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Brandenburg/Havel Südtangente soll Stadtverkehr entlasten
Lokales Brandenburg/Havel Südtangente soll Stadtverkehr entlasten
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13:58 25.09.2019
Naturschutzbelange werden jede mögliche Trasse südlich der Kernstadt langwierig und teuer machen. Quelle: André Wirsing
Brandenburg/H

Nicht allein der innerstädtische Verkehr beschäftigt die Stadtverordneten, auch um eine südliche Umfahrung der Stadt wird derzeit gerungen. Das soll die südlichen Stadtteile wie Eigene Scholle und Wilhelmsdorf besser erschließen und es soll als Entlastung dienen, damit sich im Fall einer Autobahnsperrung nicht mehr die Blechlawine durch die halbe Stadt wälzt. Mehrere Fraktionen suchen nun unabhängig voneinander nach einer Lösung.

Klare Absage an Paterdammer Weg

Die Freien Wähler haben jüngst vorgeschlagen, den Paterdammer Weg zwischen Göttin und Paterdamm nahe der A2-Anschlussstelle Brandenburg auszubauen. Dazu haben sie einen Anfrage an Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) gestellt.

Der Rathauschef hat dem Ansinnen mehr oder weniger eine klare Absage erteilt. „Eine umfassende Betrachtung sollte auch die Anbindung des Wohngebietes Eigene Scholle beinhalten und mindestens den verkehrsgerechten Ausbau des Eichhorstweges oder des Göttiner Steigs mit einbeziehen.“ Der Paterdammer Weg grenze an das FFH-Gebiet Bruchwald Rosdunk, das mache eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren notwendig.

Kosten bis zu 5,5 Millionen Euro

Das Vorhaben könne nur unter mehreren Bedingungen Aussicht auf Erfolg haben: Es muss Nachfrage da sein, das Projekt muss vertretbar finanzierbar sein, es darf nicht zu Lasten Dritter gehen, Schwerverkehr über die Eigene Scholle muss ausgeschlossen sein und das Vorhaben muss Aussicht auf Genehmigung haben. „Eine kursorische (überblicksmäßige, Anm.d.Red.) Bewertung führt nicht zu einer positiven Antwort auf jeden der vorgenannten Aspekte“, resümiert Scheller. Realisiert werden könne ein solches Projekt erst in fünf bis sechs Jahren, es würde zwischen 4,5 und 5,5 Millionen Euro kosten, Aussichten auf Fördermittel seien sehr gering.

Machbarkeitsstudie erwünscht

Die SPD-Fraktion bringt zur Oktobersitzung der Stadtverordneten einen anderen und weiter gehenden Prüfauftrag ein: Die Verwaltung soll eine Machbarkeitsstudie zum Schaffen einer „Südtangente“ zwischen der Landesstraße 93 (Abzweig Neue Mühle) bis zur B 102/Abzweig L 88 erstellen, dabei soll die Ortslage Göttin umfahren werden.

Findet sich für den Antrag eine Mehrheit, soll die Studie im April 2020 vorgestellt werden. Ist die Trasse nicht möglich, sollen Alternativen benannt sein.

Besondere Nadelöhre

„Die Anbindung von Brandenburg an der Havel an das überregionale Straßennetz ist teilweise unzureichend. Einer der kritischen Punkte ist, dass der Zentrumsring die einzige Durchgangsstraße ist, die den überregionalen Verkehr aufnehmen soll und über den die Hauptanbindung der meisten Stadtteile an die A2 erfolgt. Dabei sind die Brücke über die Bahnstrecke und die Kreuzung Otto-Sidow-Straße/Wilhelmsdorfer Straße besondere Nadelöhre“, sagt SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser.

Zu extremen Belastungen komme es, wenn die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Brandenburg und Wollin infolge von Verkehrsunfällen oder anderer Beeinträchtigungen gesperrt wird, was mehrmals im Monat der Fall sein kann. Dann wird der gesamte Verkehr von der A 2, der wichtigsten Ost-West-Achse Mitteleuropas, durch die Innenstadt geleitet, in der Regel über die B102, den Zentrumsring und die L93.

Anbindung für die Scholle

Als Lösung biete sich der Bau einer „Südtangente“ an. Von der L93 kann eine Straßenverbindung bis zur Kreuzung B102/L88 (Abzweig Prützke) entstehen. Die Trasse könnte im Bereich der Paukrierbrücke den Sandfurthgraben (Temnitz) und nördlich des Autobahnsees die Plane überbrücken, um dann südlich der Ortslage Göttin und des Fichtenberges durch den Wald geführt auf die B102 zu treffen. Durch eine Anknüpfung an die Ortsverbindungsstraße Göttin-Reckahn werde eine Verbindung in den Ortsteil Göttin geschaffen. Zur Anbindung der Eigenen Scholle könnten die bisherigen Straßen genutzt oder eine neue Anbindung geschaffen werden.

Prüfauftrag soll Klarheit bringen

Mit dem Prüfauftrag soll die Verwaltung veranlasst werden zu klären, welche Aspekte (etwa Natur- und Umweltschutz, Eigentumsverhältnisse, Baugrundfragen) bei einer solchen Planung besonders relevant werden könnten und welche Finanzierungsmöglichkeiten grundsätzlich bestehen.

Von André Wirsing

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