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Brandenburg/Havel Kampf für den Sudan auch in Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Kampf für den Sudan auch in Brandenburg
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18:09 17.07.2019
Yasir Jaafer, Mehaira Elfatih und Mois Bakhit (v.li.) aus dem Sudan studieren an der Technischen Hochschule Brandenburg und kämpfen um den Frieden in ihrer Heimat. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Die Lage in der Republik Sudan im Nordosten Afrikas schafft es nur in wenigen Fällen in die Hauptnachrichten. Dabei ist die Gemengelage explosiv.

Im April wurde der seit 1989 amtierende Diktator Omar al-Baschir nach monatelangen friedlichen Protesten gestürzt. Doch statt eines demokratischen Prozesses zum Bilden einer Zivilregierung herrscht nun ein Militärischer Übergangsrat unter Leitung von zwei Generälen. Die zu al-Baschirs Zeiten gefürchteten Tantaweed-Milizen wurden lediglich umbenannt, sie heißen nun „Schnelle Unterstützungskräfte“. Im Mai gab es einen zweitägigen Generalstreik, Anfang Juni befahl die Junta die Massenbewegung niederzuschlagen. Es gab mindestens 100 Tote, Hunderte Verletzte, Menschen wurden an diesem 3. Juni misshandelt und vergewaltigt.

Kein Geld für Militärjunta

Yasir Jaafer, Mehaira Elfatih und Mois Bakhit kommen aus der sudanesischen Hauptstadt Khartum und studieren an der Technischen Hochschule Brandenburg Informatik beziehungsweise Energieeffizienz im Maschinenbau. Seit Monaten beteiligen sie sich an Aktionen, um auf die Lage in ihrem Land aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit einem Netzwerk von Sudanesen, die in Deutschland leben, haben sie beispielsweise erreicht, dass die Linksfraktion im Bundestag einen Antrag gestellt hat, dass Deutschland die Militärjunta nicht mehr unterstützen solle.

Deutschland und die EU haben nämlich seit 2016 mit den Machthabern kooperiert, über ein spezielles Programm 46 Millionen Euro in das Land transferiert, damit der Sudan seine Grenzen besser schützt und – einfach gesagt – nicht mehr so viele Flüchtende in Richtung Libyen durchlässt.

Investitionen sind besser als Grenzen

Alle drei Studenten wollen nach dem Abschluss in ihr Land zurück, „wenn wir eine demokratische Regierung haben, auf jeden Fall“, sagt Mehaira Elfatih. Mois Bakhit fürchtet um seinen Bruder und seinen Vater, beide sind verhaftet worden. „Wir haben doch eine Pflicht, unserem Land zu helfen.“ Hilfe zur Selbsthilfe erwartet er auch von Deutschland und der EU. „Wir können ein stabiles Land haben, wenn wir dann noch Investitionen und Produktionsstätten erhalten, gibt es für viele Flüchtlinge keinen Grund mehr, nach Europa zu wollen.“ Statt Geld für Grenzsicherung auszugeben, sollten besser stabile Lebensverhältnisse unterstützt werden.

Über ihre Anliegen wollen sie demnächst an Informationsständen und während eines Länder-Abends bei der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft aufmerksam machen.

Von André Wirsing

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