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Brandenburg/Havel Disco-Nebel im Stickstofftank: Tag der offenen Tür im Klinikum
Lokales Brandenburg/Havel Disco-Nebel im Stickstofftank: Tag der offenen Tür im Klinikum
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16:34 12.05.2019
Gemeinsamer Blick ins Mikroskop: Marlis Günther (l.) ist Oberärztin in der Pathologie und erklärt Besuchern ihre Arbeit. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Manchmal bleiben nur 20 Minuten Zeit, um Entscheidungen zu treffen, die ein ganzes Leben nachhaltig beeinflussen können. Marlis Günther ist Oberärztin in der Pathologie des Brandenburger Klinikums und erklärte den Besuchern beim Tag der offenen Tür, wie kritische Beschlüsse gefasst werden. Dafür durften die Gäste dort Platz nehmen, wo die Öffentlichkeit im Krankenhaus-Alltag sonst keinen Zutritt hat.

Im neuen Haus 11 des Brandenburger Klinikums konnten Besucher hinter die Kulissen schauen. In der Pathologie, Laboren und der Klinikapotheke gab es Führungen.

Um die wichtigen 20 Minuten geht es zum Beispiel, wenn ein Patient bereits auf dem OP-Tisch liegt und der Chirurg wissen muss, wie eine Operation gegen Krebs weitergeführt werden soll. Eine Gewebeprobe kommt dann direkt aus dem OP-Saal in die Pathologie, wird im Labor tiefgefroren und von den Medizin-Technikern so aufgearbeitet, dass die Ärzte fast unmittelbar eine Diagnose stellen können. Zum Beispiel, wie weit sich eine Krebserkrankung ausgebreitet hat und wo genau operativ eingegriffen werden muss.

„Dafür müssen wir uns ganz sicher sein und deshalb fallen diese Entscheidungen immer im Team“, sagte Günther und legte zur Demonstration für die Gäste eine Gewebeprobe unter das Mikroskop, an dem sie sonst mit ihren Kollegen sitzt. Knapp 300 Besucher nutzten die Gelegenheit, um den gerade eröffneten Neubau am Brandenburger Klinikum zu besichtigen.

Blick hinter die Kulissen

Untergebracht ist im neuen Haus 11 eine hochmoderne Krankenhausapotheke, die Pathologie-Abteilung, sowie Forschungseinrichtungen der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB). Fast überall durften die interessierten Gäste einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Besonders belagert wurden die medizintechnischen Laboranten. An ihren Arbeitsplätzen erklärten zum Beispiel Annett Koch und Kathlen Troisch, wie genau sie Gewebeproben mit Paraffin, eiskalten Temperaturen und einem hochmodernen Färbeautomaten in mikrometer-dünne Schnitte verwandeln, die dann auf einem Objektträger unters Mikroskop gelegt werden können.

Nebel im Labor

Um einen Einblick in die Forschungslabore der MHB in der zweiten Etage zu bekommen, mussten die Besucher erst einmal in weiße Kittel schlüpfen. Peinlich genaue Hygiene steht an erster Stelle. In ärzteweiß gekleidet, erfuhren die Besucher dann, wie unter anderem an sterilen Werkbänken verschiedene Zellkulturen gezüchtet und erforscht werden. Ein bisschen Show durfte auch sein, als mit beim Öffnen eines Stickstoff-Kühlbehälters typischer Trockeneis-Nebel waberte.

Helmut Müller zeigte sich beeindruckt vom neuen Haus. „Es ist hier viel größer als in den alten Laborräumen“, sagte Müller, der die Selbsthilfegruppe für Prostata-Krebs in der Stadt Brandenburg leitet und gleich mit einem Dutzend Gruppenmitgliedern vor Ort war. „Wir kennen fast das ganze Pathologie-Team, weil wir von dort und von anderen Klinik-Ärzten Unterstützung bekommen.“

Die 15-jährige Emilie Brandes nutzte mit ihren Eltern den Tag der offenen Tür, um sich bei den Labortechnikern nach Ausbildungsmöglichkeiten zu erkundigen. „Ein Bürojob ist nichts für mich, eine Arbeit im medizinischen Bereich finde ich viel spannender.“

Von Christine Lummert

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