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Brandenburg/Havel Stadtwerke bis zum 18. März nur eingeschränkt erreichbar
Lokales Brandenburg/Havel Stadtwerke bis zum 18. März nur eingeschränkt erreichbar
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13:54 10.03.2019
Firmenschild der Stadtwerke Brandenburg an der Havel.
Firmenschild der Stadtwerke Brandenburg an der Havel. Quelle: jast
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Brandenburg/H

Nur sehr eingeschränkt erreichbar sind die Stadtwerke Brandenburg in diesen Tagen. Bis zum 18. März gibt es nur eine begrenzte Kundenberatung, es sind keine Ein-und Auszahlungen möglich, auch online kann es zu Verzögerungen bei An- und Abmeldungen kommen und Karten für die Havelfestkonzerte werden bis dahin auch keine mehr verkauft.

Der Grund dafür ist, dass das Unternehmen komplett sein Abrechnungssystem umstellt. Auf die Kunden hat das überhaupt keine Auswirkungen, es verändern sich keine Preise und Vertragsbedingungen dadurch, versichert das Stadtwerketeam.

Mike Heuser ist Chef des Kundendienstes der Stadtwerke. Quelle: André Wirsing

Das Unternehmen will für die Zukunft gewappnet sein und auf dem Energiesektor verändern sich die rechtlichen Grundlagen in schneller Folge, sagt Mike Heuser. Er leitet bei den Stadtwerken den Bereich Shared Services, ist damit für interne Dienstleistungen und den Kundenservice zuständig.

„Die Bundesnetzagentur hat mit der Liberalisierung des Energiemarktes unterschiedliche Anforderungen an Lieferanten/Erzeuger und an Netzbetreiber gestellt. Stadtwerke sind klassischerweise beides, sie erzeugen Energie und stellen ihr Netz aber auch anderen Anbietern gegen Gebühr zur Verfügung“, erläutert der Experte. Beide Bereiche müssen nun aber getrennt werden.

In Potsdam beispielsweise wurde der Schritt radikal vollzogen, das Unternehmen wurde aufgeteilt in Netzgesellschaft und Stadtwerke. In Brandenburg an der Havel ist das nicht zwingend notwendig, weil es weniger als 100.000 Kunden gibt. Aber in der Software auf jedem Rechner muss getrennt, Zugriffsrechte müssen neu definiert werden.

„Wir stellen unser Abrechnungssystem beispielsweise dahingehend um, dass die Vertriebler keinen Zugriff mehr auf Daten haben, die sie nicht sehen dürfen. Als Lieferanten haben sie nur einen Blick auf die eigenen Kunden, als Netzbetreiber auf die Kunden, die lediglich unsere Infrastruktur über andere Anbieter nutzen.“

Dazu müssen Millionen Datensätze überprüft und neu zugeordnet werden. Das übernimmt die SIV AG aus Rostock mit der für die Energiebranche entwickelten Software Kvasy.

„Wir werden in diesem Monat besondere Kulanz bei unseren Kunden zeigen, verschicken keine Sperrungen und werden auch zurückhaltend bei Mahnungen sein, wenn eine Zahlung mal etwas verspätet ankommt“, verspricht Heuser.

Von André Wirsing