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Brandenburg/Havel Spektakuläres Immobiliengeschäft am Brandenburger Molkenmarkt
Lokales Brandenburg/Havel Spektakuläres Immobiliengeschäft am Brandenburger Molkenmarkt
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09:25 25.04.2018
Die Häuser am Molkenmarkt in Brandenburg stehen schon lange leer. Quelle: J. Steiner
Brandenburg/H

Bis bald altes Haus! Wie dehnbar der Begriff „bald“ in einer fast 1100 Jahre alten Stadt ist, wird deutlich, wenn man sich Fotos aus dem Jahr 1993 ansieht, auf denen die heruntergekommenen Fassaden der vormals prachtvollen Wohn- und Geschäftshäuser am Molkenmarkt 26, 27 und 28 ansieht.

Mit dem Slogan versprach der damalige Sanierungsträger der Stadt Brandenburg (GSW), die in der DDR herunter gewirtschafteten Häuser nun „bald“ wie Phönix aus der Asche auferstehen würden. Die GSW hatte gelogen. Im Oberbürgermeisterwahlkampf 2003, veranstaltete die CDU vor den Gebäuden am Molkenmarkt eine Wahlkampfveranstaltung, zu der auch der damalige Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) kam. Mit dem Finger auf die nun weitere zehn Jahre als Ruinen herumstehenden Gebäude donnerte Schönbohm: „Das ist das Erbe der SPD-Stadtregierung unter Helmut Schliesing.“

Verfall und Tristesse. Quelle: J. Steiner

Dabei konnte Schliesing gar nichts dafür. Der Besitzer, der die Immobilien nach der Wende kaufte, hatte schlicht das Interesse an den Gebäuden in bester Lage verloren und ließ sich nicht mehr in Brandenburg sehen. Das änderte sich auch in den folgenden 14 Jahren nicht. Und das war wiederum nicht die Schuld der Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU). Alle Versuche der Verwaltung, die Sanierung der das Stadtbild verschandelnden Gebäude neben der alten Post anzuschieben, scheiterten.

Doch nun, 25 Jahre nachdem die GSW große Töne spuckte, kehrt das Leben in die Ruinen zurück. Moritz Krekeler vom Architekturbüro Krekeler bestätigte jetzt Informationen der MAZ, wonach er zusammen mit Partnern die Gebäude gekauft habe und in den kommenden Jahren entwickeln werde.

Zu den nebeneinander stehenden Gebäuden gehört außerdem das letzte noch unsanierte Haus in der Großen Münzenstraße 5. Insgesamt 3000 Quadratmeter in bester Innenstadtlage ist das gesamte Areal groß.

Riesiger Hofbereich bis zur Münzenstraße

Der riesige Hofbereich zwischen Molkenmarkt und Münzengasse ist mit zahlreichen Nebengebäuden eng bebaut, die sich insgesamt in einem erbärmlichen Zustand befinden. Seit Jahren sind in allen Häusern die Dächer kaputt, das eindringende Wasser hat allen Häusern schwer zugesetzt. Viel wird nicht zu retten sein.

Die Ansichtskarte von 1935 zeigt den kleinen Saal des Cafés Oske. l Quelle: Sammlung Hesse

Doch das Büro Krekeler, das sich durch denkmalgerechte Sanierungen bundesweit einen guten Namen gemacht hat und auch im Ausland zahlreiche Sanierungen für die Botschaften der Bundesrepublik begleitet, will zumindest an den eigentlichen Wohn- und Geschäftshäusern retten, was zu retten ist. „Das sind Denkmale und das ist unser Anspruch“, sagt Krekeler.

Nachdem sich Jahrzehnte nichts an den Bauwerken getan hatte, ging jetzt alles ganz schnell. „Von der ersten Besichtigung bis zum Kauf vergingen nur sechs Wochen“, erzählt Moritz Krekeler. Mit dem alten Besitzer hätten er und seine Partner gar keinen Kontakt gehabt. Das Geschäft habe der Sohn des ursprünglichen Eigentümers abgewickelt. Den Umgang beschreibt Krekeler als „ausgesprochen angenehm und fair.“

Hochwertiges Gewerbe und Wohnen geplant

Was genau aus den Häusern wird, ist offen. „Wir werden jetzt das Projekt entwickeln und haben dafür eine eigene GmbH gegründet“, so Krekeler weiter. In den Gebäuden zum Molkenmarkt hin schwebt dem Architekten ein Mix aus „hochwertigem Gewerbe und Wohnen“ vor. Die Münzenstraße werde voraussichtlich als Wohnhaus ausgebaut. Über Investitionskosten und Bauabläufe kann Moritz Krekeler noch keine Aussagen treffen: „Wir stehen ganz am Anfang der Projektentwicklung und suchen dann natürlich Partner.“

Er könne sich gut vorstellen, am Molkenmarkt 26 auch wieder eine Gaststätte Platz findet. Das Haus hat eine lange Tradition als Gastwirtschaft. Im frühen 19. Jahrhundert entstanden, diente das Haus lange Jahre als Konditorei, bevor 1895 das legendäre Café Oske dort eröffnete. In der DDR wurde der „alte Roland“ zu einer beliebten Disco umgebaut. Seit der Wende stehen die Gebäude leer.

Derzeit laufen bereits die Schadensbegutachtungen und die Bauaufnahme. Nun wäre es an der Zeit für ein Schild: Bis bald altes Haus!

Von Benno Rougk

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