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Brandenburg/Havel Taucher räumen im Beetzsee auf: Suche nach versunkenen Booten
Lokales Brandenburg/Havel Taucher räumen im Beetzsee auf: Suche nach versunkenen Booten
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19:39 09.04.2018
Uwe Schmidt aus Blankenfelde-Mahlow und die Brandenburgerin Silvana Woischke bekommen Hinweise für ihren ersten Tauchgang von Tauchlehrer Andreas Wildgrube (v. l.). Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Taucher der Rettungstaucherstaffel des Landkreises Havelland sind an der Brandenburger Regattastrecke abgetaucht. Gemeinsam mit Hobbytauchern und ihrem Tauchlehrer Andreas Wildgrube aus Brandenburg an der Havel sind sie in die Tiefen des Beetzsees geglitten. Was für die einen zum regulären Training gehörte, war für die anderen Teilnehmer ein Schnupperkurs im Tauchen.

Taucher haben jetzt im Brandenburger Beetzsee Ordnung gemacht. Sie suchten die Regattastrecke nach Schrott ab.

„Im Winter trainieren wir meistens im Brandenburger Marienbad, aber jetzt geht es endlich wieder raus“, sagte Rayk Sommer, der Chef der Rettungstaucherstaffel. Die Truppe gehört zum Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und ist im gesamten Land Brandenburg im Einsatz.

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Insgesamt 16 aktive Taucher gehören zur 20-köpfigen Staffel. Alle Mitglieder der erst 2013 gegründeten Staffel kommen aus den Bereichen Feuerwehr oder Rettungsdienst. Sie werden gerufen, wenn es darum geht, technische Hilfeleistung zu stellen. Aber auch für Rettungseinsätze und im Katastrophenschutz sind die Taucher im ganzen Bundesland im Einsatz.

Für die Rettungstaucher gilt es, ständig zu trainieren. So muss jeder Taucher mindestens 15 Tauchgänge im Jahr unter erschwerten Bedingungen absolvieren. Die Möglichkeiten dazu sind im Beetzsee ideal, denn hier geht die Sicht unter Wasser auf Null.

Brandenburger Tauchlehrer gibt Anweisungen

Unterstützt werden sie dabei von dem Brandenburger Tauchlehrer Andreas Wildgrube. Bei ihm absolvieren die Taucher ihre Grundausbildung und treffen sich regelmäßig zu gemeinsamen Trainingstagen und Schulungen.

Am Samstag bekamen die Havellandtaucher noch einige besondere Aufgaben. „Auf der Regattastrecke liegen mehrere Kanus sowie ein Rennbootmotor und ein Betonpferd“, erklärte Rayk Sommer. „Wir versuchen, alles zu finden.“ Das Betonpferd war ein Schmuckelement eines Betonkanus, das bei der Meisterschaft für diese Boote im Buga-Jahr 2015 untergegangen ist.

Ein altes Tischgestell und ein eiserner Stuhl

Gefunden haben die Taucher jedoch lediglich ein Tischgestell und einen Stuhl aus Eisen. Für die Suche innerhalb der Rennstrecke nutzten die Taucher ihr neues Rettungsboot.

Dieses ist mit modernster Sonartechnik ausgestattet und hat eine Bugklappe. Damit können die Taucher besser ins Wasser gleiten. Mit dem Sonargerät suchten sie den Grund ausgiebig ab. Außer einigen Betonblöcken für die Bojenverankerung wurde nichts gefunden.

Neben den Rettungstauchern nutzten auch Hobbytaucher die Gelegenheit, sich wieder mit dem Tauchen näher zu beschäftigen. So auch Familie Woischke.

Beim Schnorcheln in Ägypten die Unterwasserwelt entdeckt

Die Brandenburger haben beim Schnorcheln in Ägypten Freude an der Unterwasserwelt gefunden, berichte Jan Woischke, der am Wochenende wegen einer Erkältung nicht selbst ins Wasser konnte. Dafür half er gemeinsam mit Tochter Sahra seiner Frau Silvana beim Anziehen des Trockenanzuges und dem Anlegen der Ausrüstung. „Schade, ich wär gerne heute auch reingegangen“, sagte er.

In der Schnuppergruppe, die sich mit den Trockenanzügen vertraut machte, war auch Uwe Schmidt aus Blankenfelde-Mahlow. „Für mich ist das der Ausgleich zur Arbeit, hier entspanne ich und tanke Kraft für die Arbeit in der Firma“, sagte der 60-Jährige. Er hatte eine längere Pause vom Tauchen und muss sich nun langsam wieder an alles gewöhnen.

Schwierige Zeichensprache für Taucher

Dazu gehört auch, sich die Handzeichen zur Kommunikation wieder ins Gedächtnis zu rufen. Dabei hilft Tauchlehrer Andreas Wildgrube. An diesem Tag musste nur alles oberhalb der Wassergrenze absolviert werden, weil der Beetzsee zu trübe ist und für die Hobbytaucher nur das Tauchen im engsten Umkreis möglich war.

Unterdessen suchten die Taucher der Rettungsstaffel den Grund des Beetzsees ab. Während die vier Rettungstaucher, unter ihnen Bernd Bollensdorf, sich im Wasser mit dem Kompass orientierten, wurde die Verbindung mittels Leine zur Oberfläche gehalten.

Nur so können sie sich relativ frei bewegen und ihre Aufgabe erfüllen. Am Ende des Tages war ihr Chef Rayk Sommer zufrieden: „Wir haben zwar nicht das Gesuchte gefunden, aber einen erfolgreichen Trainingstag absolviert, der uns weiter fit macht für anstehende Aufgaben.“

Von Rüdiger Böhme