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Brandenburg/Havel Spaßvogel Ingo Appelt begeistert an der Brandenburger Regattastecke
Lokales Brandenburg/Havel Spaßvogel Ingo Appelt begeistert an der Brandenburger Regattastecke
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14:55 16.08.2019
Bei Ingo Appelt bekommt jeder sein Fett weg, auch wenn es weh tut. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Ingo, komm raus“, grölt das Publikum am Donnerstagabend an der Regattastrecke. Und schon springt Ingo Appelt federnd auf die Seebühne am Brandenburger Beetzsee: „Schön, dass ihr euch freut“, ruft er ins Publikum. „Noch,“ schreit ein Mann zurück. Das war nahezu prophetisch.

„Wer ist Nazi in dem Drecksloch hier?“, fragt Appelt. Keiner meldet sich. „Ich bin kein Ossi-Hasser, ich bin Wessi“, legt Appelt nach und schwärmt: „Die Zeit mit der Mauer, das war die schönste.“ Starker Tobak. Schnell noch ein Mauerwitz hinterher. Appelt parodiert Walter Ulbricht, der hochzufrieden die Mauer inspiziert.

Comedian Ingo Appelt hat bei seiner Vorstellung in Brandenburg an der Havel eine Pointe nach der anderen abgefeuert.

Da entdeckt er ein Loch im antifaschistischen Schutzwall. Nach der Bedeutung des Lochs gefragt, erfährt Ulbricht, dass auf der anderen Seite ein Fallbeil installiert ist. Wenn Republikflüchtlinge neugierig den Kopf durchstecken, um in den Westen zu schauen, werden sie geköpft. „Aha, die Köpfe gehen in den Westen und die Ärsche bleiben da“, kombiniert Ulbricht messerscharf.

Es kommt noch schlimmer. „Früher haben wir Päckchen rüber geschickt, heute haben wir die Gelben Säcke.“ „Buh“, ruft da jemand beleidigt aus dem Publikum. „Buh hilft nicht“, kontert Appelt.

Auch die Kanzlerin bekommt ihr Fett weg

Frech und respektlos geht es weiter. Der bedeutsame Merkelsatz ‚wir schaffen das‘ und Integration ist nun Appelts Thema. Integration sei vor allem eine Frage der Erziehung. Man habe festgestellt, dass sich Hunde und Männer sehr ähnlich sind. Erziehungstipps würden bei beiden gleich gut funktionieren, aber sie bräuchten lediglich klare Ansagen.

Die Brandenburger erweisen sich zunehmend als verblüffungsfest. Und so hätte es doch noch ein vergnüglicher Abend werden können, wenn Appelt nicht die These von der Bestimmung des Mannes als Dienstleister vertreten hätte: „Der dienstleistende Mann guckt, was will die Frau?“

Männer im Chor

„Der Mann ist heute eine Mischung aus Macho und Weichei – ein Mach-Ei (Matsch-Ei ausgesprochen)“, stellt Appelt fest und fordert die Männer im Publikum auf laut zu rufen: „Ich bin ein Mach-Ei.“ Die Resonanz ist kläglich.

Appelt bittet die Männer aufzustehen. Zunächst sollen sie laut das Wort „fi..en“ schreien. Sie rufen das schweinische f-Wort dreimal laut im Chor. „Bewahrt euch die Energie und ruft jetzt laut: ‚Ich bin ein Mach-Ei‘.“ Die Männer tun es und es klingt deutlich energischer. Appelt fordert: „Männer, wir müssen schwuler werden. Seid ihr dabei?“ Ein kräftiges Nein schallt ihm entgegen, auch ohne vorher das f-Wort zu schreien.

Brandenburger Wassermusiken

Noch bis Sonntag, 18. August, laufen die Brandenburger Wassermusiken. Appelt hatte am Donnerstag den Auftakt bestritten, am Freitagabend ist Keimzeit an der Reihe.

Dann ist da noch das Konzert der Brandenburger Symphoniker: Die Lions und das Brandenburger Theater setzen das zur Tradition gewordene Open-Air-Benefizkonzert an der Regattastrecke fort.

Der Benefizkonzertabend am Samstag, 17. August, beginnt um 19.30 Uhr; das Nachmittagskonzert am Sonntag, 18. August, startet um 16 Uhr.

„Die Zeit der Männer ist vorbei, auch in der Politik“, verkündet Appelt. Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer, zwei Frauen, die sich durchgesetzt haben. Dabei sei eines sicher: „Angela Merkel hat sich bestimmt nicht hochgebumst. Wer sollte das auch gewesen sein?“ Helmut Kohl parodierend brummelt Appelt: „Ich war es nicht.“ Und Friedrich Merz habe nur noch eine Chance zu reüssieren, indem er Annegret Kramp-Karrenbauer heiratet. „FKK“ wäre dann seine Abkürzung.

„Grönemeyer findet mich total Scheiße“, klagt Appelt. Dessen abgehackten Gesangsstil bezeichnet er als ‚gesungenes Scrabbel‘ und parodiert ihn mit Inbrunst am Klavier.

Dass Appelt gefühlvolle Liebeslieder erschaffen kann, beweist er zum Schluss des lebenspraktischen Programms: „Du bist nicht schön, doch zart und weich, dass du bei mir bist, macht mich reich. Du bist nicht klug, nein eher dumm, du bist zu dick und etwas krumm. Du hast Falten, wohin man schaut, bist übersät mit Orangenhaut. Doch ich liebe dich, du bist kein Bild von Eleganz. Doch ich liebe dich, denn du bist mein – Schwanz!“

Von Ann Brünink

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