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Brandenburg/Havel Stromausfall nach Crash im Umspannwerk
Lokales Brandenburg/Havel Stromausfall nach Crash im Umspannwerk
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17:06 16.05.2018
Ein Umspannwerk im Stadtteil Nord ist nach einem kurzzeitigen Shutdown in der 110-Kilovolt-Leitung der Edis nicht wieder angesprungen.
Ein Umspannwerk im Stadtteil Nord ist nach einem kurzzeitigen Shutdown in der 110-Kilovolt-Leitung der Edis nicht wieder angesprungen. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Um 6.03 Uhr am Mittwoch gab es eine gewaltige Störung in einer 110-Kilovolt-Leitung der Edis. Alle vier Umspannwerke der Stadtwerke, welche auf 15 beziehungsweise 20 Kilovolt herunterregeln, bekamen einen Schlag. Drei davon erholten sich binnen einer Sekunde, nur das Umspannwerk in Nord nicht, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Gunter Haase. Es sei neben dem Werk am Klingenberg das wichtigste, deshalb war etwa ein Drittel des Stadtgebietes betroffen. Stromausfälle gab es zudem auch in der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) und in Teilen des Beetzsee-Amtsgebietes. In Kloster Lehnin kam es zu einem kurzzeitigen Spannungsabfall. Das teilte Edis-Pressesprecher Michael Elsholtz mit. Erst um 6.29 war die Stromversorgung wiederhergestellt.

Zwischenzeitlich waren in mehreren Banken die Alarmanlagen angesprungen, in der Deutschen Bank kam es sogar zu einer Rauchentwicklung. Doch konnten herbeigeeilte Polizisten schnell Entwarnung geben, berichtet Daniel Keip von der Polizeidirektion West. „Der Rauch hat sich als ungefährlich herausgestellt.“

Sämtliche Ampelanlagen in der Stadt waren für längere Zeit ausgefallen, es kam zu Behinderungen bei der Straßenbahn und im Straßenverkehr. „Die Menschen haben sich aber den Bedingungen angepasst und sich gut verhalten“, sagt Keip. Funkstreifen seien noch im Stadtgebiet unterwegs, um die Alarmmeldungen aus den verschiedenen Geldinstituten zu überprüfen.

Das Ereignis zähle zu höherer Gewalt, es gebe keine 100-prozentige Versorgungssicherheit, betont Haase. Sensible Betriebe und Einrichtungen müssten sich mit Unabhängigen Stromversorgungseinrichtungen schützen und absichern. Weder die Edis noch die Stadtwerke könnten in solchen Fällen haftbar gemacht werden.

Gibt es einen Schaden an einer Edis-Freileitung – etwa durch einen Vogelschwarm- laufe ein automatisiertes Programm ab, erläutert Haase. „Das Schutzsystem startet eine automatische Wiedereinschaltung innerhalb einer Sekunde. Ein zweiter Versuch folgt wenige Sekunden später.“ Nicht wieder angesprungen sei allein das Umspannwerk in Nord. Der Schaden sei nun behoben, weitere Reparaturen unnötig.

Im Brandenburger Umland kam es laut Edis-Angaben in rund 4800 Haushalten zum Stromausfall. Schenkenberg, Jeserig und Deetz war ebenso betroffen wie Päwesin, Roskow, Weseram und Lünow.

Mit der halbstündigen Unterbrechung der Energieversorgung mussten auch die Menschen in Klein Kreutz, Gollwitz, und Wust zurechtkommen.

Von André Wirsing und Marion von Imhoff