Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Streit um Chefarzt-Gehalt: Wer verdient wie viel?
Lokales Brandenburg/Havel Streit um Chefarzt-Gehalt: Wer verdient wie viel?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:10 05.11.2014
Anzeige
Brandenburg/H. –

 
 
 Kurioser Fall vor den Arbeitsgerichten: Der Chefarzt des Brandenburger Maßregelvollzuges hat vertraglich vereinbart, dass das Land Brandenburg ihm so viel zahlt, wie ein Chefarzt des Asklepios-Fachklinikums Brandenburg für die Aufgabe verdienen würde. Asklepios verrät dem Land Brandenburg aber nicht, wie viel Geld ihre Chefärzte real bekommen.
Der Fall ist so verzwickt wie er klingt. Im Jahr 2006 wurde die Landesklinik auf dem Görden privatisiert. Der Krankenhausunternehmer Asklepios kaufte sie inklusive des Maßregelvollzugs für seelisch kranke Straftäter. Der Chefarzt und sein Vize blieben damals wegen der hoheitlichen Aufgabe des Maßregelvollzugs Bedienstete des Landes. Land, Asklepios und Chefarzt vereinbarten, dass dessen Vergütung sich in Anlehnung an die Gehälter der Asklepios-Chefärzte entwickeln soll. Darauf beruft sich der Maßregelvollzugs-Chefarzt und klagt gegen seinen Arbeitgeber. Das Land Brandenburg erteilt ihm nämlich hartnäckig keine Auskunft zu seinem Gehaltsanspruch. Selbst das verhängte Zwangsgeld in Höhe von 15 000 Euro ändert daran bisher nichts.
Rechtsanwalt Simon Schmedes trug vor wenigen Tagen im Arbeitsgericht Brandenburg vor, dass in den vergangenen sechs Jahren geschätzt 270 000 Euro Bruttogehaltsdifferenz entstanden seien. Denn so lange sei die Vergütung seines Mandaten nicht angepasst worden.
Sowohl die erste als auch die zweite arbeitsgerichtliche Instanz erkennen die Ansprüche des Chefmediziners an. Doch es nutzt ihm wenig. Der als Zeuge vernommene Asklepios-Geschäftsführer Volker Thesing verweist auf den Datenschutz. Mit dieser Begründung sagt er nichts zu den Gehältern seiner Chefärzte.
„Ich habe dem Chefarzt und auch dem Land Brandenburg doch schon im Frühjahr 2014 schriftlich mitgeteilt, welchen sechsstelligen Betrag er bei uns bekommen würde“, sagt Thesing. Er verstehe „das ganze Theater“ nicht, vor allem nicht den Urteilsspruch des Landesarbeitsgerichts, dass Asklepios verpflichten will, sämtliche Chefarzt-Gehälter offen zu legen. Thesing: „Eher gehe ich in Erzwingungshaft.“.
Der Hund beißt sich also weiter in den Schwanz: Weil Asklepios die Chefarzt-Geldfrage nicht so beantwortet wie gewünscht, zuckt das Land mit den Schultern und erhält der Chef des Maßregelvollzugs nicht das, was er sich vorstellt.
Nach dem jüngsten Spruch von Arbeitsrichter Peer Siggel muss das Land die 15 000 Euro Zwangsgeld nicht zahlen. Siggel legte dem Land nahe, seinem Chefarzt ein Angebot zu machen und den Fall so zu lösen. Nächste Instanz ist wieder das Landesarbeitsgericht.
 

Von Jürgen Lauterbach

Brandenburg/Havel Mittelmarks Bauern bringen die letzte Feldfrucht des Jahres ein - Rekordernte im Fläming bei Zuckerrüben
05.11.2014
Brandenburg/Havel Anke und Steffen Dammann sind das LCV-Prinzenpaar - Michelsdorfer Familie regiert Lehniner Narrenvolk
05.11.2014
Brandenburg/Havel Vater und Mutter geben so viel Geld aus wie für ein Einfamilienhaus - Eltern zahlen Drogenschulden ihres Sohnes
07.11.2014