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Brandenburg/Havel Städtische Schulen sind digital unterernährt
Lokales Brandenburg/Havel Städtische Schulen sind digital unterernährt
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17:43 08.01.2019
Wie hier in einer Grundschule in Thüringen sieht ein Klassenzimmer mit interaktiver Tafel aus. An den städtischen Schulen gibt es 27 solcher Tafeln, auf denen Lehrer und Schüler neue Unterrichtsergebnisse ergänzen und dann entweder löschen oder auch abspeichern können. Quelle: Marc Tirl/ dpa
Brandenburg/H

Die SPD-Fraktion in Brandenburg/Havel beantragt ein verbindliches Programm, nach dem die städtischen Schulen mit moderner zukunftsträchtiger Technik ausgestattet werden. Dass Lehrer aus Verzweiflung über die schlechte Ausstattung eigene Computer und Beamer mit in ihre Schule bringen halten die Sozialdemokraten für ungünstig.

Als SPD-Fraktionsvorsitzende beantragt Britta Kornmesser Geld in den Haushalt für 2019 und 2020 einzuplanen, damit der städtische Eigenanteil gesichert ist, wenn der Bund die Ausstattung von Schulen mit digitaler Technik fördert.

Die SPD-Fraktion stützt ihre politische Initiative auf aktuelle Angaben aus dem Brandenburger Rathaus und die den SPD-Stadtverordneten und Schulexperten Udo Geiseler zu folgender Einschätzung veranlasst. „Die Ausstattung unserer Schulen hält nicht Schritt mit den ständig steigenden Anforderungen des digitalen Zeitalters.“

Günstige Beamer aus dem Supermarkt

Udo Geiseler berichtet von Lehrern, die eigene Geräte mit in den Unterricht bringen, „um überhaupt mit Neuen Medien arbeiten zu können“. Seine Fraktionskollegin Nicole Näther bestätigt, dass ihr Lehrer bekannt seien, die Beamer aus dem Angebot bei Kaufland günstig gekauft und dann mit in die Schule gebracht haben.

Dabei sind Beamer, mit denen Dokumente und Bilder an die Wand des Klassenzimmers geworfen werden können, alles andere als der letzte Schrei. Im modernen Unterricht arbeiten Lehrer mit sogenannten interaktiven Tafeln. Diese Hilfsmittel sind mit einem Computer verbunden. Das Tafelbild kann beliebig beschriftet, ergänzt, verändert und am Ende abgespeichert werden.

27 interaktive Tafeln für 7800 Schüler

Sonderlich verbreitet sind solche mindestens 5000 Euro teuren interaktiven Tafel an den städtischen Schulen nicht. Für die rund 7800 Schüler gibt es nach Angaben der Verwaltung derzeit 27 solcher Systeme. Die meisten für die 775 Von-Saldern-Gymnasiasten, nämlich sechs, die wenigsten, nämlich gar keine, an der Theodor-Fontane-Schule und der Havelschule.

Die beiden Oberstufenzentren mit zusammen mehr als 1800 Schülern hat keine solche Tafel im Gegensatz zur Pestalozzi-Förderschule, die großen Wert auf auch digitales Lernen legt. Am ganzen Brecht-Gymnasium mit seinen 561 Schülern und an der Oberschule Nord mit 448 Schülern steht jeweils eine interaktive Tafel schulweit zur Verfügung.

Vier Brandenburger Schulen wollen ihre informationstechnische Ausstattung mithilfe der Medienfit-Förderung verbessern, die bei zusammen gut 150.000 Euro liegt.

An dem Förderprogramm nehmen teil die Schule in der Kleinen Gartenstraße, die Curie-Schule, die Pestalozzi-Schule und die Oberschule Nord.

In etlichen Schulen ist auch neue Mobiliar notwendig, das in diesem und dem nächsten Jahr angeschafft werden soll. Die Spitzenreiter dort: Brecht-Gymnasium (22.000 Euro), Schule in der Kleinen Gartenstraße (18.000 Euro) und Otto-Tschirch-Oberschule (17.500 Euro).

Die Zahl der Computer schwankt an den einzelnen Schulen erheblich, wie die SPD-Stadtverordnete Nicole Näther mit ihrer Anfrage im November in Erfahrung gebracht hat. Die meisten Computer, nämlich zusammen gut 350, haben demnach die beiden Oberstufenzentren.

Die beiden städtischen Gymnasien liegen mit jeweils etwa 100 Computern im guten Mittelfeld aller Schulen. Allerdings macht die Verwaltung keine Angaben dazu, wie zeitgemäß die Rechner an den Schulen noch sind.

Die SPD-Politiker sind zudem ernüchtert über das Eingeständnis des Oberbürgermeisters Steffen Scheller (CDU), der in seiner Antwort auf die Anfrage schreibt. „Die Schulen verfügen nicht über ausreichend Beamer und Notebooks in jedem Unterrichtsraum ohne Interaktivtafeln.“

Abstimmung mit Schulleitern

Der Rathauschef räumt zudem einen Investitionsrückstau bei IT-Technik in Höhe von 600- bis 800.000 Euro ein und spricht von „inhaltlich höheren Anforderungen in den nächsten Jahren“.

Scheller lässt die Stadtverordneten wissen, dass seine Verwaltung den Bedarf an Neu- und Ersatzbeschaffungen im Hinblick auf die beiden kommenden Haushaltsjahre mit den Schulleitern abstimme. Auch der Oberbürgermeister hat dabei die sich ankündigenden Finanzhilfen im Blick, die der Bund den Kommunen für die Digitalisierung ihrer Schulen bereitstellen will.

Die Sozialdemokraten wollen sich darauf allein nicht verlassen. Udo Geiseler fordert daher ein definiertes Programm, „welche Schule wann mit neuer leistungsfähiger digitaler Technik ausgestattet werden soll“.

Von Jürgen Lauterbach

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