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Brandenburg/Havel Sparen bei Wasser und Chefärzten
Lokales Brandenburg/Havel Sparen bei Wasser und Chefärzten
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16:27 17.05.2013
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BRANDENBURG/H.

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Im Wirtschaftsplan des Städtischen Klinikums war der SPD-Stadtverordneten Anett Schulze ein eher unscheinbarer Posten aufgefallen. „Lebensmittel“ heißt die Haushaltsstelle und steht unter der großen Überschrift „Materialaufwand“. 2010 und 2011 hatte das Klinikum zwischen 52 000 und 60 000 Euro für „Lebensmittel“ ausgegeben und im vergangenen Jahr wieder 57 000 Euro dafür angesetzt. Doch die tatsächlichen Ausgaben lagen bei nur knapp 25 000 Euro, welche die Klinikleitung nun auch in den kommenden Jahren nur noch ansetzen wird.

Die plötzliche Differenz kam der SPD-Kommunalpolitikerin spanisch vor. Bekommen die Patienten etwa weniger zu essen, wollte Anett Schulze im Sozialausschuss von Klinikum-Geschäftsführerin Gabriele Wolter wissen. Die Managerin verneinte und berichtete, dass dieser Posten Aufwendungen abdecke für die Bewirtung bei Sitzungen im Hause, kleine Büfetts etwa, wenn die Einigungsstelle tagt, für Fortbildungen, Pressekonferenzen und größere Veranstaltungen des Klinikums. Und auch, damit Chefärzte ihren Ein-oder Ausstand geben können.

Die SPD-Frau stutzte und empörte sich. Denn von dem „Schweinegeld“, das die Chefärzte verdienten, könnten sie doch wohl auch ihren Ein- oder Ausstand selbst bezahlen. Gabriele Wolter hält die Kritik für überzogen und unberechtigt: „Bei uns finden keine Riesensausen statt, wenn ein Chefarzt geht oder kommt.“

Die Beträge, die das Klinikum für solche Anlässe ausgibt, seien überschaubar. Wolter verteidigt aber die „Philosophie des Hauses“, Mitarbeiter anständig zu verabschieden, die sich jahrelang für das Klinikum engagiert haben. Die Einsparung um 35 000 Euro sei aber ohnehin nicht mit Chefarzt-Abschiedsfeiern zu erklären.

Vielmehr werden seit der Eröffnung des Neubaus im November 2011 keine teuren Mineralwasserflaschen mehr angeschafft und auf jede Station geschleppt. An ihre Stelle sei das in Mahlenzien geförderte Trinkwasser aus den Wasserhähnen getreten, das Uwe Müllers Stadtwerke klar günstiger liefern. Jede Krankenstation hat ihren Wasserspender und -aufbereiter. Die Patienten können sich dort bedienen und dabei wählen, ob sie Sprudel- oder stilles Trinkwasser bevorzugen. Die Anschaffung der 16 Wasser- und Kaffeeautomaten hat zusammen etwa 1500 Euro gekostet. Weil planmäßig so bald kein Chefarzt geht, spart das Klinikum sogar noch zusätzlich. (Von Jürgen Lauterbach)

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