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Brandenburg/Havel Stadtverordnete: Die Gewinner und die Verlierer der Wahl
Lokales Brandenburg/Havel Stadtverordnete: Die Gewinner und die Verlierer der Wahl
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19:16 28.05.2019
Das sind die Gewinner und Verlierer der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

722 Stimmen hat Udo Geiseler (SPD) bei der Kommunalwahl geholt. Also fast drei Mal so viele wie der langjährige Fraktionschef der CDU, Jean Schaffer (244). Doch das ist nun wirklich Wahlarithmetik: Weil Geiseler auf der Liste der SPD noch hinter dem mit nur 290 Stimmen politisch wohl endgültig erledigten Alfredo Förster (SPD) stand, reichte es für den langjährigen Stadtverordneten Geiseler knapp nicht mehr.

Geiseler ist raus, Schaffer ist mit den Stimmen von Steffen Scheller (4660) drin. Ist das gerecht? Darüber wird derzeit in der Stadt diskutiert.

Doch das ist verschüttete Milch, denn das Wahlprozedere ist Gesetz und neben Geiseler hat es viele andere erwischt, die als große Verlieren am Wahlsonntag die Bühne verließen.

DJ Keule mischt nun mit

Doch es gibt auch Gewinner. So wie Torsten Blume (533 Stimmen), den viele in der Stadt besser als Gesangstalent „DJ Keule“ kennen. Der lebensfrohe Blume wollte eigentlich mit seinem Kumpel Klaus Deschner mit den Freien Wählern die SVV aufmischen.

Daraus wird nichts. Deschner (401), der – um es den Sozis zu zeigen – für seine Kandidatur sogar nach 50 Jahren das SPD-Parteibuch wegwarf, hat es nicht geschafft. In Göttin haben er und seine Frau Renate Deschner (140), die für die SPD kandidierte, gegenseitig soweit neutralisiert, dass die beiden Senioren jetzt miteinander mehr Zeit verbringen können, weil Renate nun auch nicht mehr in der SVV ist.

Umstrittene Linken-CDU-Kooperation

Das Schicksal teilt sie mit den Linken Heidi Hauffe, Lutz Krakau (207), Ilona Friedland (195) und Uta Sändig (99), die trotz oder wegen jahrelanger Präsens im Zusammenhang mit der umstrittenen Linken-CDU-Kooperation in Presse, Funk und Fernsehen vom Wähler ziemlich brutal abgestraft wurden.

Anders als Linken-Parteichef Andreas Kutsche. Der hat mit 1760 Stimmen mehr geholt als Britta Kornmesser (SPD, 1641). Beide gehen als Favoriten ins Rennen um das Landtagsdirektmandat am 1. September.

Zwar hat auch ihr Gegenspieler Norbert Langerwisch (FW,1265) kein schlechtes Ergebnis. Doch er blieb weit hinter den Zahlen zurück, die er noch als SPD-Mann geholt hatte: trotz Großplakaten, die er als einziger Kandidat in der Stadt aufstellen ließ.

Blick auf die Landes-CDU

Dass Schaffer signifikant ins Rennen um das Direktmandat eingreift, scheint nach seinem desaströsen Kommunalwahlergebnis unwahrscheinlich. Womöglich erbarmt sich die Landes-CDU und schenkt ihm einen guten Listenplatz.

Erstaunlich: Wirklich geschadet hat die Affäre um EU-Kandidaten Simon Vaut, also den märkischen Felix Krull der SPD, weder Ralf Holzschuher (1936), Britta Kornmesser (1641) noch Werner Jumpertz (1101). Sie schwimmen weit vorn mit bei der SPD.

Mit 1489 Stimmen ist aber vor allem Carsten Eichmüller „von der Schrottbrücke“, wie ihn seine Freunde nennen, für die SPD die große Überraschung. Seinen früheren Mentor Langerwisch hat er abgehängt.

Nicht mehr mit dabei

Waldemar Bauer (CDU,244) und Ute Taege (CDU, 267) werde sie in der SVV besonders vermissen, klagt die CDU-Gewinnerin Dietlind Tiemann (5548). Auch ihre früheren Stadtverordneten Ralf Weniger (177), Ernst Wegerer (164), Hendrik Ulbrich (182), wurden wie Peter Kaudasch (174, dem nur eine Stimme fehlt für das Nachrückermandat), Richard Mosthaf (107) und Doris Seeber (179) offenbar nur noch von der Familie und engen Freunden gewählt, wenn man bedenkt, dass jeder Wähler ja drei Stimmen hat.

Grüne Farbe ins Spiel wird Ralf Krombholz (795) bringen. Dafür muss die SVV auf den bunten Anzug von Daniel Keip verzichten. Der SPD-Mann (230) landete noch hinter Susann Holzschuher (242).

Zwei Ehepaare haben es geschafft

Die neue SVV ist durchpflügt von Familienbanden. Auch wenn das Ehepaar Deschner nicht dabei ist, so sind doch Klaus-Peter und Dietlind Tiemann (CDU) im Rennen und das Paar Martina Marx und Ralf Krombholz.

Dirk Stieger (1000) wird mit seinem Sohn Niklas Stieger (333) die Abgeordnetenbank für die FW drücken. Überhaupt finden sich unter den Nachrückern viele bekannten Namen wie Paaschen, Krüger, Holzschuher, Kaudasch, Krombholz, Langerwisch oder Nowotny, die dafür sprechen, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.

In ist, wer drin ist. Was für den Lokalklatsch gilt, gilt nur bedingt für die SVV: Weder die Enten-Mama Brit Lange (76) noch der Schlagerbarde Marco Lessenthin (164) könnten für die CDU die Hürde nehmen.

Zwei Newcomer starten durch

Auch Michael Kilian (123) oder Marlies Eichhorn (236) fanden vor des Wählers Augen keine Gnade. Dafür starteten für die AfD mit Ulf Insel (1511) und Wolfgang Kampe (1587) zwei Newcomer durch.

Nun ist längst nicht alles entschieden. Offen ist, ob die Gewählten wirklich wollen. Wenn beispielsweise das lokalpolitische Urgestein Lieselotte Martius sagt, sie verzichtet ebenso wie auf den Ortsbürgermeisterstuhl auf ihr Mandat, würde aus Udo Geiseler vom Verlierer schnell ein Gewinner.

Das Glück hatte schon Ralf Dieckmann, der mit 175 Stimmen nachrückt, weil Steffen Scheller ablehnt. Sicher ist: In fünf Jahren passiert viel. Und mancher. der auf der Nachrückerbank schmort, bekommt seine Chance.

Von Benno Rougk

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