler Inspirationen zur Gestaltung der Soundebenen in der Friedenswarte beisteuern. Infos per E-Mail an: sternentanz@friedenswarte.de

Von André Großmann

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