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Brandenburg/Havel Kein frisches Geld: Es regnet weiter durch im Slawendorf
Lokales Brandenburg/Havel Kein frisches Geld: Es regnet weiter durch im Slawendorf
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17:10 28.03.2019
Authentische Erlebnisse will das Slawendorf vermitteln. Dazu gehören für Oberbürgermeister Scheller im Zweifel auch durchgeregnete Hütten. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) hat in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) Mittwoch erstaunlich viel passieren lassen an zusätzlichen Ausgaben im Doppelhaushalt für 2019/20. Doch an einer Stelle blieb er hart und wurde spöttisch.

Im Ergebnis erreichte er sein gewünschtes Abstimmungsergebnis. Es wird kein zusätzliches Haushaltsgeld für das Slawendorf am Salzhofufer geben. Der Kampf ums Slawendorf hat Mittwoch eine ungewohnte Allianz in der SVV geschmiedet.

SPD, Linke, Bündnisgrüne und AfD haben sich gemeinsam dafür stark gemacht, dass die städtische Gesellschaft BAS Geld aus dem Haushalt erhält. Die Linke beantragte 20.000 Euro für Reparaturen und Instandhaltung des Slawendorfs, die AfD gar 30.000 Euro.

AfD will Slawendorf in BAS-Regie

„Im über Jahre gewachsenen und gut angenommenen Slawendorf steckt die Arbeit und das Herzblut vieler Mitwirkender“, erklärt Axel Brösicke (AfD) vor dem Hintergrund, dass die Zukunft dieses Freiluftparks ungesichert ist.

Ein Versetzen und Wiederaufbau an einem anderen Standort hätte deutlich höhere Kosten bei klarem Qualitätsverlust zur Folge, fürchtet die AfD. Der Rückzug des Betreibers „Zeitreise" biete die Chance, das Slawendorf als Angebot mit klar sozialem Blickpunkt zu erhalten und unter BAS-Regie auszubauen.

AfD und Linke auf einer Linie

Ähnlich argumentieren die Linken. Es gehe darum, das Slawendorf als solches zu erhalten und „die erlebbare Geschichte unserer Vorfahren weiterzuentwickeln“, so Linken-Fraktionschef René Kretzschmar. Die Linken wollten „den Standort für Familienübernachtungen weiterhin zum Erlebnis zu machen, aber auch in Einklang mit der Moderne bringen“.

>>Mehr zur Vorgeschichte lesen Sie hier.

Scheller (CDU) blieb in der Debatte unberührt. Er empfahl dem AfD-Abgeordneten die Lektüre des historischen Romans „Das Haupt der Welt“ von Rebecca Gablé. Die Handlung beginnt 929 mit der Belagerung der Brandenburg.

Scheller schilderte beeindruckt die damaligen Lebensumstände – also, dass, wenn es seinerzeit regnete, es auch in den Hütten nass wurde. Scheller zu Brösicke: „Wenn Sie es authentisch haben wollen, dann richtig!“

Nicht genug Übernachtungsmöglichkeiten

Im Slawendorf fehle die Möglichkeit, Schulklassen unterzubringen. Den Antrag der AfD nennt Scheller zudem „wenig durchdacht“, weil unklar sei, in welche Richtung sich das Areal entwickeln könnte.

Dazu gehören auch die Überlegungen des Verkaufs des Geländes der alten Saldria und das verkaufte Gebäude der frühere Kita Gertrud Piter. Mit den Erwerbern stehe die Verwaltung in Kontakt, sagte Scheller.

Bekannt ist, dass Vertreter der Freien Wähler bei Scheller schon vor längerer Zeit dafür warben, den Projektentwickler Bernd Jansen das Gelände der zerstörten Saldria mit Wohnungen und Geschäften im Erdgeschoss bebauen zu lassen.

FW-Fraktionschef Dirk Stieger hatte derartige Ideen vor Ort vorgestellt. Daher können sich CDU und FW vorstellen, das Slawendorf abzureißen und dort beispielsweise ein Hotel zu bauen. Ursprünglich sollte die Diskussion erst nach der Kommunalwahl geführt werden.

Keine Mehrheit für mehr Geld

Weder der Antrag der AfD noch der der Linken fanden eine Mehrheit in der SVV, obwohl Brösicke für seinen Antrag eine namentliche Abstimmung erwirkte. Die Stadtverordneten von SPD, Linke, Bündnisgrüne und AfD stimmten nach Aufruf ihres Namens einzeln dafür.

Doch alle Kommunalpolitiker von CDU, Freien Wählern und FDP sagten Nein und hatten knapp die Mehrheit. Es regnet also weiter durch im Slawendorf!

Von Jürgen Lauterbach

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